Norwegisch #87

Diese Woche ging wie im Flug herum. Ich habe jeden Tag ein bißchen bei Duolingo gemacht und festgestellt, daß das letzte Kurssegment scheinbar aus kürzeren Übungen als sonst besteht, aber vor allem habe ich meine Zeit einem anderen Norwegischprojekt gewidmet, über das ich demnächst berichten werde. Dafür habe ich ziemlich viel Norwegisch gelesen, gehört und geschrieben.

Ich hatte auch wieder meine Kursstunde und glücklicherweise bin ich inzwischen weniger aufgeregt als am Anfang. Wir haben zwei Zeitungsartikel gelesen und diskutiert und ich habe mir Mitschriften gemacht und später die Vokabeln rausgesucht, die ich gern lernen möchte.

Norwegisch #86

Ich bin noch nicht wieder ganz auf dem Sofa zurück, verbringe also ein paar Stunden weniger dort als üblich, aber immerhin kann ich schon wieder etwas am Rechner machen – auch bei Duolingo lernen. Diese Woche habe ich drei Skills relativ schnell durchgenudelt und dabei auch die Abkürzungen genommen, was ich sonst nie mache, aber ich glaube, doch recht sicher sagen zu können, daß ich mich niemals über Bankgeschäfte, Aktien und Werkzeuge unterhalten werde. Ist jedenfalls noch nie vorgekommen bisher.

Ich habe diese Woche meine vierte Kladde für Norwegisch begonnen, was gut demonstriert, wie umfangreich der Duolingo-Baum ist (eine Kladde hat 250 Seiten und ich schreibe echt nicht riesig). Jetzt sind noch 16 Skills offen, dann ist der Baum vergoldet, und ich bin zuversichtlich, daß ich das wohl doch bis zum Jahresende schaffen kann. Aber natürlich hat mein Körper das letzte Wort.

Norwegisch #85

Bei Duolingo habe ich auch diese Woche nix gemacht, aber dafür habe ich recht viel mit meiner ebenfalls Norwegisch lernenden Bekannten geredet. Das ist ja nicht mein erster Sprachaustausch mit einem anderen deutschen Muttersprachler, aber ich merke, wie cool es eigentlich ist, nicht mit einem norwegischen (oder anderssprachigen) Muttersprachler zu quatschen, denn man ist so vielleicht nochmal etwas entspannter, was Grammatikfehler oder vergessene Vokabeln angeht, versteht die Probleme des anderen besser und kann manchmal Dinge besser erklären, weil man sie selbst schon nachschlagen mußte.

Dann hatte ich auch die erste Stunde von dem Online-Norwegischkurs, den ich mir gebucht habe. Die anderen Teilnehmer kennen sich scheinbar schon fast alle und ich glaube, neben mir war nur ein anderer Mann neu da. Nachdem wir eine Weile gebraucht haben, um technische Probleme zu beheben, haben wir eine Vorstellungsrunde gemacht und dann über unsere Erfahrungen mit Corona geredet (ich glaube, wenn mir noch einer erzählt, wie schrecklich sein Corona-Jahr war, obwohl er gesund und fit ist und sich nicht überlegen muß, wie oft er es am Tag auf’s Klo schafft vor Schmerz und bla, explodiere ich!). Naja, und dann war die Stunde auch schon wieder rum. Wie bei den Spanischkursen auch, habe ich maximal drei Minuten mit Reden verbracht, aber gut, darum ging es ja auch nicht so wirklich, denn dafür bin ich mit meinem Lehrer von Italki bestens aufgestellt. Für mich war es unheimlich spannend, zu hören, wie andere deutsche Muttersprachler, die teilweise schon acht, zehn oder mehr Jahre lernen und zum Teil auch schon in Norwegen gelebt haben, Norwegisch sprechen. Die Wahrheit klingt wahrscheinlich ein bißchen aufschneiderisch und arrogant, ist aber trotzdem die Wahrheit: ich spreche fließender als die anderen dort, kenne mehr Vokabeln und verstehe mehr von dem, was die Lehrerin erzählt. Das ist ja auch die Erfahrung, die ich schon im Spanischkurs gemacht hatte. Für mich bedeutet das, daß meine Methode funktioniert, auch wenn ich gar keinen echten Plan habe, dem ich immer stoisch folge. Es löst allerdings auch Gedanken zu der Frage aus, was genau es heißt, wenn man sagt, daß man eine Sprache lernt. Darüber hatte ich ja neulich schon mal philosophiert, weil es mich irritiert hat, daß es viele Leute gibt, die sagen, daß sie x Sprachen lernen, aber eher nicht behaupten, x Sprachen zu sprechen. Und wann geht das Lernen überhaupt in das Können über, wenn man sowieso nie auslernt, und man sich auch als Muttersprachler in vielen Fachbereichen nicht auf C2-Niveau bewegt? Hach ja, spannend 🙂

Ich muß allerdings auch einräumen, daß mir meinen Asperger-bedingten Schwierigkeiten sogar bei einem Onlinekurs zu schaffen machen. Bereits nachmittags streßte mich der Gedanke an die Gruppen abends so sehr, daß ich ultrahohen Blutdruck bekam, und etwa 20 Minuten vor Kursbeginn lehnte ich an der Schulter meines Mitbewohners und war ein wimmerndes Elend, lol. Ich maske immer so stark, daß mir niemand was davon anmerkt, wenn ich dann im Kurs sitze, aber im Vorfeld denke ich wirklich jedes Mal (und auch bei jeder einzelnen Italki-Stunde): WAS HABE ICH MIR BLOSS DABEI GEDACHT?!! 🙂

Ach ja, und dann habe ich diese Woche noch tolle Post von meiner norwegischen Brieffreundin bekommen, die mir nicht nur einen langen Brief geschrieben, sondern mir auch noch zwei norwegische Bücher/Thriller geschickt hat. So cool!

Norwegisch #84

Nachdem ich immer noch im Bett rumhänge, weil ich meinen Arm noch nicht wieder benutzen kann, habe ich auch diese Woche nix bei Duolingo gemacht. Eigentlich war der Plan, bis Jahresende mit dem gesamten Kurs dort fertig zu sein, aber insgesamt habe ich diesen Sommer und Herbst bisher 7 Wochen im Bett verbracht, was den Zeitplan durcheinanderbringen könnte. Ätz.

Immerhin habe ich aber Podcasts gehört, mit meiner Bekannten geschrieben und gesprochen und ich hatte auch meine Lehrerstunde. Er sagte mir diesmal zum Abschied, daß er es unglaublich findet, welchen Fortschritt ich in dem halben Jahr, das wir nun einmal wöchentlich miteinander reden, gemacht habe. Das hat mich echt gefreut, zumal sich mein Norwegisch teilweise noch recht holprig anfühlt, insbesondere bei speziellen Themen.

Die VHS bietet dieses Semester einen Norwegisch-Konversationskurs online für Niveaustufe B2 an und den habe ich mir gebucht. Bislang bin ich der einzige Teilnehmer – mal sehen, ob sich das noch ändert 😀 Anders als bei Spanisch fühle ich mich in der Konversation noch nicht so sicher und denke, daß sich da dann auch der Kurs lohnt (bei den Spanischkursen mangelte es mir immer an Gelegenheiten, selbst zu reden). Ich hätte mir auch noch einen Isländisch-Onlinekurs gebucht, aber der für Niveaustufe A1 ist schon voll und ich traue mir eigentlich nicht zu, innerhalb von wenigen Tagen die ersten Kapitel des dort verwendeten Arbeitsbuches komplett zu erfassen, um am A1.3-Kurs teilzunehmen. Also kein Isländisch. Ich hoffe ja, daß die VHS fortan mehr Onlinekurse anbieten wird und das auch beibehält, wenn Corona mal durch ist, denn für mich ist das echt eine prima Sache.

Norwegisch #83

Bei Duolingo habe ich diese Woche wieder nix gemacht, aber nachdem es mir langsam besser geht und ich auch wieder das Gefühl habe, etwas lernen zu können, habe ich mich einerseits recht aktiv mit einer jungen Frau ausgetauscht und andererseits einen superinteressanten Podcast gehört (mehrere Folgen, noch nicht alle). Marius, der Kopf hinter diesem Podcast, spricht ein sehr deutliches Norwegisch aus der Region um Oslo und redet über ganz breitgefächerte Themen.

Ich bin seit einer Weile in mehreren WhatsApp-Gruppen zum Norwegischlernen drin und ich muß sagen, daß ich diese Gruppen als überhaupt nicht hilfreich empfinde. Die Gründe dafür sind:

  • niemand versucht, eine echte Unterhaltung zu führen
  • versuche ich, interessante Fragen zu stellen (z.B. nach Haustieren, Hobbies, Buchvorlieben, Lieblingsspeisen oder Urlauben), erhalte ich – wenn überhaupt – nur sehr kurze Antworten, aus denen sich auch bei Nachfrage kein Gespräch entwickelt
  • viele Männer scheinen nur an der Gruppe teilzunehmen, um mit den weiblichen Mitgliedern zu flirten, so daß bereits mehrere Frauen die Gruppe entnervt verlassen haben
  • viele Leute spammen nur irgendwelchen Unsinn, werden aber vom Gruppengründer nicht entfernt
  • es gibt sehr viele Anfragen im Stil von „kann mir jemand helfen, Norwegisch zu lernen?“, aber keine konkreten Grammatikfragen oder Fragen danach, wie man etwas ausdrückt – die ganze Anfrage ist also vollkommen sinnlos

Über eine dieser Gruppen habe ich nun eine junge Deutsche kennengelernt, die ebenfalls Norwegisch lernt, und mit der ich nun in einem privaten Austausch bin. Genau danach habe ich so lange gesucht und ich muß sagen, daß es superspannend und interessant ist, diese Konversation zu führen. Wir sind jetzt dazu übergegangen, uns Sprachnachrichten zu senden, und alles in allem ist das wirklich hilfreich (ich hoffe natürlich, auch für sie).

Daneben hatte ich diese Woche nur noch mein Lehrergespräch, was ebenfalls sehr schön und produktiv war. Mein Lehrer fragte mich, wie viele Worte ich während meines WhatsApp-Austausches nachschlagen müßte, und da fiel mir auf: eigentlich überhaupt keine. Ich glaube, ein einziges Wort mußte ich tatsächlich nachgucken, ansonsten kenne ich alle oder kann sie umschreiben. Cool! 🙂

Ich merke gerade sehr deutlich, wie leicht es mir fällt, mich spontan und flüssig auf Norwegisch auszudrücken. Klar, man kann sich immer verbessern, aber ich bin zufrieden.

 

Norwegisch #81

Diese Lernwoche existierte nur halb, denn am Dienstag entzündete sich mal wieder spontan mein Knie und seither bin ich im Bett, wo ich nicht so wirklich lernen kann. Bis dahin habe ich Duolingo gemacht, Vokabeln wiederholt und mit meinem Lehrer geredet.

Derzeit wiederhole ich jeden Tag ein paar alte Skills bei Duolingo, mache aber nicht im Baum weiter, weil ich mir nicht so gut Notizen machen kann.

Die Tage habe ich mir einen norwegischen Adventskalender in Buchform gekauft und mich sehr darüber gefreut, daß ich den gefunden habe 🙂

Norwegisch #80

Diese Lernwoche hat mich ein Thema ganz besonders beschäftigt, nämlich der Unterschied und die Verwendung von for und til. Mein Lehrer und ich haben Folgendes mal so grob herausgearbeitet:

  • til umfaßt immer eine Bewegung oder einen Transfer. Englisch: to/for. Jeg selger frukt til den damen. Ich verkaufe Obst an die Dame.
  • for kann man am besten mit „on behalf of“ erklären, oder mit „im Auftrag von“. Jeg selger frukt for damen. Ich verkaufe Obst im Auftrag der Dame.

Leider hat das System Lücken, denn es gibt – natürlich – Ausnahmen, die man einfach lernen muß. Ein gutes Erklärvideo gibt es hier.

Ansonsten hatte ich meine Lehrerstunde, habe jeden Tag meine zehn Duolingolektionen gemacht und dreimal Vokabeln wiederholt.

Norwegisch, Einstufungstest, Lernprozeß, andere Sprachen

Neulich habe ich einen kostenlosen und meiner Meinung nach sehr ausführlichen und daher in seinem Ergebnis auch präzisen Einstufungstest der Volksuniversität in Schweden für Norwegisch gemacht. Insgesamt habe ich für den Test etwa eineinviertel Stunden gebraucht und mußte mich schon sehr konzentrieren. Zu Beginn des Tests wird man gefragt, wie man sich selbst einstuft, und da hatte ich B2 angegeben, doch nach einigen ersten Fragen wurde mir von der Website selbst vorgeschlagen, mich auf C1 einzustufen. Ich habe das nur zögerlich gemacht, weil ich davon ausging, daß ich dann auch schwierigere Aufgaben präsentiert bekommen würde – was auch so war -, aber alles in allem kam ich erstaunlich gut zurecht. Am Ende bekommt man das Ergebnis per E-Mail mitgeteilt und laut diesem Test habe ich in allen Bereichen Niveaustufe C1 erreicht bzw. überschritten.

Solche Tests sind natürlich immer so eine Sache. Die Audiodateien waren z.B. für mich besser zu verstehen als so mancher Podcast, weil die Leute sehr deutlich und auch nicht so schnell geredet haben. Im wahren Leben fällt es mir oft richtig schwer, Norweger zu verstehen, vor allem wenn sie einen Dialekt sprechen, in den sich viel Nynorsk reinmischt. Ich habe eben Bokmål-Norwegisch gelernt und mich immer am Dialekt, den man in Oslo spricht, orientiert. Außerdem werden in den Lückentexten mögliche Antworten vorgegeben, was natürlich einfacher ist, als wenn man selbst herausfinden müßte, was da reingehört. Das Testergebnis genieße ich also mit Vorsicht. Ja, ich würde mir zutrauen, den Bergenstest zu bestehen, werde mir jedoch den Streß und das Geld sparen (habe ja auch nie die DELE-Prüfung für Spanisch abgelegt). Allerdings ist mir auch klar, daß ich noch am Hörverständnis arbeiten muß und daß man sowieso nie an den finalen Punkt einer Sprachreise anlangt. Wie gut ich in Norwegen klarkäme, sei auf jeden Fall mal dahingestellt.

Im Kontext mit diesem Einstufungstest habe ich nochmal allgemein darüber nachgedacht, wie ich Sprachen lerne. Gerade bei YT findet man viele Leute, die sagen, daß sie acht, zwölf, 20 oder mehr Sprachen lernen – aber was heißt das? Es ist leicht, Videos darüber zu drehen, welche Lernmethoden man verwendet oder welche Bücher man benutzt, aber – wie man in England sagt – the proof of the pudding is in the eating. Viele, die z.B. sagen, daß sie Deutsch lernen, sprechen ein sehr schlechtes Deutsch, sowohl von der Aussprache als auch von der Grammatik her. Da ich das inzwischen auch für Englisch, Spanisch und Norwegisch beurteilen kann, fällt mir einfach auf, daß „eine Sprache lernen“ ungleich „eine Sprache sprechen“ ist. Es klingt imposant, wenn man sagt, daß man zwölf Sprachen lernt, aber wie effektiv im Sinne der Akquirierung und Aufrechterhaltung einer Sprache kann das sein? Der Tag hat ja nur 24 Stunden (ich bemängele das auch :)) und die meisten Leute müssen einer Lohnarbeit nachgehen und/oder haben eine Familie und/oder auch noch andere Hobbies. Selbst wenn man praktisch jede Einheit „toter“ Zeit (dazu gehört sowas wie Busfahren, Kartoffelschälen, Sport, Duschen etc.) zum Berieselnlassen nutzt (was kein aktiver Spracherwerb ist btw), stößt man da logistisch an seine Grenzen – und auch von der eigenen Fähigkeit her, neue Inhalte aufzunehmen.

Vielleicht mache ich hier aber auch den Fehler, von meinen eigenen Ansprüchen auszugehen. Mein Anliegen beim Lernen einer Sprache ist es, sie möglichst schnell möglichst effektiv zu beherrschen, weil ich nämlich meine bereits gelernten Sprachen weiterhin pflegen und auch noch anderen Tätigkeiten nachkommen möchte – und weil die nächste interessante Sprache garantiert schon wartet. Für mich hat sich erwiesen, daß ich die meisten Sprachen in etwa zwei Jahren fließend beherrschen kann (Norwegisch war mit anderthalb Jahren eine Ausnahme), allerdings zum Preis von rund 3 bis 6 Stunden Lernaufwand täglich (dazu zähle ich passives wie aktives Lernen). Den Lernprozeß länger hinzuziehen, weil ich mehrere Sprachen gleichzeitig von Grund auf lerne, hat sich für mich als ineffektiv erwiesen. Zum einen verhindert das Splitten meiner vorhandenen Zeit auf zwei oder mehr Sprachen, die ich von der Pieke auf erfassen will, die Immersion/das Abtauchen in diese Zielsprachen. Zweimal drei bis sechs Stunden täglich kann ich mich nicht gleichwertig auf zwei unterschiedliche Sprachen konzentrieren, mal abgesehen davon, daß irgendwann mit der Konzentration eh Schluß ist (und mit der Lust). Zum anderen finde ich es sehr frustrierend, beim Lernen von Sprachen das Gefühl zu haben, auf der Stelle zu treten bzw. nicht schnell genug voranzukommen, weswegen Anfängerkurse für mich z.B. auch nicht funktionieren. Würde ich zwei oder mehr Sprachen von A bis Z lernen wollen, würden sich folglich ihre Lernprozesse gegenseitig behindern und dadurch künstlich verlängern. Aus diesem Grund werde ich nie in die Situation kommen, in der ich von mir sagen kann, daß ich acht oder zwölf Sprachen lerne. Wer weiß, vielleicht komme ich mal dahin, daß ich sagen kann, daß ich acht Sprachen spreche und nun eine Neunte lerne – aber das ist was anderes.

Ich frage mich allerdings schon, warum sich meine Vorgehensweise, eine Sprache nach der anderen zu lernen, so stark von der Methode der meisten anderen, die mehrere Sprachen gleichzeitig lernen, unterscheidet, und ob es da einen Kausalzusammenhang zwischen meinem recht hohen Sprachniveau und der manchmal nicht so hohen Niveaustufe anderer gibt. Final beurteilen kann ich das nicht, aber ich vermute, daß die Immersion der entscheidende Faktor ist. Tatsächlich fiel und fällt es mir sehr schwer, in Norwegisch genauso abzutauchen, wie das für Spanisch möglich war, einfach weil es gemessen an der Vielzahl und Vielfalt spanischsprachiger Medien so verschwindend wenige norwegische Angebote gibt (ja, es gibt das ein oder andere Kochvideo und mit etwas Glück findet man auch mal ein Hörbuch, aber schon allein die Beschaffung norwegischer Bücher abgesehen von Harry Potter ist gelinde gesagt pain in the ass). Das ist übrigens auch ein Grund dafür, warum ich mir nicht sicher bin, wie befriedigend es für mich wäre, eine kleine Sprache mit nur wenigen Sprechern zu lernen. Ich glaube ja, daß ich beim Lernen sehr genau spüre, wann es Zeit für eine neue Sprache und damit für eine neue Herausforderung ist. Wenn ich in einer Sprache noch unsicher bin und zum Teil recht lange überlegen muß, wie ich etwas sage, und mir Worte fehlen und Natives gucken, als würden sie Zahnschmerzen bekommen, während sie mir zuhören, ist sicher nicht der richtige Zeitpunkt 🙂

Ich merke zur Zeit, daß ich schon wieder angefangen habe, mit anderen Sprachen zu liebäugeln. Es fing im Juni an, als ich mich neben Norwegisch auch Schwedisch zugewendet habe (ein Schwedisch-Update schreibe ich demnächst mal). Dann fand ich heraus, daß ich durchaus einen Gutteil Isländisch verstehe, und das möchte ich mir eigentlich auch mal näher angucken. Eine Bücherliste dafür existiert bereits, aber noch zögere ich, das ernsthaft anzugehen, weil es nämlich noch ein paar andere Kandidaten gibt. Da wäre zum einen Französisch, mit dem ich 2019 zugunsten von Norwegisch aufgehört habe. Ich möchte definitiv eines Tages fließend Französisch sprechen können, das ist so ein altes Schultrauma 🙂 Dann sind da Katalanisch und Irisch-Gälisch. Katalanisch wäre relativ einfach, weil ich Spanisch kann, und Irisch-Gälisch ist so ein Projekt, das seit rund 20 Jahren auf Halde liegt, weil damals die Quellen einfach mies waren. Drängt sich die Frage auf, was man denn bitteschön mit Irisch und mit Katalanisch anstellt, wenn man eh nicht viel reisen kann. Andererseits…was will ich denn mit Norwegisch? Naja, und zum anderen wären auch Sprachen wie Gallego, Portugiesisch und Italienisch nicht total weit weg. Oder Russisch? Oder …… ? Argh.

Aber für welche Sprache ich mich auch entscheide, ich versuche jetzt erstmal, bis Februar noch mein Norwegisch zu verankern. Dann sind zwei Jahre rum und dann müßte es eigentlich so gefestigt sein, daß ich mich ernsthaft einer anderen Sprache zuwenden kann. Welcher auch immer.

Norwegisch #79

Diese Woche war sehr produktiv, weil ich praktisch schmerzfrei war. Neben zehn Duolingo-Lektionen jeden Tag habe ich mehrmals Vokabeln wiederholt, Videos geguckt und mit meinem Lehrer geredet. Mir fiel dabei auf, daß der Umstieg von einer Sprache in eine andere für mich immer ein ziemlicher Stolperstein ist. Nachdem ich in den letzten zwei Wochen soviel Spanisch geredet habe, benutzte ich einige spanische Begriffe während meiner Norwegischstunde, aber zum Glück konnten mein Lehrer und ich darüber lachen.

Schwedisch lerne ich nach wie vor täglich, was einen Effekt auf mein Norwegisch hat: manchmal verwechsle ich Worte oder mir fallen Vokabeln nicht mehr ein, die ich eigentlich kenne. Trotzdem kommen sich Norwegisch und Schwedisch insgesamt nicht so ins Gehege wie z.B. Spanisch und Italienisch das bei mir taten. Warum, weiß ich nicht.

Ich denke gerade darüber nach, mir eine 30-minütige Unterrichtseinheit bei einem Schwedischlehrer zu buchen, einfach um mal zu gucken, wie mein Schwedisch so ist, wenn ich es benutzen „muß“. Eigentlich war mein Ziel ja bloß, es zu verstehen, aber es wäre auch cool, wenn ich mich bis zu einem gewissen Grad ausdrücken könnte… Für Schwedisch benutze ich größtenteils Duolingo, habe aber auch in dem Alfred-Buch weitergemacht und Videos auf Schwedisch geguckt. Kein Ziel zu haben und nicht fokussiert darauf hinzuarbeiten, tut mir gerade ganz gut.