Thrifty Thursday #39

Am letzten Wochenende habe ich mir zum ersten Mal ein Junk Journal gebunden. Hatte ich noch nie gemacht, aber ich finde, es ist richtig cool geworden. Verwendet habe ich dafür nur Altpapier, also Kalenderblätter, Zeitungsseiten, Packpapier und Co. sowie ein Buchbindeset, das ich mir preisreduziert gekauft habe (in der Beschreibung stand, es sei total defekt, aber de facto war lediglich der Karton drumherum etwas zerbeult). Im Grunde habe ich dann bloß alle Papiere auf die Hälfte gefaltet, ineinandergesteckt, mit einer Ahle fünf Löcher reingebohrt und dann alles vernäht. Hält bombig.

Da ich keinen Verschluß eingebaut habe, klipse ich es zur Zeit mit einer Buchbinderklammer zu, aber irgendwie gefällt mir das nicht so gut. Vielleicht nehme ich dafür lieber eine Riesenbüroklammer oder so.

Bei YouTube findet man viele Junk Journal Tutorials, bei denen die Macherinnen viele teure Papiere einbinden oder teure Extras (Scrapbooking-Papier, gekaufte Tags und Aufkleber etc.) verwenden. Bei meinem Junk Journal habe ich darauf verzichtet und wirklich nur Altpapier verwendet, also nicht einmal Origamipapier oder ähnliches, was ich hier so rumfliegen habe.

Beim Art Journaling verwende ich immer Aquarellpapier und ich hatte etwas Sorge, daß das dünne Papier im Junk Journal durchweichen könnte, wenn ich es so stark bearbeite wie sonst auch, aber mit einer Schicht Gesso drunter geht es doch ziemlich gut. Ich achte trotzdem darauf, nicht so stark zu reiben und das Papier immer gut trocknen zu lassen, bevor ich die nächste Schicht auftrage.

Ich habe bisher das Gefühl, daß es für mich beim Junk Journal schon ein anderes Arbeiten ist. Bei den fertig gekauften Büchern habe ich manchmal das Gefühl, ich sollte am besten nur schöne Seiten produzieren, aber bei diesem UWYH-Projekt fühle ich mich freier, auch einfach mal zu experimentieren oder etwas zu vergeigen (was ich eigentlich nie mache, weil ich im Grunde alles schön finde und es vor allem auch einfach total viel Spaß macht).

Ich habe auch festgestellt, daß ich mich zur Zeit total zur abstrakten Malerei hingezogen fühle, weil sie soviel Freiraum für Experimente bietet und mir auch den Druck nimmt, irgendwas Vorzeigbares produzieren zu „müssen“.

Alles in allem habe ich gerade viel Freude an dem ganzen Projekt.

Thrifty Thursday #38

Diese Woche habe ich ein tolles Angebot gefunden. Ich benutze seit Jahren eine bestimmte Art von Notizbuch, das normalerweise rund 20 € kostet. Jetzt gab es mal ein Angebot für 13,30 € pro Stück und da habe ich mir direkt mal sechs gekauft, für Sprachlernnotizen, mein Lesetagebuch etc. Ich habe auch schon mal andere Notizbücher ausprobiert, aber oft mag ich das Papier nicht, z.B. weil die Schrift sich stark durchdrückt. Jetzt jedenfalls bin ich erstmal gut versorgt.

Beim Einkaufen haben wir doch tatsächlich endlich mal Mandeln bekommen :lol: Da haben wir jetzt ein wenig aufgestockt, denn wir hatten überhaupt keine mehr.

Eine Frau, bei der ich im kommenden Jahr einen Art Journaling Kurs gebucht habe, bietet einen kostenlosen Adventskalender (20 statt 24 Tage) für Mixed Media an, für den ich mich eingetragen habe. Es gibt ja richtige Listen mit Online-Adventskalendern, wo man was gewinnen kann, aber dabei mache ich nicht mit – hinterher gewinne ich tatsächlich noch irgendwelche Dinge, die ich gar nicht brauche :lol: Aber sowas Kreatives finde ich schon sehr cool und nehme gern teil.

Thrifty Thursday #37

Diese Woche mache ich wieder den Monatsabschluß, weil wir vor dem 1.12. nicht mehr einkaufen gehen werden. Im November haben wir ein paar Vorräte aufgestockt, insbesondere wieder Dinge, die im letzten Winter einfach knapp waren, wie Hefe, Mehl, Nüsse und Co. (ganze Mandeln sind seit ca. einem Monat nirgendwo zu bekommen). Außerdem haben wir ein paar Angebote in größerer Menge mitgenommen wie etwa Waschmittel, Cola, Mangos und Hack (die letzteren beiden haben wir zum Großteil eingefroren, so daß wir noch eine Weile was von den Sachen haben werden). Neben den Vorräten gehören auch immer non-food-items wie Drogerieartikel, Katzenleckerlies usw. zur Gesamtsumme unserer Einkäufe dazu. Das verwässert natürlich beides den Gesamtbetrag, vom dem wir hier jeden von uns vieren pro Tag ernähren. Rechne ich also Vorräte und non-food-items hinzu, haben wir November jeden von uns pro Tag von rund 4,34 € ernährt. Da mich interessiert hat, wieviel uns allein das Essen kostet, habe ich mir mal die Mühe gemacht, aus allen Bons herauszusuchen, was kein Essen war (Vorräte blieben drin, aber Katzenleckerlies, Drogeriekram etc. habe ich rausgerechnet). Dabei komme ich auf 2,95 € pro Person und Tag – und dabei werden ja auch noch Vorräte angesammelt. Finde ich sehr cool.

Mein Mann und ich haben jetzt auch mit der Speiseplan-Planung für die Weihnachtswoche angefangen. Für uns hat es sich bewährt, das bereits im November zu machen und dann auch schon alle Sachen einzukaufen, die man gut bevorraten kann – und insbesondere mit Corona ist man ja doch froh, wenn man sich nicht lange im Laden aufhalten muß. Das Einzige, was wir in der Weihnachtswoche noch einkaufen müssen, sind Frischkram und Fleisch.

Im Moment ist ja Black Week (fällt jemandem was auf?) und ich merke, wie stark ich mich von Shopping distanziert habe. Ich mache ja dieses Jahr kein No-Spend-Year oder so. Mein Ziel war es lediglich, noch bewußter zu kaufen und noch genauer hinzugucken, wohin mein Geld wandert. Ich habe gemerkt, daß ich Anfang des Jahres noch mehr Energie dafür brauchte, Shopping-Impulse oder -Ideen zu zügeln, aber inzwischen fühle ich mich – was ich ganz schön kraß finde – regelrecht peinlich berührt, wenn es um solche Konsumschlachten wie Black Week oder Weihnachten geht. Es fühlt sich stressig und überfrachtet an. Der Prospekt von Aldi war diese Woche über 50 Seiten stark und ich bin immer wieder ganz schön baff, was Menschen scheinbar alles kaufen.

Unser Weihnachten wird dieses Jahr sehr minimalistisch. Darüber schreibe ich nochmal mehr. Als erstes fange ich dieses Wochenende mit einem Use-What-You-Have-Kerzengesteck an. Ich hatte mir vor ein paar Jahren mal eine rote Stumpenkerze mit Goldsternchen gekauft, die seither im Schrank rumliegt. Die will ich in eine Holzschale stellen und ein wenig Tannengrün drumherum verteilen, das ich hoffentlich beim Tannenbaumverkaufsbauern in unserem Kaff geschenkt bekomme (ich will ihn fragen, ob er etwas übrig hat – wenn nicht, dann eben nicht, aber eigentlich schneidet er beim Baumverkauf unten immer noch ein wenig runter). Geld für Deko gebe ich ja dieses Jahr nicht aus 🙂

Thrifty Thursday #36

Diesen Eintrag schreibe ich mal wieder im Bett sitzend, dank der neusten Entzündung. So allmählich kriege ich darin echt Routine :roll:

Im November gibt es in dem Onlineshop, in dem ich immer meine Pflegeprodukte (nicht Hauptpflege, sondern Pflegeversorgung) bestelle, einen Rabatt von 10% auf alles. Viel ist das nicht, aber ich habe trotzdem meine Produkte für mehrere Monate bestellt – sie kommen ja eh weg, warum also nicht?

Bei Aldi gibt es diese Woche „Wetteräpfel“, also Äpfel, die durch verschiedene Wetterlagen Defekte wie kleine Druckstellen, Verwachsungen oder ähnliches bekommen haben. Drei Kilo davon bekommt man für 1,99 €, so daß der Mann direkt mal zwei Säcke gekauft hat. Jetzt werden wir wird er daraus einen großen Pott Apfelmus aus dem Slowcooker kochen und wohl auch einen veganen Apfelkuchen mit Cashew-Schmand backen. Mir ist aufgefallen, daß diese Äpfel alle sehr aromatisch duften und schmecken (hatte tatsächlich schon lange nicht mehr so tolle Äpfel).

Zur Restverwertung machen wir heute ein Brotgratin mit Pilzen, Schinken und Rahmsauce – hatten wir noch nie, klingt aber in der Therorie schon mal gut 😉 Dazu werden Zwiebeln mit Knobi und Chili in etwas Öl angebraten, dann kommen Schinken und Pilze dazu und zuletzt eine Cashewsahne, die kräftig mit Brühe und Pfeffer abgeschmeckt wurde. Wenn die Sauce sämig geworden ist, wird sie mit altbackenem Brot in eine Form geschichtet. Käse drauf, überbacken und fertig. Das ist nach Brotgratin mit Zwiebeln bzw. mit Bolognese unser drittes Rezept dieser Art für altes Brot.

Ansonsten habe ich mir mal wieder ein Grammatikbuch für spanische Verbformen aus dem Fundus geschnappt, in dem ich jetzt ein bißchen arbeite. Das geht auch im Bett.

Thrifty Thursday #35

…diesmal am Freitag 🙂

Vor ein paar Tagen habe ich ein Buch gewonnen, yay 😀 Ich werde damit an einer autorenbegleiteten Leseaktion teilnehmen – bin schon sehr gespannt, denn sowas habe ich noch nie gemacht. Zeitlich paßt es eigentlich gerade nicht so gut, weil offenbar sämtliche Bücher, die ich teilweise bereits im August bei den Bibliotheken hier bestellt hatte, genau JETZT zurückgegeben werden :eye: Mein SUB ist also gerade recht hoch.

Diese Woche habe ich mir Bettwäsche gekauft. Im letzten Jahr hatte ich mir drei Sets von meiner Lieblingsfirma gekauft, aber nur eins davon nutze ich wirklich. Die beiden anderen sind mir zu flanellartig (warum auch immer, denn die Materialbezeichnung ist dieselbe wie beim dritten Set). Also habe ich jetzt nochmal eins gekauft wie das, was ich gern benutze (jedenfalls hoffe ich, das es diesmal dasselbe Material ist…). Für mich ist das immer supernervig, wenn sich die Qualität eines Materials ändert oder wenn Dinge nicht genau das Maß haben, das draufsteht.

Außerdem habe ich diese Woche wieder Kleinanzeigen einstellen können. Bin auch direkt zwei sperrige Dinge losgeworden: ein grauenhaftes Schachspiel aus Marmor von meinen Eltern und ein Puppenbett. Jetzt hoffe ich, daß es mit den anderen Sachen auch noch klappt.

Thrifty Thursday #34

Der Mitbewohner und ich wollten mal wieder Käseschnitzel essen. Dafür braucht man pro Person eine dickere Scheibe Käse, die paniert und ausgebacken wird. Normalerweise kaufen wir den mittelalten Gouda bei Aldi am Stück, da kostet ein Stein (das sind rund 500 g) 2,89 €. Da der Mann – unser Koch – aber meinte, er würde das nicht so schön geschnitten kriegen und den Käse daher lieber an der Theke kaufen, haben wir das halt mal gemacht. Und ich habe fast einen Herzinfarkt bekommen, als wir den Preis gesehen haben. Käse ist teurer als Fleisch. Vier Käseschnitzel = 10 € :shock: Damit sprenge ich den Preis von 1 bis 2 € für die Hauptmahlzeit pro Person aber gewaltig. Gut, jetzt haben wir das mal gemacht und werden daraus lernen, aber interessant finde ich vor allem, wie ich darauf reagiere. Früher war ich jemand, der den Speiseplan für die Woche nach Lust und Saison geplant hat, heute gucke ich erstmal in die Angebote. Das war eine sehr große Umstellung und scheinbar ist sie mir bereits in Fleisch und Blut übergegangen :lol: Wenn diese Käseschnitzel nicht mit Gloriole aus der Pfanne kommen, werde ich enttäuscht sein :lol:

Die Käseschnitzelnummer hat bei mir auch Gedanken zum Thema „Sparsamkeit und bewußter Einkauf“ im Kontext von Fleischprodukten aus Stallhaltung ausgelöst. Ich kaufe kein Bio-Fleisch, wie ich überhaupt nur da Bio kaufe, wo es nicht anders geht (ein Selbstbild, von dem ich mich schon vor einer Weile verabschiedet habe: der Öko). Wenn ich Fleisch nur vom Bauern bekäme, wo ich das Schwein beim Namen kenne, würde ich es nicht kaufen oder essen. Ich würde auch kein Tier selbst schlachten. Ich habe mit dem Autismus verknüpfte Eßstörungengewohnheiten, die ich heutzutage mehr gewichte als Tierwohl, Ökoanbau oder sonstiges, und es war sehr hart, auf diesem Standpunkt anzukommen. Ich gebe mir auch alle Mühe, diesen Standpunkt beizubehalten, weil ich es geil finde, mehr Dinge essen zu können als früher (13 Schuljahre habe ich mit einer Sorte Brot, einer Sorte Margarine und einer Sorte Salami überstanden, falls das jemanden interessiert). Über die Haltung der Tiere mache ich mir keine Illusionen, aber auch keine Gedanken mehr. Würde ich das tun, würde das wieder meine Eßstörungen triggern. Für mich ist ein Nebeneffekt dieser Entscheidung, daß ich nur Fleisch beim Discounter bzw. zwei Dinge beim normalen Supermarkt an der Theke kaufe. Damit spare ich Geld. Ich spare kein CO2, kein Tierleid, kein gar nix – nur Geld (und Eßstörungen). So ist das halt, Ende.

Im Augenblick wollen wir jede Woche ein neues Rezept aus einem selten oder nie genutzten Kochbuch machen, um zu sondieren, welche Bücher wir echt benutzen mögen und welche nicht. Letzte Woche gab es die Weizensuppe (ich gebe zu, das klingt irgendwie nach Knastfraß, sie war aber so lecker, daß wir sie wieder machen werden), diese Woche ist es ein Nudelgratin mit Fenchel und Schinken, das aus einem Kochbuch von Alfred Biolek stammt. Wir werden es allerdings abwandeln und den gewürfelten Fenchel in der Pfanne garen und dann in Cashewsahne ertränken, bevor er zu den Nudeln kommt. Und statt gekochtem Schinken nehmen wir Schwarzwälder. Ein Kochbuch haben wir auf diese Weise übrigens schon aussortiert bekommen – da war einfach absolut nix drin, was ich für die Woche hätte kochen mögen. Der Plan geht also auf 🙂

Der Händler, der die alten Gläser meiner Eltern ankaufen wollte, hat sich endlich gemeldet und behauptet, es seien fünf Gläser defekt angekommen. Glauben tue ich das nicht, denn das Zeug war bombig eingepackt mit Zeitungspapier, Noppenfolie, Styropor etc. Aber ich habe trotzdem dem reduzierten Preis, den er bezahlen will, zugestimmt, weil meine Horrorvorstellung war, daß er mir die Gläser zurückschickt. Raum ist mir wichtiger als Geld, das habe ich ja schon geschrieben. Ich habe ihm jetzt auch noch Porzellan geschickt und bin mal gespannt, was davon alles angeblich zerbrochen ankommt. Der Mitbwohner hat ihm übrigens auch altes Porzellan gesendet und wir haben Wetten abgeschlossen, wie defekt seine Sendung sein wird :twisted: Diese Woche geht es meiner alten Barbie-Sammlung an den Kragen. Ich habe noch Puppen aus den 80ern, einen Whirlpool, ein Pferd, einen Hund, einen Papageien und andere Dinge mehr. Drei große Kisten voll. Mal gucken, ob die jemand will. Zur Zeit warte ich noch darauf, daß ich wieder Kleinanzeigen kostenlos aufgeben kann, aber wenn es soweit ist, bin ich vorbereitet.

Der Mitbewohner hat neulich auch noch Bilder von unseren Kellerregalen gemacht, denn ich komme ja seit zwei Jahren nicht die Treppen runter. Da haben wir auch schon wieder Zeug rausgeworfen. Teilweise will der Sohn Sachen für seine Aussteuer haben, teilweise kommen Sachen in die Verschenkekiste und teilweise werfe ich Dinge auch direkt weg. Nur ein Kaffeeservice meiner Eltern haben wir gerettet (wieviel Porzellan brauchte man eigentlich in den 80ern, um sich gut ausgestattet zu fühlen?). Das ist eine nicht mehr erhältliche Serie von Villeroy und Boch und sehr schön. Jedenfalls eigentlich. Bei mir kramt sie auch wieder Erinnerungen hoch und die Winztassen kann ich nicht mal richtig fassen. Ob ich sie doch rauswerfen soll? :-k Ich hadere noch.

Und last but not least habe ich Schmuck aussortiert, den ich nicht mehr tragen werde, und dafür eine dankbare Abnehmerin gefunden, die das als ihr Weihnachtsgeschenk von mir akzeptiert. Da freue ich mich! Einen Teil wird sie tragen und einen Teil umarbeiten, denn sie perlt selbst gern. Super Sache.

Thrifty Thursday #33

Nachdem ich am letzten Wochenende endlich alle Akten und Dokumente geschreddert hatte, habe ich mir gleich unsere Kochbücher und -zeitschriften vorgenommen. Im Laufe der Jahre habe ich nämlich nicht nur einige gekauft, sondern auch geschenkt bekommen bzw. geerbt. Als z.B. die Tante des Mitbewohners gestorben ist, mußte ihre Bibliothek aufgelöst werden, und so haben wir vielleicht 500 oder 600 Kochbücher geerbt, von denen wir allerdings den Mammutteil schon wieder verschenkt hatten (sie hatte z.B. viele Bücher über traditionelle bayrische Küche, was nicht so unser Ding ist). Ich merke auch hier wieder, daß mit manchen Kochbüchern Idealvorstellungen von mir selbst und von meiner Ernährung verbunden sind, die für mich nicht mehr passen (warum habe ich ein Buch mit veganen Torten? Sowas mache ich doch nie…). Andere Bücher haben einen sentimentalen Wert und manche, die ich nie benutzt habe, haben sich als richtig coole Fundgruben herausgestellt. Mein Kochbuchschrank sieht jetzt schön übersichtlich aus. Es gibt nur ein paar Bücher, bei denen ich mir unsicher bin, ob ich sie behalten oder weggeben soll. Mein Mann und ich haben beschlossen, daß wir ab sofort jede Woche ein Rezept, das wir noch nie gemacht haben, aus den übriggebliebenen Büchern machen wollen. So merkt man ja auch, was zu einem paßt und was nicht. Apropos: was ich nicht angetastet habe, ist meine Jamie-Oliver-Sammlung :love:

Die Versicherung, bei der ich mit meinem E-Dreirad war, hat sich bei mir gemeldet und mir angeboten, daß ich denen das Nummernschild schicke und sie mir einen Restbetrag erstatten. Dürften so rund 25 € sein. Das fand ich sehr anständig von denen und habe das Angebot natürlich gern angenommen.

Der Mitbewohner hat sich ein wenig vom Jagdfieber anstecken lassen und wälzt jetzt auch öfter Angebotsprospekte im Netz, so daß wir uns gegenseitig auf gute Deals hinweisen :mrgreen: Diese Woche gab es ein paar Dinge, die wir immer mal wieder brauchen: Chips, Cracker, Mangos, Pesto. Da haben wir zugeschlagen. Nach dem Wocheneinkauf konnte ich auch das erste Mal ausrechnen, wie gut wir mit dem neuen Budget für’s Essen hingekommen sind. Wir sind 111 € unter der veranschlagten Summe geblieben, obwohl wir auch noch Cola und Passata aufgestockt haben, yay! 😀 Im Oktober haben wir also vier Leute für jeweils 4,08 € pro Tag bei drei Mahlzeiten und einem Snack ernährt – d.h. de facto sogar für weniger, weil in dieser Summe bereits Cola incl. Pfand, Passata und andere Vorräte wie Pesto, Mehl, Mangos, Nüsse, Speck etc. dabei sind. Der Satz für Lebensmittel bei Hartz-4 liegt bei Erwachsenen übrigens bei 5,09 € pro Tag…da hätte ich jetzt also sogar noch 121 € übrig.

Thrifty Thursday #32

Als ich neulich schrieb, daß wir soweit mit den Kisten durch seien, stellte sich heraus, daß dem nicht so war :shock: Da wir immer mal wieder umgepackt und aussortiert hatten und die Dokumentation nicht mehr korrekt war, tauchten „plötzlich“ noch andere Kisten auf. Orrrrr…! Und dann kramte mein Sohn im Keller noch mehr Kisten hervor. OOORRRRRR!!! Ich bin allmählich echt genervt von dem ganzen Zeug, auch wenn vieles schön ist und den Namen „Zeug“ gar nicht verdient. Ich mag keinen Staub mehr an den Händen und im Gesicht haben, ich will mein Zimmer wieder so leer wie sonst haben und ich mag auch keine unfreundlichen oder dummen Mails von Kleinanzeigenleuten mehr kriegen, hmpf!! Mit dem Rollstuhl und der begrenzten Zeit, die ich es in meinen zu engen Schuhen aushalte, ist es auch schwierig, alles abzuarbeiten. Jedenfalls am Stück, wie ich das gern würde. Es dauert halt :roll:

Ein paar Dinge habe ich jetzt Händlern angeboten, und immerhin einer hat schon zugesagt. Sind die Dinge die „Werte“, von denen meine Eltern sprachen? Absolut nicht. Sie waren mal teuer, sind es aber heute nicht mehr. Bei vielen Stücken kann ich mich nur fragen „WTF?!“. Wenn ich darüber nachdenke, daß sich der große Lebenstraum meiner Mutter nie erfüllt hat, weil nie „genug“ Geld da war, und dann sehe, was meine Eltern sich für teure und völlig unnütze Sachen gekauft haben, dann hinterläßt das schon einen etwas bitteren Nachgeschmack. Es motiviert mich aber auch, meine Ziele zu erreichen…

Diese Woche habe ich therapeutisches Schreddern betrieben. Das ist Schreddern von Dokumenten, mit denen traumatische Inhalte verknüpft sind (ich glaube, diese Disziplin gibt’s in der Verhaltenstherapie noch nicht, aber sie wirkt Wunder). Wenn ich teilweise überfliege, mit was für einem Schrott ich mich in meinem Leben schon auseinandersetzen mußte, werde ich richtig wütend, und das dann durch den Schredder zu jagen, ist sehr befreiend :mrgreen: Aber auch da ist noch kein Ende in Sicht. Bisher sind wir ein paar Umzugskisten voller Papierfitzel losgeworden und es werden sicher noch ein paar mehr werden.

Meine frugalen YouTuber haben jetzt oft davon gesprochen, daß die Supermärkte in den USA und auch im UK allmählich die Preise für Lebensmittel wie Mehl, Zucker, Öle etc. anheben. Bei uns habe ich das nicht beobachtet, aber ich nahm das zum Anlaß dafür, ein paar Basisvorräte aufzustocken. Meine schlimmsten Befürchtungen bzgl. eines neuerlichen Lockdowns bestätigen sich ja bisher nicht und so hoffe ich mal, daß es nicht wieder einen irrationalen Run auf Mehl, Hefe, Pasta etc. gibt. Aber wenn, dann bin ich vorbereitet :mrgreen:

Die neue Kontosituation daheim erfordert starkes Umdenken. Oft müssen wir einzelne Posten auseinanderklamüsern. Wie soll was verrechnet werden, wer trägt welchen Anteil an Anschaffungen, die alle benutzen, wie trägt man dreimal hin- und herverrechnete Posten überhaupt ein? Es ist anstrengend und oft verwirrend für mich. White Outs bei Zahlen helfen leider auch nicht. Da ist es gut, daß wir immerhin miteinander reden und einen Weg finden können. Meine Wut über das Geschehene läßt allmählich nach, weil ich mich nach vorn orientiere. Jetzt ist es anders und in Zukunft soll es für mich noch übersichtlicher werden, durch noch mehr Vereinfachung. So habe ich die Versicherung für mein Elektrodreirad gekündigt und in dem Zug hat der Mann nochmal unsere Autoversicherung durchgeguckt. Es war ganz schön überraschend, daß ein Direktversicherer doppelt (!) so teuer ist wie eine andere Versicherung bei selber Leistung, aber das haben wir jetzt natürlich auch umgebucht. Beides spart uns monatlich satte 36 €- das sind 433 € jährlich! Überhaupt ist das meine größte Lektion in diesem ersten Jahr mit Frugalismus: Kleinvieh macht eine Menge Mist!

Das Gefühl, das diese Zeit gerade begleitet, ist bleierne Erschöpfung bei hohem Blutdruck. Ich fühle mich so zugeballert mit Aufgaben und Zeug, also mental und körperlich bedrängt und voll, kann aber nicht entspannen. Dazu kommt auch noch, daß aus einem Zahnarzttermin diese Woche plötzlich noch zwei weitere geworden sind, weil es Probleme gab. Warum ausgerechnet dieses Jahr, wo ich nicht einmal gehen kann? Es nervt. Immer wieder richte ich den Blick in die Zukunft, wo ich dann wohl immer noch mit den eigenen Zähnen essen können und nicht von Kisten in meinem neuen Zuhause erschlagen werde…

Thrifty Thursday #31

Es gibt einen großen Fortschritt beim Aussortieren zu verzeichnen. Wir haben fast die Hälfte unserer Kisten geleert und dabei den Altkleidercontainer und unsere Altpapiertonne gut gefüllt  (und der Schredder läuft hier jeden Abend) 🙂 Ich habe einen Schwung Bücher verkauft, zum ersten Mal an einen kommerzieller Anbieter gebrauchter Bücher. Mit dem ganzen Prozeß bin ich sehr zufrieden und ich habe auch den vollen Preis, der mir nach dem Scannen der Bücher anzeigt wurde, bekommen. Ich habe zudem ein paar Dinge bei den Kleinanzeigen angeboten, aber irgendwie sind da ganz schön viele schräge Vögel unterwegs. Leute, die Termine zum Abholen ausmachen, und denen dann am nächsten Tag plötzlich einfällt, daß sie lieber morgens kommen wollen, dann ohne einen Termin abzumachen vor der Tür stehen und sich wundern, daß keiner öffnet. Leute, die schreiben, daß sie eine Sache kaufen möchten, sich dann aber nicht mehr melden. Leute, die nach Versandkosten fragen, und die für überteuert halten, selbst wenn man denen für die Verpackung nichts berechnet und eine Bücher- und Warensendung nunmal 1,90 € kostet. Leute, die Fragen stellen wie „kann das Buch auch Spitze?“ (ich antworte bei sowas immer, daß es das natürlich kann, wie alle Bücher, lol!). Leute, die einen Preis einfach mal halbieren und denken, das Porto wäre da auch schon drin. Schräg halt. Persönlich nehme ich das natürlich nicht, aber es nervt mich durchaus, daß diese Menschen mir Zeit und Energie rauben, auch wenn es immer nur ein paar Minuten sind (das läppert sich doch auch).

Verkauft habe ich diese Woche auch mein Elektrodreirad, das ich mir vor zwei Jahren, kurz bevor ich so krank geworden bin, gekauft hatte. Ich bin keine 100 km damit gefahren. Es jetzt zu verkaufen, war eine rationale, keine emotionale Entscheidung. Die Hoffnungen, die mit dem Kauf verbunden waren (ich komme an Orte, die ich mit dem Rollstuhl nicht erreiche, und fange plötzlich an, das Kaff hier zu mögen), haben sich nicht erfüllt. Ein schöner Bach oder ein hübscher Feldweg würden nichts daran ändern, daß ich hier nicht bleiben werde. Da ich in der Zukunft kein Haus mehr haben will, ergibt sich so das Problem, wo das große Dreirad stehen sollte, denn man könnte es nicht mal eben in den Keller bringen oder gar mit in die Wohnung nehmen. Und wenn ich es länger rumstehen lassen, ist der Wertverlust nochmal größer, als wenn ich es jetzt abgebe. Der Händler, von dem ich es hatte, hat es zurückgekauft und auch abgeholt. Ich bin ehrlich froh, daß das alles so smooth über die Bühne ging.

Mein Mann hat sich seine Elektrokisten vorgenommen. Da waren noch so Antiquitäten wie unsere ersten Handys aus den späten 90ern drin :lol: Übrig ist jetzt nur noch eine einzige Kiste mit Elektrosachen, whoo-hoo!! Um ab sofort eine bessere Übersicht über die ganzen Kisten auf dem Dachboden zu haben, haben wir beschlossen, doch nochmal alles genau zu dokumentieren und ein neues Archiv anzulegen. Dazu bekommt erstmal jede Kiste einen bunten Punkt – jede Farbe ist einer Person zugeordnet. Dann werden wir die Inhalte der Kiste photographieren und beschreiben. Das alles wird in eine Liste eingetragen. Und so die Technik will, wird es damit in Zukunft leichter, Dinge bzw. Kisten wiederzufinden. Ich denke, während dieser Aktion werden auch noch mal Dinge auftauchen, die wir weggeben werden…

Ich habe beim Durchsehen der ganzen Sachen festgestellt, daß ich gern eine Erinnerungsbox hätte, ungefähr so groß wie eine Keksdose. Da ich damit gar nicht erst in die Versuchung komme, sperrige Dinge aufzuheben, werde ich von vielen Dingen Photos machen, sie ausdrucken und dann in die Box legen. Von bestimmten Sachen werde ich einen Teil behalten, wie etwa einen Knopf von einem früheren Lieblingsteil oder eine Karte von einem ehemaligen Quartettspiel. Dafür bin ich jetzt schon fleißig am Sammeln.

In der Küche haben wir diese Woche mal ein paar ältere Gewürzmischungen, die ich vor einer Weile in einem Adventskalender hatte, in unsere Brote gegeben. Es war doch überraschend, wie gut ein Fisch- oder ein Bratengewürz als Brotgewürz taugen 🙂 Diese Woche haben wir auch mal ein neues Naan-Rezept ausprobiert. Ausbaufähig, würde ich sagen. Abgesehen davon haben wir mal ein paar Vorräte aufgefüllt: grüne und gelbe Linsen, Passata und solche Sachen.

Thrifty Thursday #30

Als wir neulich nach Hause gekommen sind, habe ich von meiner Rollirampe aus etwas Interessantes in unserem Kompost entdeckt:

eine Mini-Avocado! Ich habe schon öfter gesehen, wie Leute versuchen, einen Avocadokern zum Austreiben zu bewegen, und nun ist uns das zufällig geglückt 🙂 Leider wird die Avocado aber wohl nicht den Winter überleben, denn ich werde sie nicht reinholen. Ich habe gar keine Zimmerpflanzen und werde damit jetzt nicht anfangen. Trotzdem fand ich das cool 🙂

Am letzten Wochenende haben wir einen wichtigen Schritt vollzogen: nach zwölf Jahren mit einem quasi-gemeinsamen Konto mit dem Mitbewohner haben wir die Kontrotrennung vollzogen und ein langes Gespräch darüber gehabt, wie wir unsere Finanzen künftig organisieren werden. Ich bin froh, daß wir das erledigt haben, und mir geht es jetzt nach zwei sehr schlechten Wochen allmählich besser. Alles fühlt sich nun nach Neubeginn an, und wenn alles gut läuft, dann ist es in vier, fünf Jahren soweit. Bis dahin tue ich genau das, was ich mir Anfang des Jahres vorgenommen habe: ausmisten und Geld sparen.

Mit dem Ausmisten ging es jetzt direkt weiter. Netterweise hat mein starker Sohn mir neulich x Kisten vom Dachboden runtergeholt, die ich nach und nach durchsehe. Ich teile die Dinge in drei Kategorien: behalten, verkaufen, verschenken. Das, was ich nicht verkaufen kann, werde ich dann ebenfalls verschenken. Habe in letzter Zeit viel über die Motive nachgedacht, warum ich bestimmte Dinge behalte  wie z.B. sauteure Gläser meiner Eltern, die nur an Sonn- und Feiertagen benutzt wurden. Sie liegen seit 16 Jahren in einer Schachtel im Keller und da ich überhaupt keinen Alkohol trinke (und auch keinen Sinn darin sehe, mein Leitungswasser aus so einem Schätzchen zu schlürfen), kommen sie jetzt weg. Mein Motiv für das Behalten war, daß meine Eltern viel Geld für die Gläser bezahlt haben und sehr stolz auf sie waren. Aber MIR sind sie nur im Weg, ich finde sie unpraktisch und eigentlich auch eher häßlich, lol. Naja, uns so ist es mit vielen Dingen, die ich nur deswegen habe, weil sie an bestimmte Vorstellungen gebunden sind – auch Bilder, die ich gern von mir selbst hätte. Alles in allem sehr fordernd, nicht nur körperlich.

Bei den letzten Dachbodenrunden habe ich immer noch Dinge aufgehoben, die eher schlechte Gefühle aufrührten oder sogar mit verletzenden Vorkommnissen direkt verbunden waren. Ich merke, daß es jetzt, wo mir das klar ist, etwas leichter geht, mich von ihnen zu trennen, aber oft spukt noch das ein oder andere „es war aber doch nett gemeint“ oder sein Kumpel, das allmächtige „es hat aber doch Geld gekostet“ in meinem Kopf rum. Ja nun, wird schon. Ich bin angesichts der Berge von Zeug, die ich wieder loswerden will, ganz schön froh, das nicht erst dann zu machen, wenn ein Umzug ansteht. Mein Mann hat sich anstecken lassen und unseren Papierkram auf ein Viertel reduziert. Es ist zwar lustig, wenn man Kontoauszüge von vor 20 Jahren durchguckt, aber wozu wir die noch hatten, weiß keiner mehr. Allerdings mußten wir dazu nun in einen Aktenschredder investieren, denn diese Berge von Papier hätten wir anders nicht sinnvoll vernichtet bekommen. Sie werden also nach und nach geschreddert und dann entsorgt.

Ich hatte auch noch einen sehr coolen Moment mit meinen Kisten. Als ich vor einigen Jahren viel geschwommen bin, habe ich viel abgenommen. Jetzt, nach zwei Jahren Rollstuhl und bla, ist alles wieder drauf. Blöderweise passen jetzt natürlich auch meine kleineren Klamotten nicht mehr und ich hätte mir eine neue Herbst-/Winterjacke kaufen müssen. Aber in einer Kiste waren sogar noch zwei Jacken in der großen Größe drin – wie neu, quasi ungetragen (weil kurz vorm Abnehmen gekauft) und so groß, daß ich sie auch im Rolli sitzend zubekomme. Geil! 😀

Aus unseren Schränken/Kisten zu shoppen (wie es viele frugale YouTuber so schön sagen), klappt auch beim Essen immer noch super, obwohl wir in den vergangenen Monaten schon eine Menge wegbrauchen konnten. Zuletzt haben wir ein kleines Glas Amarenakirschen und ein paar vegane Aufstriche aufgebraucht. Für unser UWYH-Essen gehen wir nach wie vor nicht separat einkaufen. Diese Woche z.B. hatten wir eine kleine Menge Salzkartoffeln für jeden übrig und haben dazu aus gelben Linsen, etwas TK-Spinat, Zwiebeln, einem Rest Ingwer, Chili und Charan Masala ein sehr leckeres Curry gekocht – fertig.

Und nachdem ich zur Zeit soviel budgettiert habe, habe ich jetzt angefangen, Lebensmittelpreise zu tracken und auszurechnen, wie teuer unsere Mahlzeiten sind. Ich mache das nicht, weil wir hier auf den Cent genau rechnen (müssen), sondern einfach weil es mir Spaß macht (das darf gern unter „eine neue Aspie-Schrulligkeit“ verbucht werden :winken:). Ich weiß jetzt z.B. daß ein Burger im Brötchen mit Käse und Röstzwiebeln zusammen mit Pommes, Erbsen und Kräutermargarine rund 1,70 € pro Portion kostet. Ich selbst hätte das deutlich teurer eingestuft (der Rest der Familie übrigens auch). Sowas finde ich spannend 🙂