Thrifty Thursday #20

Seit wir wieder öfter Pasta machen, haben wir auch überlegt, es mal mit Gnocchi zu versuchen. Meine Mutter hat früher „schlesische Knödel“ gemacht, für die am Vortag übrig gebliebene Salzkartoffeln zerdrückt und mit soviel Mehl verknetet wurden, bis der Teig nicht mehr geklebt hat. Dann wurde die Masse zu dicken Rollen geformt, in Scheiben geschnitten und in Salzwasser gargezogen. Dazu gab es dann Apfelmus oder fetten Speck, der ausgelassen wurde. Ich war also recht zuversichtlich, daß es nicht allzu kompliziert werden würde, denn viel anders sind Gnocchi ja auch nicht. Ich habe drei Pellkartoffeln gekocht und dann zermust (da wir keine mehligkochende Sorte hatten, habe ich halt die vorwiegend festkochenden genommen und das ging problemlos). Dazu kamen zwei Eier, 1 Teelöffelchen Salz, etwas Muskat und dann eben soviel Mehl, bis der Teig gerade nicht mehr klebte. Ich habe ihn zu Rollen geformt, diese in Stückchen geschnitten und jedem Klößchen noch ein Muster mit der Gabel verpaßt. Fertig. Dazu gab es eine Béchamel mit einem Reststückchen Pancetta, Zwiebeln, Knobi, Muskat und Blattspinat. So gut!

Ich glaube, der Trick war, daß der Teig im Inneren immer noch recht naß und fluffig war. Hätte man Mehl mehr dazugegeben, wären die Gnocchi bestimmt gummihart geworden.

Demnächst möchte ich mal eine Portion Gnocchi zum Einfrieren machen. Seit wir unseren Gefrierschrank effektiver nutzen, ist das, was wir täglich kochen, wirklich nochmal interessanter geworden.

Jedenfalls ist von diesem Gnocchigelage eine Riesenmenge Sauce übrig geblieben, die wir direkt eingetuppert und in den Kühlschrank verfrachtet haben. Am kommenden Tag haben wir Nudeln gekocht, die Sauce nochmal warm gemacht und etwas verdünnt und zusätzlich einige Cherrytomaten, die sowieso wegmußten, dazugegeben. Und das beschreibt ganz gut, wie wir gerade kochen und planen: keine Speiseabfälle, alles aufbrauchen und allgemein nicht so sehr am Rezept orientiert.

Ein weiteres tolles Essen, das es heute gab, ist der Brotauflauf. Wir backen regelmäßig selbst und manchmal bleiben die Enden oder auch mal ein paar Scheiben altbackenes Brot übrig. Diese Reste sammeln wir in einer Tüte im Gefrierschrank. Wenn diese fast voll ist, benutzen wir das Brot für ein Abendessen. Für den Brotauflauf haben wir ein paar Gemüsezwiebeln in wenig Öl angebraten, dann 1 EL Mehl dazugegeben und das Ganze mit frischer Gemüsebrühe aufgefüllt (ca. 1 Liter). Nach ein paar Minuten ist diese Mischung ein wenig angedickt und wird über das altbackene und aufgetaute Brot gegeben. Käse drauf und ab in den Ofen. Schmeckt im Grunde wie eine sehr dickliche Zwiebelsuppe und ist wirklich sehr lecker.

Thrifty Thursday #19

Kleiner Einkaufsklönschnack: wir hatten wieder Glück und haben Dinge im Angebot bekommen, die wir eigentlich immer kaufen: Cola, Schwämme und das Reinigungsmittel, das wir in der Küche benutzen. Dafür waren Avocados diese Woche doppelt so teuer wie in der letzten: statt 0,59 € nun 1,19 €. Die Preise im Auge zu behalten, lohnt sich also schon (es sei denn, man kauft unabhängig vom Preis ein). Cola ist ja nicht besonders thrifty, allerdings teilen der Mann und ich uns seit Jahren eine Dose zum Abendbrot und ich finde, diesen Miniluxus darf man sich schon gönnen 🙂

Am letzten Wochenende haben wir Dumplings gemacht, wobei die eher wie sehr schiefe Maultaschen aussahen 🙂 Gefüllt wurden sie mit einer Mischung aus zerdrückten Kartoffeln, ausgelassenem Pancetta, Blattspinat, Zwiebeln und Erbsen. Der Mann und ich sind richtig schnell geworden, was das Füllen und Fixieren solcher gefüllten Nudeln angeht. Eine Portion wurde in frischer Brühe gargezogen, die andere Portion wanderte gleich in den Tiefkühlschrank. Demnächst also wonky Maultauschen Teil 2.

Früher, so vor 25 Jahren, haben wir viel öfter miteinander frische Pasta gemacht. Da standen wir manchmal stundenlang in der Küche und haben Spaghetti, Tagliatelle, Lasagneplatten und andere Sachen gemacht, teilweise sogar ganz abgefahrene Kreationen wie Schokonudeln. Im Laufe der Zeit, mit Kind und nach Erwerb meiner Behinderung, ist das irgendwie durch den ganzen Streß untergegangen. Das jetzt wiederzubeleben, ist richtig schön. So ein bißchen wie wieder zu sich selbst finden.

Einen Raubzug habe ich diese Woche auch noch in der Bibliothek gemacht: sechs Bücher und ein Hörbuch durften mit. Ich bin immer wieder überrascht davon, was für Schätze ich in den Bibliotheken hier finde.

Thrifty Thursday #18

Diese Woche habe ich über Sonderangebote und Vorratshaltung nachgedacht. Im Moment gibt es z.B. reife Avocados en masse zu kaufen für gerade einmal 0,59 € das Stück. Derzeit hole ich mir jede Woche ein, zwei Stück und mache damit eine ganz einfache Guacamole: ein bißchen rote Zwiebel, ein Stückchen kleingeschnittene Tomate, etwas Zitronensaft, Salz und Pfeffer. Sobald ich sie auf dem Brot habe, streue ich noch unterschiedliche Chilipulver darüber, z.B. geräucherte Jalapeñoflocken oder Habaneropulver. Echt ein Gedicht. Den Rest des Jahres finde ich Avocados meist viel zu teuer, teilweise rangieren sie bei rund 2,30 € das Stück und für den Preis kaufe ich sie nicht.

Beim Einkaufen hatten wir diesmal auch das Glück, daß wir unsere Lieblingspasta im Sonderangebot bekommen haben, für 0,77 € statt für 1,49 €. Wir kaufen dann immer 15 bis 20 Pakete und überbrücken so die Zeit bis zum nächsten Angebot. Und ein Waschmittelangebot gab es auch noch, da haben wir gleich mal zwei große Flaschen für ca. 200 Wäschen insgesamt gekauft und fast 50% auf den Normalpreis gespart.

Was wir auch noch aufgestockt haben, sind Klopapier, Hefe und Mehl, also die Dinge, die bei der ersten Corona-Welle plötzlich ausverkauft waren. Wenn ich mir die Zahlen in meiner Region angucke, scheint es mir vernünftig, vor dem kommenden Herbst, wo die Zahlen ja noch stärker ansteigen werden als sie das gerade ohnehin tun, ein Auge auf meinen Vorrat zu haben. Ich habe nun auch das Glück, genug Platz für einen größeren Vorrat zu haben, und solange der immer wieder weggebraucht und aufgefrischt wird, ist das auch okay für mich, wie ich schon mal schrieb. Eine Vorratshaltung, bei der man aus den Augen verliert, was man hat, und es dann entsorgen muß, weil es verdorben ist, ist nicht nur ineffektiv, sondern eben auch echt teuer.

Ich habe bei einer YouTuberin, der ich schon länger folge, öfters gesehen, daß sie eine Liste über ihren Vorrat anlegt und immer ausstreicht, was sie verbraucht hat. Die Idee finde ich gut, wenn man seine Lebensmittel außerhalb der Sichtweite wie etwa im Keller lagert, aber da wir quasi täglich an die betreffenden Schränke gehen, behalten wir ganz gut den Überblick. Natürlich tauchen trotzdem manchmal ulkige Dinge aus den hintersten Winkeln auf 🙂 Diese Woche war „plötzlich“ eine Dose mit Aprikosenhälften da, die schon abgelaufen sind, aber wenn sie noch gut sind, werde ich daraus am Wochenende einen schönen Blechkuchen machen.

Eine andere YouTuberin, der ich schon länger folge, hat vor einigen Tagen ein Video gepostet, in dem sie zeigt, wie sie sich eine Woche lang ausschließlich von den Dingen ernährt, die sie im Vorrat hat, und ich glaube, sie ist noch viel extremer in dem, was sie alles verwertet als ich. Sehr inspirierend jedenfalls, auch in Hinblick auf etwas verrückte Lebensmittelkombinationen wie z.B. Kirschen in einer Gemüsebolognese… na gut, das muß ich vielleicht doch nicht haben 🙂

Allgemein kann ich durch meinen Vorrat bei den Dingen, die wir gern haben (wie z.B. diese spezielle Sorte Pasta) oder ohnehin brauchen immer auf das nächste Sonderangebot warten und so Geld sparen, und das gilt auch für Verbrauchsmaterialien beim Lernen wie Minen oder Karteikarten.

Thrifty Thursday #17

Am letzten Wochenende hatten der Mann und ich Apfelmuffins gebacken, für die die Äpfel geschält verwendet wurden. Die Schale wollte ich aber nicht wegwerfen und habe sie für Apple Peel Cookies verwendet. Diese enthalten Haferflocken und sind daher per se ein wenig rustikal, so daß die feingehackte Apfelschale darin nicht unangenehm zäh wirkt.

Die Cookies sind echt superlecker geworden! Hier das Rezept:

Den Ofen auf 180°C vorheizen.

trockene Zutaten:

  • 125 g Mehl Type 405
  • 175 g Haferflocken zart
  • 100 g brauner Zucker
  • 50 g weißer Zucker
  • 1/4 TL Salz
  • 1 TL gem. Zimt
  • 1/2 TL gem. Piment
  • 1/2 TL Backpulver

Diese trockenen Zutaten miteinander mischen.  Dann die folgenden nassen Zutaten untermischen:

  • 115 g Margarine
  • 1 Ei
  • 1 TL Vanilleextrakt (oder -zucker)
  • die Schale von 3 Äpfeln, gehackt (man kann auch noch das Fruchtfleisch von 1/2 Apfel dazugeben, wenn man den gerade zur Hand hat)

Alles gut vermengen und dann ca. 24 Cookies auf zwei mit Backpapier ausgelegte Backbleche setzen. Etwa 12-15 min. backen.

Thrifty Thursday #16

Diese Woche habe ich mal ausprobiert, Kartoffelschalen zu rösten. Bisher haben wir sie eingefroren und dann zusammen mit den anderen Gemüseschnipseln zu Brühe ausgekocht, aber ich hatte gelesen, daß man sie auch im Ofen backen kann.

Dazu habe ich einfach die Schalen von 2 kg Kartoffeln mit 2 EL Öl und 3 TL Pommes-Salz vermischt und bei 200°C ca. 25-30 min. gebacken. Ich finde, sie sind ein kleines bißchen zu dunkel geworden, weswegen ich sie beim nächsten Mal ein paar Minuten kürzer backen würde, aber sie sind superlecker und eigentlich genauso suchterzeugend wie die gekauften Chips 🙂

Für Tomaten- und Apfelschalen habe ich auch noch interessante Ideen gefunden. Die Tomatenschalen könnte man trocknen und mit Salz und Rosmarin zu einem Gewürzsalz verreiben und die Apfelschalen kann man zu Tee trocknen oder sie feingeschnitten in Muffins oder Cookies geben. Da wir uns eigentlich nie die Mühe machen, Tomaten zu häuten oder Äpfel zu schälen, wird es wohl noch eine Weile dauern, bis wir das mal ausprobieren können.

Thrifty Thursday #15

Anfang dieser Woche war der Prime Day waren die Prime Days bei Amazon (vielleicht fragt sich ja noch jemand, wieso das Prime Day heißt, wenn es zwei Tage lang geht), d.h. am Montag und Dienstag gab es jede Menge Angebote. Wir haben auch etwas gekauft, nämlich einen kleinen gußeisernen Topf, den es für 10 € weniger als normal gab, und der jetzt schon ein paar Monate auf unserer Wunschliste war. Manche unserer Brote werden nämlich mit weniger Teig als üblich gebacken (z.B. Rosinenstuten) und im großen Topf werden sie daher immer recht fladig und platt, und das soll mit dem kleinen Topf einfach besser funktionieren. Ginge es ohne? Vermutlich. Macht es mehr Spaß so? Wahrscheinlich. War also im Grunde ein Luxus, aber ein cooler 🙂 Und ich habe mir auch noch was gekauft, nämlich ein bißchen Washi-Tape, das um 20% reduziert war. Benutze ich immer in meinen Lernkladden.

Meine Gästehandtücher sind mit etwas Verspätung angekommen, dafür haben sie mir eins extra eingepackt – da freue ich mich natürlich sehr drüber, denn so liegt der Stückpreis bei unschlagbaren 4,50 € (der Hersteller verkauft sie für 5,95 € das Stück). Jetzt kommen sie erstmal in die Wäsche und dann nehme ich sie gleich in Betrieb.

Beim Einkaufen diese Woche bin ich auch nett überrascht worden. Wahrscheinlich ist mein Rant neulich (darüber, daß es quasi nie vernünftiges Gemüse außer Salatzutaten im Angebot gibt) erhört worden, jedenfalls gab es diesmal doch tatsächlich Blumenkohl für 0,99 €! Da haben wir auch gleich zugeschlagen und zwei extra mitgenommen, die wir eingefroren haben. Ich muß allerdings auch sagen, daß unser Gefrierschrank derzeit aus allen Nähten platzt: Suppengrün und Gemüseschnipsel für Brühe, Petersilie, Staudensellerie, Bohnen, Spinat, Hefe, Nudelreste, Wassereis, Ravioli, Falafel, Brotreste und einiges mehr tummelt sich gerade darin. Das fühlt sich aber gut an. Bei mir hat ja das komplett unlogische Einkaufsverhalten zu Beginn von Corona Hamsterkäufe getriggert, und das scheint sich auch nicht mehr zu geben, aber solange nichts verkommt und es eine ständige Fluktuation gibt, ist mir das ganz recht so.

Geld ausgegeben haben wir diese Woche neben den Prime-Sachen auch für den Sohn. Ich hatte darüber schon kurz beim Speiseplan geschrieben, jedenfalls finden der Mann und ich, daß es allmählich Zeit wird, daß der Sohn lernt, mehr als nur Spiegeleier und Dosensuppen zuzubereiten, eben in Hinblick darauf, daß er in zwei bis drei Jahren mit der Ausbildung fertig sein sollte und sich dann eine eigene Bude suchen wird. Jedes Wochenende werden die beiden jetzt also wenigstens einmal miteinander kochen, damit der Sohn lernt, sich gesund und günstig selbst zu versorgen. Als kleinen Anreiz haben wir ihm ein Kochlöffel- und Pfannenwenderset aus Bambus und ein wirklich schönes vegetarisches Kochbuch geschenkt. Vegetarisch übrigens nicht weil er Vegetarier ist, sondern weil wir wichtig finden, daß er lernt, Gemüse zuzubereiten, und es ja eigentlich immer sehr einfach ist, irgendwo Fleisch oder Fisch unterzubringen, wenn man das will. Am Samstag geht es mit einer Kartoffelpfanne los, die mit Artischockenböden, Paprika und einer Cashewcreme mit Rucola zubereitet wird. Ich bin gespannt!

Thrifty Thursday #14

Als ich im Mai 2018 in Galicien war, habe ich mir zum Abschied ein paar Leckereien im Supermarkt gekauft. Ich liebe es, mir aus dem Urlaub etwas mitzubringen, das mich Monate oder sogar Jahre später an die schönen Tage und die Stimmung am Urlaubsort erinnert ♥ Manche Sachen wie Schinken, Chorizo, Kekse, Öl und Wein haben wir schon lange aufgebraucht, aber neben ein paar Päckchen Paella-Gewürz und einem kleinen Sack mit asturischen Bohnen hatte ich jetzt auch noch eine Packung carne de membrillo im Schrank. Die Übersetzung lautet übrigens „Quittenfleisch“ und es handelt sich, kurz gesagt, um eine Art nicht so süßer, stark eingekochter Konfitüre, die schnittfest ist und meist mit Käse gegessen wird.

Nachdem wir die Packung vor ein paar Wochen geöffnet und die Masse probiert hatten, war mir gleich klar, was ich mit ihr machen wollte: Ravioli! Mit einer Füllung aus eben dem carne de membrillo, Feta und Thymian, und dazu wollte ich eine Pilzrahmsauce kochen. Geplant war dieses Essen nun schon öfter, aber da es doch etwas aufwendig ist und wir immer noch andere Sachen hatten, die zuerst wegmußten, sind wir erst letzte Woche dazu gekommen, es wirklich zu machen. Und wieso schreibe ich darüber an meinem „sparsamen Donnerstag“? Weil das Ganze eine wirklich sehr günstige, leckere und sättigende Mahlzeit geworden ist.

Den Nudelteig haben wir nach dem Kneten eine Weile ruhen lassen, damit das Gluten sich entspannen konnte. Dann wurde der Teig ausgerollt. Wir haben mit einem Glas kleine Kreise ausgestochen, deren Ränder mit Wasser bestrichen und dann je einen Klecks Quittenmus, etwas Feta und ein wenig Thymian in die Mitte des Teigs gesetzt. Nach dem Zusammenklappen wurden die Ränder noch mit einer Gabel zusammengedrückt, damit die Ravioli sich nicht beim Garen auffalten. Wenn das Wasser kocht, salzt man es und gibt die Ravioli hinzu. Sie brauchen, wie alle frischen Nudeln, nur etwa drei bis vier Minuten und sind gar, wenn sie auftreiben.

Dazu haben wir eine leckere Pilzsauce gemacht: Zwiebeln und Knobi anbraten, Pilze und etwas Salz dazugeben und mitschmurgeln, dann mit Cashewsahne auffüllen und etwas Dijonsenf dazugeben. Wer hat, kann das alles auch noch mit einem Schluck Weißwein oder etwas mehr Thymian verfeinern. Zuletzt gut pfeffern, fertig. Wir verwenden übrigens Cashewsahne, weil ich keine Laktose vertrage und keine andere pflanzliche Alternative so lecker oder so cremig wäre oder eine vergleichbar kurze Zutatenliste hätte.

Wir haben uns natürlich prompt an den Ravioli überfressen *flöt* Ich denke, acht bis zehn Stück plus Sauce müßten eigentlich reichen, und den Rest kann man auch einfrieren. Eingefroren haben wir auch die Reste vom Nudelteig. Der Mann hat sie einfach in kleine „Fleckerl“ zerzupft und sie kommen demnächst mal als Einlage in eine Suppe. Und wirklich jedesmal, wenn wir frische Nudeln machen, frage ich mich, wieso wir überhaupt noch fertige kaufen. Es ist nicht viel Arbeit und wirklich sehr lecker. Ich glaube, demnächst werden wir mal Spaghetti und Tagliatelle machen und einfrieren…

Dann habe ich diese Woche zehn Gästehandtücher gekauft. Seit ich daheim auf den Rolli angewiesen bin, ist es nämlich so, daß ich für das Händewaschen immer nur den oberen Teil des Handtuchs erwische (und ich wasche mir sehr oft die Hände^^) und das dann relativ bald austauschen muß – liegt einfach daran, wie mein Bad gebaut ist und wo der Handtuchhalter vom Rolli aus betrachtet angebracht ist. Jedenfalls verursacht es weniger Wäsche, wenn ich zum Händewaschen fortan ein kleines Gästehandtuch benutze, und so können wir uns hoffentlich ein paar Ladungen im Jahr sparen. Rechnerisch wären es übrigens zehn bis zwölf Ladungen.

Diese Woche habe ich drei Bücher geschenkt bekommen: zwei auf Niederländisch und einen Roman auf Deutsch. Über einen akuten Büchermangel kann ich mich jedenfalls nicht beklagen, aber das ist auch gut so 🙂 Außerdem habe ich einen Gutschein, den ich vor drei Jahren mal geschenkt bekommen habe, für ein Isländischbuch eingelöst, das ich mir sonst wegen seines hohen Preises nicht gekauft hätte. Darüber freue ich mich sehr ​ :love:

Thrifty Thursday #13

Diese Woche konnte ich ein Phänomen beobachten, das mir schon eine Menge Kopfzerbrechen beschert hat. Seit wir hier wohnen – und mit hier meine ich eine der wärmsten Regionen Deutschlands (what was I thinking?) – ist es mir immer wieder passiert, daß Vorräte in rauhen Mengen ranzig werden, vor allem Nüsse, Samen und Getreide, aber auch abgepacktes Mehl, Nudeln und Reis. Mehr noch, manchmal sind sogar frisch eingekaufte Lebensmittel bereits ranzig. Letzte Woche jedenfalls habe ich eine bis dahin versiegelte Tüte Walnüsse geöffnet und ungefähr die Hälfte davon in einen Salat gegeben. Vorgestern wollte ich die zweite Hälfte aufbrauchen, aber sie war ranzig. Warum? Weil wir zwischendrin einen heißen, schwülen Tag hatten. Das war einer dieser Tage, die ich sehr hasse, weil man überall kleben bleibt und sich auch nicht vernünftig ins Bett legen kann, weil man gleich am Laken festmatscht, bevor man sich überhaupt umdrehen kann. Mystery solved! Jetzt weiß ich also, daß es tatsächlich am Klima liegt und nicht an der Vorratshaltung per se. Leider habe ich noch zwei Tüten Walnüsse im Schrank, die jetzt schnellstens wegmüssen, falls sie überhaupt noch gut sind. Es ist so ätzend, daß man hier im Sommer keine Vorräte halten kann ​ :evil:

Als es plötzlich so warm geworden war, hatten wir auch wieder Drosophilae, also Fruchtfliegen, in der Küche. Denen mache ich immer den Garaus, indem ich ein Glas neben das Obst stelle, in dem ich etwas Saft oder auch gern mal einen Schluck Wein mit einem Spritzer Spüli mische. Vom Duft werden sie angezogen und dann saufen sie in der von der Oberflächenspannung befreiten Flüssigkeit ab. Sehr effektiv. Falls jemand diesen Kniff noch nicht kannte.

Beim Einkaufen habe ich diese Woche Mangos für 0,99 € das Stück gefunden, und zwar richtig reife, die bereits orange und ganz weich waren. Ich habe vier Stück mitgenommen, daheim geschält, gewürfelt und eingefroren. Jetzt können wir mit ihnen mal Lassi oder Pasta mit Tomaten und Mango machen ♥

Und dann habe ich noch fünf Teelichtgläser geschenkt bekommen. Sie waren ziemlich stark mit Wachs verklebt, aber nach einem Bad in sehr warmem Wasser sind sie wieder wie neu. Über die Gläser freue ich mich sehr, denn bisher hatte ich eher Tabletts und Glassteinchen und nicht viel „echte“ Deko 🙂

Thrifty Thursday #12

Ende letzter Woche waren uns zwei Packungen Pilze verschimmelt, so daß wir das Essen, für das wir sie eingeplant hatten (selbstgemachte Ravioli) nicht machen konnten. Stattdessen haben wir den auch für die Ravioli vorgesehenen Feta in eine Tomatensauce gebröckelt und zu Pasta serviert, das war auch lecker 🙂 Am Ende der Einkaufswoche waren uns noch ein paar weitere frische Zutaten geblieben (kleine Tomaten, Minze, Petersilie), die wir mit ein paar Zutaten aus dem Vorrat (eingelegte Paprika, Knobi, Zitronensaft, Oliven) zu einer Salsa Verde upgraden konnten 🙂 Ich mag das sehr gern, wie unsere Speisepläne und unser Einkaufsverhalten gerade so schön ineinandergreifen.

Mir ist jetzt schon seit einer Weile aufgefallen, daß es nicht mehr oft Gemüse im Angebot gibt. Meist setzen die Supermärkte nur Salat, Tomaten und vielleicht noch Radieschen herunter, so daß sie sagen können, daß es ja sehr wohl Angebote in diesem Sektor gibt, aber ich erinnere mich nicht daran, wann z.B. Pilze, Blumenkohl oder Paprika im Sonderangebot gewesen wäre. Dieser Trend hat jetzt auch auf unseren Hofladen übergegriffen. In den ganzen Jahren, die wir hier wohnen, bekam man da zur Spargelhauptsaison den dicken weißen Spargel für ca. 7-8 € das Kilo. Dieses Jahr kostet der dicke weiße Spargel zwischen 11 und 20 € und laut Hofladen werden sie 11 € auch nicht unterschreiten. Das ist uns zu teuer, daher werde ich dieses Jahr keinen Spargel von denen kaufen. Das ist echt schade, denn er ist gut, aber wenn ich für vier gute Esser Spargel kaufe, dann zahle ich ja fast 20 € nur für den Spargel – und da sind Kartoffeln, Sauce und so ja noch nicht dabei. Das mache ich nicht. Umso mehr habe ich mich jedenfalls gefreut, daß es diese Woche in einem Supermarkt doch mal ein gutes Angebot gab: zwei Auberginen plus eine Packung mit zwei Frischenetzen drin für 0,88 €. Da habe ich zugeschlagen und zwei Gebinde gekauft, darum gibt es diese Woche zwei Mahlzeiten mit Aubergine. Was genau wir mit den Netzen machen werden, wissen wir noch nicht. Vielleicht tatsächlich zum Einkaufen nehmen, vielleicht aber auch so im Haushalt irgendwo einsetzen.

Thrifty Thursday #11

In der letzten Woche war ich so vom Polyglot Gathering vereinnahmt, daß der Thrifty Thursday ausgefallen ist 🙂

Diese Woche habe ich nachgedacht über defekte Dinge. Ich besitze z.B. eine Bettwäschegarnitur, die ganz schön kaputt ist. Ich habe sie mehrmals geflickt und jetzt geht sie trotzdem weiter an allen Ecken und Enden kaputt: neben dem Reißverschluß gibt es einen 10 cm langen Riß, an den Ecken des Bettbezugs sind viele kleine Löcher, wo das Material durchgerubbelt ist, und merkwürdigerweise hat sie ein fünfmarkstücksgroßes Loch mittendrauf. Ich besitze auch eine Hose, die ähnlich kaputt ist. Angefangen hat es mit kleinen Löchlein, die meine Katze mit ihren Krallen reingemacht hat, und im Laufe der Lauf wurden diese Löcher eben größer. Eins ist so groß, daß ich da einen Apfel durchstecken könnte. Objektiv betrachtet sind diese Sachen nicht mehr schön. Ich würde die Bettwäsche keinem Gast aufziehen und mit der Hose könnte ich auch nicht mehr rausgehen. Aber ich mag diese Dinge. Sie sind bequem, weil sie weich und glatt sind. Ich habe nie so recht verstanden, warum ich bei Materialien so „empfindlich“ bin, aber das ist einfach die hypersensible Aspie-Haptik. Die Sachen sind leider so kaputt, daß man sie nicht mehr reparieren kann. Würde ich so große Nähte setzen, würde das den Stoff an diesen Stellen verhärten und kratzig machen. Ich weiß also, daß ich diese Dinge sozusagen die letzten Male benutze. Das macht mich traurig und wehmütig.

Ich verbinde mit Dingen scheinbar oft mehr als andere Leute. Weniges betrachte ich ausschließlich als Gebrauchsgegenstand. Die meisten Sachen, die ich beisitze, sind mir auf einer emotionalen Ebene wichtig geworden. Das ist auch ein Grund dafür, warum ich es oft regelrecht hasse, mir etwas Neues kaufen zu müssen. Ich finde, das Neue ist oft nicht so gut und praktisch wie das Alte. Oft finden – scheinbar von allen außer mir unbemerkt – Veränderungen an Produkten statt. Ein Kissen ist plötzlich einen Tick weicher als früher, ein T-Shirt hat einen leicht anderen Schnitt, ein Lebensmittel hat einen neuen Geschmack. Mr fällt sowas auf und darum würde ich gern von allem, was ich mag, gleich mehrere Exemplare kaufen. Geht halt nicht immer.

Mir war z.B. klar, daß ich eines Tages neue Schuhe brauchen würde. Mehr als sechs Jahre habe ich mit einem leider völlig merkbefreiten Schuhmacher versucht, Schuhe zu bauen, die für mich funktionieren. Es war zwecklos. Daß ich seit anderthalb Jahren komplett im Rolli sitze, ist seine Schuld. Er hat nicht zugehört und alles, was ich sagte, ignoriert. Die Rechnung dafür bezahle ich. Meine alten Schuhe habe ich so sehr geliebt, daß ich sie auch immer wieder zu meinem neuen Schuhmacher schleppe und auf sie verweise – schließlich haben sie ja zehn Jahre lang funktioniert. Er wird mir im Juli das dritte Paar Schuhe bauen, denn die beiden ersten haben ebenfalls nicht funktioniert. Ich bin kompliziert. Habe einen komplizierten Körper mit vielen und großen Defekten, der auch noch hypersensibel ist. Da brauche ich jemanden, der sich auf mich einläßt, aber das ist wirklich selten und sehr wertvoll, wenn man das findet.

Ich überlege jetzt seit Monaten, mir eine Ledertasche anfertigen zu lassen. Als ich noch gehen konnte, war ein leichter Rucksack für mich praktischer, weil ich in einer Hand immer den Stock hatte. Aber jetzt wäre eine Tasche besser. Ich weiß schon, wie sie sein müßte, und ich weiß auch, wer sie nähen soll. Aber ich schrecke vor der Bestellung zurück, weil ich Angst davor habe, daß ich sie nicht lieben würde. Daß sie unbequem wäre oder nicht weich genug oder ich ihre Haptik nicht mögen könnte.

Alles in allem spart diese Treue Dingen gegenüber natürlich Geld. Ich habe nicht oft das Bedürfnis, Neues zu kaufen, weil ich dem Neuen erstmal nicht traue und es auch über Jahre hinweg als neu empfinde. Ich bin immer einfach froh, wenn das Vertraute lange hält 🙂