Thrifty Thursday #62

Der Mitbewohner hat sich diese Woche beim Hofladen Erdbeeren gekauft und nach Spargelschalen gefragt. Eine ganze große Tüte voll hat er kostenlos bekommen ♥ Daraus kochen wir Brühe für zwei Essen diese Woche, nämlich Spargelcremesuppe und Spargelrisotto. Da dann die Brühe schon sehr spargelig ist, muß weniger Spargel in die beiden Mahlzeiten rein, da reichen dann 500 g für vier Leute (weißen Spargel gibt es diese Woche für 2,99 das Pfund bei Aldi). Damit der „Gemüsepegel“ an beiden Tagen stimmt, werde ich das Risotto noch mit Datteltomaten ergänzen und zur Suppe einen Salat reichen. Spargel an sich ist für uns absolut unerschwinglich: für vier Leute müßte ich 1,5 kg kaufen (der dann noch geschält würde, so daß ungefähr 1-1,2 kg Spargel übrig bleiben würden) und derzeit kostet hier beim Hofladen ein Kilo rund 13 € (Tagespreis). Würde ich den bei Aldi kaufen, wären es immer noch 9 €. Und dann ist noch keiner satt geworden, d.h. die anderen Zutaten fehlen bei der Rechnung noch.

Sowohl der Spargel- als auch der Erdbeerpreis (im Hofladen: 4,60 € für 500 g) haben mich diese Woche ein wenig ins Grübeln gebracht. Eigentlich würde ich sehr gern meinen regionalen Hofladen unterstützen, müßte dann aber sehr viel höhere Preise bezahlen. Das ist nicht nur bei den Luxusgütern Spargel und Erdbeeren so, sondern betrifft alle Produkte. Da ich aber möglichst viel sparen will, kommt ein Einkauf im Hofladen für mich nicht in Frage. Dazu kommt auch, daß ich mit der Qualität von Obst und Gemüse bei Aldi bzw. Rewe sehr zufrieden bin (das war tatsächlich vor 15 Jahren in Wuppertal noch anders – wie das heute wäre, weiß ich nicht). Hof- oder Bioladen lohnt sich für mich hier also überhaupt nicht mehr. Schon ein bißchen schizophren, wenn man bedenkt, daß ich auf dem Land lebe und unser Kaff hier ringsum von Spargel- und Erdbeerfeldern umgeben ist…

Beim Einkauf diese Woche hatten mein Mann und ich Glück und haben drei Packungen Würstchen 30% billiger bekommen wegen des kurzen Haltbarkeitsdatums. Wir haben sie jetzt eingefroren und werden das Brät z.B. in Suppen, gefüllten Zucchini oder in einer Bolognese verwenden. Ab morgen gibt es außerdem Hack im Angebot. Auch da werden wir wieder etwas mehr kaufen, es portionieren und einfrieren. Damit haben wir Ende letzten Jahres die ersten Erfahrungen gesammelt und es hat sich für uns in jeder Hinsicht gelohnt.

Was mich beim Einkaufen derzeit besonders nervt, sind eigentlich noch nicht einmal die höheren Preise, weil ich die immer noch ganz gut abgefedert bekomme. Aber was mich echt sehr ankotzt, ist, daß ich mich nicht mehr darauf verlassen kann, daß ich alles bekomme, was ich brauche. Jetzt sind seit Wochen die Taschentücher ausverkauft. Warum? Wachsen die auch in der Ukraine? :roll: Immerhin freue ich mich darüber, daß jetzt als Randnotiz in den Nachrichten mal der Gedanke aufgetaucht ist, daß wir in Deutschland eigentlich genug Weizen für den Eigenbedarf anbauen, aber da wir den exportieren, dann halt wieder welchen importieren müssen, und daß das vielleicht dumm ist. Und daß es eventuell auch dumm ist, Ackerfläche für den Anbau von Pflanzen zu nutzen, die wir dann vertanken. Mir war so, als hätte ich das bereits für über zehn Jahren thematisiert, aber damals wurden solche Gedanken noch belächelt.

Thrifty Thursday #61

Früher hatten wir immer eine Servierpfanne sowie eine normale Bratpfanne. Die Servierpfanne hat einen höheren Rand und eignet sich daher gut für One-Pot-Meals oder Gerichte wie Paella, die Bratpfanne haben wir für Würstchen, Eier und Bratlinge genommen. Vor etwa zwei Jahren war die normale Pfanne aber durch – es ist eigentlich immer dasselbe: die Beschichtung löst sich ab und die Fitzel davon will man ja nun nicht essen. Zu dem Zeitpunkt habe ich schon nicht mehr selbst gekocht und mein Mann beschloß, daß er lieber eine zweite Servierpfanne mit hohem Rand statt einer Ersatzbratpfanne will. Kürzlich ist jetzt ist die ältere der beiden Servierpfannen kaputtgegangen (wieder die Beschichtung) und wir haben überlegt, was wir machen. Dieselbe Pfanne, die vor zwei Jahren rund 50 € gekostet hat, gibt es jetzt für knapp 100 €. Die unbeschichtete Version kostet nach wie vor nur 50 € und irgendwie tue ich mich ein wenig schwer damit, mir zu erklären, warum eine Beschichtung heutzutage 50 € kosten soll, so rechnerisch. Mir fiel dann ein, daß wir uns vor einer Weile schon eine gußeiserne, mit Emaille glasierte Servierpfanne gekauft, sie aber kaum benutzt hatten (warum, weiß ich nicht, weil ich halt selbst nicht koche, aber ich nehme an, das hat damit zu tun, daß mein Mann es gewohnt ist, zu den beschichteten Servierpfannen zu greifen). Wir haben nun also entschieden, daß wir keine weitere beschichtete Pfanne anschaffen werden, was ich vom gesundheitlichen und auch vom finanziellen Standpunkt aus betrachtet sehr befürworte. Mir ist anhand dieser Pfannensache nur wieder einmal verdeutlicht worden, wie wichtig es ist, bereits vorhandene Ressourcen im Blick zu haben (ich hatte die gußeiserne Pfanne gar nicht mehr auf dem Schirm) und sich die Bereitschaft zu erhalten bzw. sie zu trainieren, umzudenken. Ich glaube, an der Stelle tun wir uns als Aspies ziemlich oft ziemlich schwer, aber wir arbeiten daran 🙂

Geld habe ich diese Woche für eine neue Sommerwolldecke ausgegeben. Ich habe für Frühling, Herbst und Winter eine Kuschelwolldecke, die gut funktioniert, aber bereits bei 25°C schwitze ich darunter wie verrückt. Ich habe es in den letzten zehn Jahren mit Seidendecken,  Bettbezügen und sowas probiert, aber das fand ich alles nicht besonders kuschelig. Jetzt habe ich mir also eine Moltondecke gekauft, aus Baumwolle, die sehr atmungsaktiv ist. Bin sehr gespannt, wie es mit der funktioniert. Wenn es gut klappt, würde ich mir davon auch noch eine für das Wohnzimmer kaufen, wo ich in der kühleren Jahreszeit eine Microfaserdecke nehme. Überhaupt, es ist für mich wegen meiner Behinderung gar nicht so einfach, Materialien und Dinge zu finden, die ich benutzen kann, und wenn ich mal was Gutes finde, dann kaufe ich davon gern auch mal zwei.

Ansonsten freue ich mich diese Woche darüber, daß eine Bekannte meinem Mann und mir eine Currywurst spendiert hat, weil er angeboten hat, ihr bei einem PC-Problem zu helfen ♥

Thrifty Thursday #60

Heute gibt es ein sparsames Rezept, mit dem man stärkehaltige Reste wie gekochten Reis oder gegarte Kartoffeln recyclen kann: Linsenbratlinge.

Eine Dose braune Linsen (Abtropfgewicht 265 g) abschütten (oder die entsprechende Menge vorgekochte Linsen auftauen, wenn Du sie selbst abkochst und eingefroren bevorratest). Die Linsen mit einem Kartoffelstampfer grob zerdrücken. Eine kleine Zwiebel fein würfeln und zusammen mit einer zerdrückten Knoblauchzehe, einer kleinen Handvoll geriebenem Käse und einem Ei zu den Linsen geben. Nun kommen die Reste dazu; ich habe ungefähr eine Tasse gekochten Jasminreis verwendet. Nach Geschmack würzen (bei mir: TL gekörnte Brühe, je 1/2 TL Chilipulver und Thymian und etwas Pfeffer) und alles verkneten. Dosenlinsen sind in der Regel feuchter als TK-Ware, man muß also noch etwas Mehl dazugeben (3-4 EL). Der Teig darf erstmal noch etwas schlubberig sein, denn er muß jetzt eine Weile im Kühlschrank quellen (mind. 30 Minuten). Wenn er danach immer noch zu feucht ist, noch etwas Mehl oder auch Haferflocken dazugeben. Aus dem Teig acht Patties formen und bei mittlerer Hitze von jeder Seite 6 Minuten in etwas Öl ausbacken.

Thrifty Thursday #59

Für den April hatte ich mir vorgenommen, mit rund zwei Dritteln unseres normalen Budgets für Lebensmittel auszukommen, weil wir im Dezember und auch im März ziemlich viele Vorräte aufgestockt hatten. Es hat besser funktioniert als ich gedacht hätte – tatsächlich habe ich nur etwa die Hälfte ausgegeben. Für mich ist es immer sehr wichtig, daß wir bei aller Sparsamkeit gut und abwechslungsreich und eben gemüsebasiert essen, und all diese Kriterien konnte ich mit diesem Budget erfüllen. Sogar ein paar Vorräte wurden aufgestockt, wenn auch nicht annähernd im selben Umfang wie im März. Und weil das alles so gut hingekommen ist, gibt es bei uns diese Woche mal ein unverhältnismäßig teures Gericht, sozusagen als Belohnung: einen Schmortopf mit Schweinegulasch, Backpflaumen, Äpfeln, Kartoffeln und Zwiebeln. Sowas haben wir noch nie gemacht, ich bin also echt gespannt, wie es wird 🙂 Vor ein paar Wochen habe ich ja mal darüber geschrieben, wie sinnlos ich „Belohnungen“ finde, wenn man sie ständig erhält oder sich zugesteht, aber nach dem Erreichen des Ziels für April finde ich es jetzt angemessen, uns dafür mit etwas Besonderem zu verwöhnen. Alles in allem haben wir im April pro Tag und Person 3,04 € für Essen ausgegeben (wie immer drei Mahlzeiten und ein Snack).

Wir haben außerdem eine weitere Verwendung für altes Brot gefunden (wir frieren die Endstücke unserer Brote meist ein und haben mit ihnen bisher meist sowas wie Brotauflauf gemacht). Wenn mein Mann Pizza gebacken hat und der Ofen noch sehr warm ist (bzw. der Pizzastein darin), dann legen wir das Brot hinein und lassen es bis zum nächsten Tag darin, bei ausgeschaltetem Ofen. Das Brot ist danach absolut steinhart und daher auch lange haltbar, in einer Tupperdose. Aus diesem Brot machen wir dann Gremolata: Brot, frischen Knobi, Chili, etwas Brühpulver und Petersilie in einer Küchenmaschine zu feinen Krümeln schlagen. Sehr lecker auf Pasta, Risotto, gekochten Kartoffeln, Gemüsegerichten und Co. Die Gremolata kann man auch mit anderen Zutaten herstellen, z.B. mit Zitronenabrieb, Nüssen, anderen Kräutern, Currypulver etc.

Schon vor über einem halben Jahr hatte ich mal von einem Quilttop geschrieben, das ich vor meinem Schuhscheiß fertiggestellt hatte und eigentlich quilten lassen wollte. Dazu war es aber nie gekommen – ich weiß selbst nicht, warum. Vielleicht weil es sich wie ein wichtiger Teil meines Lebens anfühlte, den ich einfach verloren habe. Außerdem muß man eigentlich, wenn man einen Quilt quilten lassen möchte, das Top vorbereiten, indem man es bügelt und begradigt und lose bzw. längere Fäden entfernt. Das alles sind Arbeiten, die ich seit Herbst 2019 nicht mehr ausführen kann, und ich dachte wohl auch, daß es daran scheitern würde, denn ich verstehe sehr gut, daß Menschen, die den Quiltservice anbieten, eben quilten und nicht vorbereiten wollen. Nun habe ich mir aber nach langen und wiederholten Gesprächen mit dem Mann darüber, ob ich es machen lassen soll oder nicht, einen Quiltservice rausgesucht und dort mal angefragt, ob sie gegen Aufpreis auch die Vorarbeiten verrichten würden. Diese Woche habe ich eine positive Antwort bekommen und mit der Inhaberin des Quiltservices verabredet, ihr die Materialien zuzuschicken. Sie will alles ansehen und mir dann einen Kostenvoranschlag machen. Überschlagsweise rechne ich mit rund 300 bis 400 €. Wäre es weniger, wäre ich mächtig überrascht.

Aus frugaler Sicht ist das ein ziemlicher Irrsinn, wenn man bedenkt, daß wir hier im Grunde von einer Decke reden. Tatsächlich habe ich viele meiner Quilts selbstgequiltet und auch mit Binding versehen, aber zum einen ist mir das seit fast drei Jahren und wer weiß, wie lange noch, nicht möglich und zum anderen habe ich für diesen Quilt wunderschöne und sauteure Design-Stoffe verwendet, die mir normalerweise nicht unter die Nadel gekommen sind. Ich würde mich schon sehr in den Hintern beißen, wenn ich dieses Schmuckstück irgendwann in der Zukunft durch mein nicht eben professionelles Quilting verhunzen würde. Trotzdem ist mir die Entscheidung, soviel Geld auszugeben, nicht leicht gefallen, muß ich ehrlich sagen. Jetzt, wo ich mich aber durchgerungen habe, freue ich mich sehr auf den fertigen Quilt – so sehr, daß ich sogar motiviert bin, mal wieder was zu nähen (aber bis es soweit ist, muß mein Mann erstmal meinen Knieantrieb für die Nähmaschine umbauen, und ich weiß auch gar nicht, ob ich das schmerztechnisch schaffe).

Thrifty Thursday #58

In meiner Internetbubble gab es diese Woche eine Diskussion darüber, ob es einem frugalen Lebensstil entspricht, viel zu wiegen. Ich habe diese Fragestellung im ersten Moment für einen Witz gehalten, aber sie war ernstgemeint.

In einem anderen Teil meiner Bubble ging es um Lohnarbeit, Altersarmut und faire Bezahlung. Der Konsens ist immer derselbe: „ich verdiene zu wenig“. Realistisch betrachtet schafft man aber kaum, mehr zu verdienen, insbesondere dann nicht, wenn man nicht bereit ist, mehr als die bislang gearbeiteten Wochenstunden zu arbeiten. Was ist der Ausweg? Ich sehe ihn tatsächlich ausschließlich im Frugalismus. Finanzen sind immer eine persönliche Sache, schon klar, aber mir erscheint es einfach sehr hirnig, über Geldmangel zu klagen, bei seinen Finanzen aber nicht zu priorisieren. Es ist statistisch betrachtet sehr unwahrscheinlich, daß Du im Lotto gewinnen, eine hohe Erbschaft machen oder einfach mal so mehr verdienen wirst, also mußt Du klug mit dem Geld haushalten, das wirklich verläßlich reinkommt. Mehr auszugeben, als man verdient und für die basalen Bedürfnisse braucht, ist ein Luxus. Sehr viel mehr auszugeben und Schulden zu machen, ist dumm. Für mich ist das tatsächlich inzwischen so einfach geworden. Wenn ich vor zehn Jahren schon ein Ziel gehabt hätte, wäre ich in der Zwischenzeit übrigens ganz anders mit meinem Geld umgegangen (ich hätte mich auch nicht um einen fünfstelligen Betrag erleichtern lassen), aber gut, das ist eben Dummheit und Naivität gewesen. Seit ich ein Ziel habe, bin ich hyperfokussiert darauf, jeden Euro beiseite zu legen, den ich abknappen kann. Ist nicht der einfache Weg, aber für mich lohnt er sich absolut. Zu sparen, was immer mir möglich ist, ist nämlich mein einziger Weg in eine Zukunft, wie ich sie gern haben möchte. Bequem ist er wahrscheinlich nicht, aber ich fände es viel unbequemer, in einer Situation zu verharren, die mir so unfaßbar auf die Nerven geht.

Zum Schluß habe ich noch ein Rezept für eine abgewandelte Sopa de ajo, also eine Suppe mit Knoblauch:

6 Knoblauchzehen in Scheiben schneiden und zusammen mit 3 geputzten, gewürfelten Paprikaschoten in 2 EL Olivenöl bei mittlerer Hitze anbraten, bis das Öl gut duftet. 125 g altbackenes Brot in groben Stücken dazugeben und ein paar Minuten mitschmurgeln, bis das Öl aufgesogen ist. 1 TL Pimentón dazugeben, kurz (!) anbraten, dann mit Brühe aufgießen. Aufkochen und bei mittlerer Hitze 10 min. kochen. Dann pro Person 1 Ei in die Sopa setzen, den Deckel auflegen und die Eier stocken lassen.

Thrifty Thursday #57

Das Einkaufen war diese Woche wieder sehr stressig für mich. Habe gelesen, daß jetzt insgesamt mehr Leute in Discountern einkaufen und zusammen mit dem Osterkram macht sich das echt bemerkbar. Immerhin, Mehl gibt’s wieder, nur neutrales Öl noch nicht (man hätte nur aromatisiertes Öl bekommen können, das wir aber nicht mögen).

Ich habe noch einmal meine Hörbücher durchgeguckt einen ganzen Stapel aussortiert, den ich verkaufen möchte. Wenn niemand die Sachen will, werde ich sie verschenken. Nur die von Jeffery Deaver behalte ich ♥ In meinem direkten Wohnbereich bin ich jetzt an einem Punkt angekommen, wo ich deutlich mehr Stauraum als Dinge habe, so daß z.B. in meinem großen Kleiderschrank einige Fächer frei sind. Ich plane allerdings nicht, auf Dauer Teile des Schranks abzugeben (oder andere Möbel), finde es im Gegenteil sehr angenehm, diesen Freiraum zu haben.

Bei der Gelegenheit habe ich auch mal überschlagen, wie viel Geld ich dieses Jahr bereits für Bücher nicht ausgegeben habe – zusammen mit den Hörbüchern sind es fast 600 €. Im Moment lese ich echt sehr viel, da käme einiges zusammen…

Thrifty Thursday #56

Unser Supermarkt wurde umgebaut. Er wurde vor drei oder vier Jahren eröffnet und jetzt mußte er umgebaut werden. Das Gemüse befindet sich nun ganz vorn, ein Teil des Fleischs auch, direkt daneben. Man packt also erstmal schön alles Zerdetschbare in den Einkaufswagen, um dann hinterher die schweren Dinge wie Getränke, Mehl, Pasta und Konserven draufzulegen. Macht Sinn :thumleft: Ich bin natürlich vor allem deswegen angepisst, weil nichts mehr an seinem Ort steht, weil es jetzt mehr Regale gibt, die auch alle höher sind, und vieles nicht mehr in meiner Reichweite vom Rolli aus steht. Und weil es sich anfühlt, als würde man in einem kafkaesken Alptraum feststecken wie die Maus. Hate it. Falls der Plan war, daß Kunden sich in diesem Wirrwarr länger aufhalten und daher dann mehr kaufen, wird er an mir scheitern 🖕🏻

Abgesehen von diesem Supermarktspießrutenlauf hat sich die Situation ein wenig normalisiert. Mehl (insbesondere Type 550 und höher) und SB-Öl gibt’s immer noch nicht wieder, aber man kann Pasta und auch Reis bekommen. Und es ist keiner verhungert! Schocker!

Ich glaube, man merkt, daß ich im Moment ein wenig genervt bin, aber schöne Momente gab es diese Woche natürlich auch und ich will sie nicht vergessen.

Unsere Magnolienbäume im Garten haben bis zum Frosteinbruch diese Woche herrlich geblüht. Es ist irgendwie in komisches Gefühl, wenn ich daran denke, daß die, die wir vor zwei Jahren gepflanzt haben, zu richtigen Bäumen heranwachsen werden, wenn ich gar nicht mehr hier sein werde, aber wer weiß? Vielleicht sehe ich sie ja mal, wenn ich hier unten zu Besuch sein werde.

Ich hatte ein Buch geschenkt bekommen, das ich diese Woche recht schnell weggelesen habe. Auch zwei Bücher aus der Bibliothek konnte ich beenden und heute ein weiteres anfangen: Laura Spinney – 1918/Die Welt im Fieber. Außerdem höre ich gerade ein Hörbuch, das ich mir auch ausgeliehen hatte: D.B. John – Stern des Nordens (zieht sich ein bißchen).

Mein Mann und ich hatten uns den Film „Nomadland“ gekauft, nachdem ich das dazugehörige Buch ganz wundervoll fand, aber da der Film doof war, haben wir ihn gleich weiterverkauft. Für meine nächste Kleinanzeigenrunde, die ich im Herbst starten will, hat sich auch schon das eine oder andere Teil angesammelt.

Am kommenden Wochenende wird es mal wieder mit der Renovierung von Gästeklo und Flur weitergehen. Da schwächeln mein Mann und der Mitbewohner nach den ganzen Jahren des Renovierens ein wenig 🙂 Wenn beides fertig ist, werden wir uns nochmal den Keller vorknöpfen. Wir möchten da noch einiges rauswerfen, zum Teil kann es dann auch der Sohn für seine Aussteuerkisten haben.

Mein Mann hat einen Corona-Bonus bekommen, den wir komplett in unsere Wohnungskasse überführt haben, und auch die Reisekasse, die in den letzten Jahren ja nicht bemüht wurde, ist da nun gelandet. Bei meinem NL-Wörterbuch bekomme ich derzeit jede Menge Immobilienwerbung angezeigt, aber ich glaube, der Algorithmus ist völlig verwirrt: ich kriege alles angezeigt vom Riesenschloß mit 111.000 Quadratmetern Garten plus 5 Hektar großem Teich über Schrottimmobilien in Meck-Pomm bis hin zu Penthouses in München für schlappe 7,3 Mio. € *lol*

Thrifty Thursday #55

Vorweg: was jemand mit seinem Geld macht, ist immer eine ganz persönliche Angelegenheit und sollte meiner Ansicht nach auch nicht bewertet werden. Ich werde in diesem Posting dennoch meinen Senf dazu abgeben, wie andere ihre Finanzen budgettieren bzw. wofür sie Geld ausgeben. Da ich mich auf Menschen beziehe, die öffentliche Videos bei YouTube posten, finde ich es auch statthaft, dazu eine Meinung zu teilen.

In der letzten Zeit habe ich also viele Videos über die sog. Umschlagmethode gesehen, die eine von unzähligen Möglichkeiten, seine privaten Finanzen zu verwalten, darstellt. Bei dieser Methode werden individuell ausgewählte Budgets, welche jeweils durch einen Umschlag oder ein Mäppchen verkörpert werden, mit einem vorher festgelegten Betrag befüllt, aus dem im Laufe eines gewissen Zeitabschnitts (meist ein Monat oder im us-amerikanischen Raum auch gern eine Woche) alle Ausgaben im entsprechenden Bereich bezahlt werden. Die meisten, die mit dieser Methode arbeiten, haben Budgets für Miete, Lebensmittel, Tanken/Auto, Handy, Streamingdienste und Notfälle, aber es gibt auch sowas wie Maniküre, Tabak, Geschenke, Lotto und Medikamente – kann also wirklich ganz an die eigenen Bedürfnisse angepaßt werden.

Eigentlich finde ich diese Methode gut, aber ich sehe bei vielen, die das auf YT teilen etwas, das ich als Fehler bewerten würde, so für mich: die Aufsplittung von tatsächlichen Kosten in unterschiedliche Bereiche, wodurch der tatsächlich ausgegebene Betrag kleiner erscheint als er ist. Damit meine ich z.B. die Aufteilung der real anfallenden Kosten für Lebensmittel in Einkauf, Getränkemarkt, Restaurant, Frühstücksgeld, Kantinenessen etc. Auch der Posten Freizeit wird gern aufgesplittet in Ausgehen, Streamingdienste, Mädelsabend, Kegeln oder so. Das wäre mir persönlich zu unübersichtlich und zu anfällig – dieses System verleitet dazu, zum Teil sehr viel mehr Geld für einen Posten auszugeben, als man eigentlich wollte [es gibt Leute, die möchten 600 € für vier Personen pro Monat für Lebensmittel ausgeben, kommen aber mit Kantinen- und Schulessen, Restaurantbesuchen und Eisessen unter der Kategorie „Freizeitspaß“ tatsächlich auf über 900 €].

Und wo wir gerade beim Essen sind: mein Mann hat sich einen Pizzastein gewünscht. Schon vor Jahren hatten wir mal mit dem Gedanken gespielt, uns einen für unser Vollkornbrot zu kaufen, sind aber irgendwie wieder davon abgekommen. Nachdem wir inzwischen aber alles selberbacken und mein Mann eine ganz wunderbare Pfannenpizza macht, wollte er auch gern mal dünne Pizza wie aus dem Holzofen backen. Und dazu braucht man halt einen Pizzastein. Wir haben uns für einen Schamottstein von 3 cm Dicke entschieden und am letzten Wochenende gab es zum ersten Mal handgewirkte Pizza vom Stein. So lecker!

Dann haben wir beschlossen, daß wir mal ein anderes Katzenstreu ausprobieren wollen. Die ersten Katzen, die mein Mann und ich Ende der 90er hatten, waren recht wählerisch und akzeptierten nur eine Sorte Streu (natürlich teuer), und seither sind wir bei derselben Marke geblieben. Unsere Katzen jetzt sind allerdings nicht so pingelig und daher werden wir ihnen jetzt mal beim Klomachen nach und nach das neue, günstigere Streu untermischen und dann mal gucken, was passiert. Wäre schon cool, wenn sie das annehmen würden, denn der Sack ist nur halb so teuer.

Ich wollte auch noch von einem schönen Angebot berichten, das ich diese Woche nutzen konnte. Für den Sommer wollte ich mir gern einen schwarzen Strohhut, einen sog. Panamahut, kaufen. Den habe ich im Hutgeschäft auch gefunden, aber sie hatten zudem eine ganze Bandbreite von Winterhüten und -mützen zu reduzierten Preisen da. Und da habe ich mir noch eine Schiebermütze aus Tweed gekauft, die um satte 40% heruntergesetzt war :cheers:

Und last but not least haben mein Mann und ich beschlossen, daß wir uns ab sofort und probehalber für die nächsten drei Monate kein Taschengeldbudget mehr geben. Ich habe meins seit fast zwei Jahren nicht ausgeschöpft und seit wir keine gemeinsame Kasse mit dem Mitbewohner mehr machen, sehen wir die Notwendigkeit dafür auch nicht mehr. Da bin ich mal gespannt, wie es klappt.

Thrifty Thursday #54

Der März ist wie so oft ein Killer von einem Monat: superlang und superteuer. Ich habe allerdings gelesen und gesehen, daß ich mit dieser Empfindung nicht allein dastehe; viele berichten davon, daß sie im März immer schon in den letzten sieben oder zehn Tagen am Ende des Geldes und/oder der Vorräte angelangt sind. Viele YouTuber, die wöchentliche Updates ihres Budgets posten, mußten diese Woche Geld aus anderen Töpfen locker machen, um einkaufen gehen zu können, und viele bleiben in diesem Monat unter ihrem Sparziel, weil es einfach nicht anders geht. Die anderen Monate, die ich also solche Killer wahrnehme, sind übrigens Januar und Juli (eher selten auch der August).

Die Einkaufssituation diese Woche ist weiterhin herrlich schizophren: Pasta, Reis, Mehl und Tomatenmark sind immer noch aus (wahrscheinlich ist der Notfallplan der Badener Pasta mit Tomatenmark….lecker!), dafür kriegt man diesmal genug Klopapier und chinesische Nudeln sind auch noch reichlich da. SB-Öl ist immer noch nicht wieder reingekommen und zumindest in unserem Kaff haben die Leute auch veganen Aufstrich aus SB-Kernen gehortet, vielleicht in der Hoffnung, ihn auspressen und statt Öl verwenden zu können :eye:

Unser Einkaufsbudget haben wir diesen Monat das erste Mal in diesem Jahr überschritten. Wie ich schon schrieb, hatten wir auch Mehl und andere Vorräte aufgestockt und nun kam auch nochmal ein Angebot für Coladosen dazu, wo wir zugeschlagen haben. Das alles führt natürlich dazu, daß das Budget mal überschritten wird, was sich aber in kommenden Monaten wieder ausgleichen wird. Ist okay, aber es kratzt auch ein wenig an meinem persönlichen Ehrgeiz, immer im Budget zu bleiben 😉

Diese Woche habe ich das Geld für ein paar verkaufte Bücher bekommen – das ist nett, denn ich möchte mir so Richtung April oder Mai einen Hut für den Sommer kaufen und das Geld bildet den Grundstock.

Außerdem habe ich ein paar Dinge geflickt, wie z.B. meinen heißgeliebten Cashmere-Pulli, der ein Loch unterm Arm hatte. Jetzt muß ich noch ein paar ältere Patchworksachen reparieren.

Die erste Woche Nachrichtenentzug hat gut getan, allerdings habe ich sie nicht konsequent durchgehalten. Warum ist dieses Gift so verlockend, daß ich dann doch wieder draufklicke? Voll blöd. Dazu fiel mir auch mal wieder auf, daß ich Menschen, die als total „aware“ gelten, superoft auch richtig toxisch finde. Mir gehen viele ihrer Themen ziemlich auf die Nerven, und nachdem es halt gerade in Mode ist, „aware“ zu sein, ploppen auch an Orten, die ich bislang als für mich sicher und barrierefrei betrachtet habe, diese social-media-awareness-Hasen auf und nerven mich. Mir fehlt die Internetlandschaft von vor etwa zehn oder 15 Jahren sehr, wo es mehr private Blogs gab und social media kein so großes Thema waren. In einem Buch, das ich gerade gelesen habe, schreibt die Autorin darüber, was mit unserem Gehirn strukturell und damit auch mit unserer Denkweise und unserem Gedankengut an sich passiert, wenn wir uns daran gewöhnen oder längst gewöhnt haben, Kurznachrichten und kurze, oberflächliche, nicht sehr reflektierte Posting in den sozialen Medien zu lesen. Gruselig. Wer das selbst nachlesen will: Maryanne Wolf – Schnelles Lesen, langsames Lesen. Ich glaube ja eh, daß ich noch mehr Bücher und gar keine Nachrichten oder soziale Medien mehr lesen sollte. Ich finde meine eigenen Gedanken jedenfalls öfter in Büchern als im Internet bestätigt und fühle mich damit wie ein Dinosaurier. Allerdings wie ein cooler Dinosaurier, der schon schlimmere Einschläge überlebt hat als die Awarenesshasen.

Thrifty Thursday #53

Beim Einkaufen gestern fühlte man sich an die ersten beiden Corona-Wellen erinnert. Ich habe von Bekannten aus Berlin und aus Köln gehört, daß die Regale bei ihnen normal gefüllt sind und daß niemand hortet, was ich halt leider nicht von meiner Region sagen kann. Schon letzte Woche sah man Leute wieder vermehrt Klopapier, Küchenrollen, Hefe, Mehl, Öl, Nudeln und Reis kaufen, was natürlich dazu geführt hat, daß die Regale diese Woche an ebenjenen Stellen quasi leer sind, insbesondere im tief- und mittelpreisigen Segment. Bei vielen Produkten gibt es auch erneut Abgabebeschränkungen, welche aber oft genug an leeren Regalen hängen. Einen richtigen Vorwurf kann man meiner Ansicht nach den Konsumenten nicht machen, denn insbesondere in den letzten fünf bis acht Tagen haben die Medien echt alles Menschenmögliche dafür getan, daß die Leute in Panik geraten und halt doch wieder hamstern. Erinnert sich noch einer an eine neutrale Berichterstattung? :roll:

Die Einkaufssituation ist an einigen Stellen etwas schizophren. So gibt es quasi kein Mehl mehr, aber Brot kann man kistenweise kaufen. Es gibt im Grunde keine normale Pasta mehr (nur die echt hochpreisige), aber günstige, nicht so gängige Pastaformen kauft kein Mensch: diese Woche gab es beim Aldi 500 g Kritharaki (reisförmige Nudeln) für 0,59 €, was echt ein Knaller ist, und die gab es auch noch kartonweise, weil sie niemand wollte. Das SB-Öl ist ausverkauft, aber Olivenöl und andere Speisefette sind zu haben. Hm.

Für uns ist der Run auf’s Mehl besonders lästig, da wir unser gesamtes Backwerk selbermachen, vom Brot über Brötchen bis hin zu Pizza und Kuchen. Ich muß auch gestehen, daß ich kein bißchen solidarisch mit den vielen Menschen bin, die im Normalfall überhaupt nicht oder nur sehr wenig backen und jetzt gerade mal wieder Mehl horten, das sie wahrscheinlich in ein, zwei Jahren in den Müll geben.

Ich glaube, der wichtigste Skill in dieser Situation ist es, superflexibel zu sein. Das einzukaufen und mit dem zu arbeiten, was eben da ist, und im Falle von starken Preisanstiegen an anderer Stelle einzusparen, was auch immer geht. So gibt es z.B. immer noch günstigen Weißkohl und Lauch und auch Kartoffeln bekommt man noch für wenig Geld (diese Woche 2,5 kg für 1,55 € bei Aldi).

Ein Gedanke, der mich dieser Tage immer wieder umtreibt, ist die Frage danach, ob ich meinen ohnehin schon sehr spärlichen Konsum von Nachrichten und social media wieder komplett einstellen soll. Als wir vorgestern mal einen sehr gelben Himmel hatten, war mein erster Gedanke, ob jetzt jemand eine Atombombe geschmissen hat, dabei war das bloß der übliche Sahara-Staub-Regen, der hier oft im Frühjahr runterkommt. Ich bin dieses Kasperltheater in meinem Gehirn ganz schön satt, und wenn ich ehrlich bin, hat es mir auch überhaupt nichts gebracht, in den letzten zwei Jahren wegen Corona wieder mit den Nachrichten angefangen zu haben. Menschen agieren in meinen Augen meist irrational bzw. sogar ausgesprochen emotional und treffen in der Regel dumme Entscheidungen. Ich gebe mir Mühe, das nicht zu tun. Aber gerade deswegen regen mich bestimmte Nachrichten immer wieder stark auf und lassen mich an der Denk- und Handlungskompetenz der Menschheit zweifeln. Diese druckvollen, belastenden Gedanken stören meine innere Ruhe, und weil ich nichts bewirken kann – außer für mich selbst und im Idealfall noch für meine Familie -, fühle ich mich oft macht- und hilflos. Kein gutes Gefühl, also warum sollte ich das weitertragen? Was würde mir das bringen? Den Eindruck, bei allen Desastern dann wenigstens gut informiert zu sein, obwohl ich weiß, daß das angesichts unserer kackigen Berichterstattung auch nur eine Illusion ist? Das ist doch sehr zweifelhaft für mich. In einer Welt, in der es inzwischen wichtiger ist, daß man eine Meinung hat als daß man die Fakten kennt und deuten kann, kommt mir Nachrichtenverweigerung weiterhin ganz vernünftig vor…