Niederländisch #37

Ich finde es nicht schwer, meinen Streak weiterzuführen, obwohl ich gerade das Gefühl habe, in Streß und Zeug zu ersaufen. Ich finde es aber sehr wohl sehr schwer, effektiv zu lernen. Ich hatte zwei sehr anstrengende Zahnarzttermine diese Woche, ein weiterer folgt in drei Wochen. Durch die Treppen ist mein Fuß steif und schmerzig und ich erwarte jede Minute, daß er sich wieder entzündet. Mein Haus steht gesteckt voll mit Kisten. Klar, besser jetzt als in ein paar Jahren, wenn ich ausziehen will, aber es schränkt meine ohnehin beschränkte Bewegungsfreiheit noch mehr ein. Also gerade nichts Neues hier. Zu spüren, wann es genug ist, ist ein Skill, den ich nicht habe. Schade, daß man das nicht bei Duolingo lernen kann 🙂 Ich merke aber immerhin, daß ich dringend eine Pause brauche, und habe mir die kommende Woche freigehalten, mal abgesehen von Isländisch und vielleicht einkaufen. Ich hätte stattdessen auch den nächsten Schuhmachertermin ausmachen können, aber ich spüre, daß das dumm wäre. Immerhin.

Ich habe gelernt, wie man über Materialien spricht, also z.B.

  • Ik zoek mijn leren schoenen.
  • Deze beker is van metaal.
  • IJzen is heel hard.

Ich habe gelernt, daß -ij- als ein Buchstabe behandelt wird am Wort-/Satzfang, daher auch IJsselmeer und nicht Ijsselmeer. Gerade bin ich beim School-Bubbel, der mir viel Spaß macht. Ich muß in dem Kontext an meine Schulzeit denken. Ich mochte es, einen Stundenplan zu haben. Regelmäßigkeit ist super, um mein Streßlevel zu senken. Das brachte mich auf die Idee, mir fortan, solange die Entrümpelei eben noch dauert (Wochen!), einen Plan zu machen, wie viel ich wann am Tag mache. Also nicht x-mal in die Schuhe rein und rumräumen, sondern z.B. nur einmal. Zusammen mit Schreddern und Päckchenpacken reicht das doch auch. Ich bin jemand, der lieber alles auf einmal erledigen und sich dann nachhaltig ausruhen würde. Komisch eigentlich, denn bei vielen Dingen bin ich eher ein Marathonläufer als ein Sprinter… Aber wer weiß, vielleicht kriege ich das ja hin.

Der Mann und ich haben auch über Spracherwerb geredet. Er ist noch dabei, die Sprache zu verstehen. Ich bin dabei, sie zu sprechen. Es ist wirklich so, daß man schneller wird, wenn man mehr Sprachen kann. Ich freue mich schon darauf, wenn wir miteinander Niederländisch reden werden ♥

Thrifty Thursday #32

Als ich neulich schrieb, daß wir soweit mit den Kisten durch seien, stellte sich heraus, daß dem nicht so war :shock: Da wir immer mal wieder umgepackt und aussortiert hatten und die Dokumentation nicht mehr korrekt war, tauchten „plötzlich“ noch andere Kisten auf. Orrrrr…! Und dann kramte mein Sohn im Keller noch mehr Kisten hervor. OOORRRRRR!!! Ich bin allmählich echt genervt von dem ganzen Zeug, auch wenn vieles schön ist und den Namen „Zeug“ gar nicht verdient. Ich mag keinen Staub mehr an den Händen und im Gesicht haben, ich will mein Zimmer wieder so leer wie sonst haben und ich mag auch keine unfreundlichen oder dummen Mails von Kleinanzeigenleuten mehr kriegen, hmpf!! Mit dem Rollstuhl und der begrenzten Zeit, die ich es in meinen zu engen Schuhen aushalte, ist es auch schwierig, alles abzuarbeiten. Jedenfalls am Stück, wie ich das gern würde. Es dauert halt :roll:

Ein paar Dinge habe ich jetzt Händlern angeboten, und immerhin einer hat schon zugesagt. Sind die Dinge die „Werte“, von denen meine Eltern sprachen? Absolut nicht. Sie waren mal teuer, sind es aber heute nicht mehr. Bei vielen Stücken kann ich mich nur fragen „WTF?!“. Wenn ich darüber nachdenke, daß sich der große Lebenstraum meiner Mutter nie erfüllt hat, weil nie „genug“ Geld da war, und dann sehe, was meine Eltern sich für teure und völlig unnütze Sachen gekauft haben, dann hinterläßt das schon einen etwas bitteren Nachgeschmack. Es motiviert mich aber auch, meine Ziele zu erreichen…

Diese Woche habe ich therapeutisches Schreddern betrieben. Das ist Schreddern von Dokumenten, mit denen traumatische Inhalte verknüpft sind (ich glaube, diese Disziplin gibt’s in der Verhaltenstherapie noch nicht, aber sie wirkt Wunder). Wenn ich teilweise überfliege, mit was für einem Schrott ich mich in meinem Leben schon auseinandersetzen mußte, werde ich richtig wütend, und das dann durch den Schredder zu jagen, ist sehr befreiend :mrgreen: Aber auch da ist noch kein Ende in Sicht. Bisher sind wir ein paar Umzugskisten voller Papierfitzel losgeworden und es werden sicher noch ein paar mehr werden.

Meine frugalen YouTuber haben jetzt oft davon gesprochen, daß die Supermärkte in den USA und auch im UK allmählich die Preise für Lebensmittel wie Mehl, Zucker, Öle etc. anheben. Bei uns habe ich das nicht beobachtet, aber ich nahm das zum Anlaß dafür, ein paar Basisvorräte aufzustocken. Meine schlimmsten Befürchtungen bzgl. eines neuerlichen Lockdowns bestätigen sich ja bisher nicht und so hoffe ich mal, daß es nicht wieder einen irrationalen Run auf Mehl, Hefe, Pasta etc. gibt. Aber wenn, dann bin ich vorbereitet :mrgreen:

Die neue Kontosituation daheim erfordert starkes Umdenken. Oft müssen wir einzelne Posten auseinanderklamüsern. Wie soll was verrechnet werden, wer trägt welchen Anteil an Anschaffungen, die alle benutzen, wie trägt man dreimal hin- und herverrechnete Posten überhaupt ein? Es ist anstrengend und oft verwirrend für mich. White Outs bei Zahlen helfen leider auch nicht. Da ist es gut, daß wir immerhin miteinander reden und einen Weg finden können. Meine Wut über das Geschehene läßt allmählich nach, weil ich mich nach vorn orientiere. Jetzt ist es anders und in Zukunft soll es für mich noch übersichtlicher werden, durch noch mehr Vereinfachung. So habe ich die Versicherung für mein Elektrodreirad gekündigt und in dem Zug hat der Mann nochmal unsere Autoversicherung durchgeguckt. Es war ganz schön überraschend, daß ein Direktversicherer doppelt (!) so teuer ist wie eine andere Versicherung bei selber Leistung, aber das haben wir jetzt natürlich auch umgebucht. Beides spart uns monatlich satte 36 €- das sind 433 € jährlich! Überhaupt ist das meine größte Lektion in diesem ersten Jahr mit Frugalismus: Kleinvieh macht eine Menge Mist!

Das Gefühl, das diese Zeit gerade begleitet, ist bleierne Erschöpfung bei hohem Blutdruck. Ich fühle mich so zugeballert mit Aufgaben und Zeug, also mental und körperlich bedrängt und voll, kann aber nicht entspannen. Dazu kommt auch noch, daß aus einem Zahnarzttermin diese Woche plötzlich noch zwei weitere geworden sind, weil es Probleme gab. Warum ausgerechnet dieses Jahr, wo ich nicht einmal gehen kann? Es nervt. Immer wieder richte ich den Blick in die Zukunft, wo ich dann wohl immer noch mit den eigenen Zähnen essen können und nicht von Kisten in meinem neuen Zuhause erschlagen werde…

Speiseplan #256

  • Mittwoch: Spaghetti Bolognese, Rohkost
  • Donnerstag: Reissalat mit Mango, Avocado, Hühnchen, Spinat und Feta
  • Freitag: Kürbiscurry mit Ananas, dazu Naan
  • Samstag: Hühnerbrühe mit selbstgemachten Nudeln, asturischen Bohnen und Gemüse
  • Sonntag: Gemüsestrudel mit Cashewsauce und Kohlsalat
  • Montag: Fafafel, gebackener Feta, Pitabrot und Kohlsalat
  • Dienstag: UWYH

WochenendRückblick #255

[Wetter] Grau. Ich liebe es!

[Gemacht] Samstag stand der Köterwecker auf vier Stunden und hat auch den Rest des Tages keine Ruhe gegeben. Drecksvieh. Ich bin aber trotzdem nochmal eingeschlafen, bis er mich wieder rausgekläfft hat. Ich habe noch nicht einmal die fettesten Spinnen in meiner Hütte so sehr gehaßt! Irgendwann habe ich dann gelernt, Vokabeln wiederholt, ein paar Mails geschrieben, Papier geschreddert und bei YouTube reingeguckt. Abends nach dem Essen haben der Mann und ich uns nett unterhalten und gekniffelt, bevor wir einen Film halb geguckt haben. Später habe ich dann geduscht, mir die Haare geschnitten und gelesen.

Sonntag hat der Mann uns wieder Bauernfrühstück und Tee gemacht und wir haben eine Banoffee zusammengeklempnert. Dann hat er mir beim Knipsen von ein paar größeren Klamotten für die Kleinanzeigen geholfen. Den Nachmittag über habe ich die Sachen eingestellt, gelernt und gelesen. Abends habe ich noch ein paar Kisten durchgeguckt, mit dem Mann gekniffelt und einen Film geguckt und jetzt werde ich wieder lesen.

[Sprachen] NL bei Duo und auch Vokabeln.

[Gehört] Der Herr der Ringe.

[Gelesen] David Haskell: Das verborgene Leben des Waldes.

[Gesehen] Indiana Jones 1.

[Gegessen] Neben den Plansachen: Asia Tütensuppe weil kalt. Banoffee.

[Gekauft] Nix.

[Ausblick auf die nächste Woche] Zahnarzt, nächste Runde. Wenn alles gut geht, dann war’s das auch erstmal, yay 😀 ISL-Kurs.

Thrifty Thursday #31

Es gibt einen großen Fortschritt beim Aussortieren zu verzeichnen. Wir haben fast die Hälfte unserer Kisten geleert und dabei den Altkleidercontainer und unsere Altpapiertonne gut gefüllt  (und der Schredder läuft hier jeden Abend) 🙂 Ich habe einen Schwung Bücher verkauft, zum ersten Mal an einen kommerzieller Anbieter gebrauchter Bücher. Mit dem ganzen Prozeß bin ich sehr zufrieden und ich habe auch den vollen Preis, der mir nach dem Scannen der Bücher anzeigt wurde, bekommen. Ich habe zudem ein paar Dinge bei den Kleinanzeigen angeboten, aber irgendwie sind da ganz schön viele schräge Vögel unterwegs. Leute, die Termine zum Abholen ausmachen, und denen dann am nächsten Tag plötzlich einfällt, daß sie lieber morgens kommen wollen, dann ohne einen Termin abzumachen vor der Tür stehen und sich wundern, daß keiner öffnet. Leute, die schreiben, daß sie eine Sache kaufen möchten, sich dann aber nicht mehr melden. Leute, die nach Versandkosten fragen, und die für überteuert halten, selbst wenn man denen für die Verpackung nichts berechnet und eine Bücher- und Warensendung nunmal 1,90 € kostet. Leute, die Fragen stellen wie „kann das Buch auch Spitze?“ (ich antworte bei sowas immer, daß es das natürlich kann, wie alle Bücher, lol!). Leute, die einen Preis einfach mal halbieren und denken, das Porto wäre da auch schon drin. Schräg halt. Persönlich nehme ich das natürlich nicht, aber es nervt mich durchaus, daß diese Menschen mir Zeit und Energie rauben, auch wenn es immer nur ein paar Minuten sind (das läppert sich doch auch).

Verkauft habe ich diese Woche auch mein Elektrodreirad, das ich mir vor zwei Jahren, kurz bevor ich so krank geworden bin, gekauft hatte. Ich bin keine 100 km damit gefahren. Es jetzt zu verkaufen, war eine rationale, keine emotionale Entscheidung. Die Hoffnungen, die mit dem Kauf verbunden waren (ich komme an Orte, die ich mit dem Rollstuhl nicht erreiche, und fange plötzlich an, das Kaff hier zu mögen), haben sich nicht erfüllt. Ein schöner Bach oder ein hübscher Feldweg würden nichts daran ändern, daß ich hier nicht bleiben werde. Da ich in der Zukunft kein Haus mehr haben will, ergibt sich so das Problem, wo das große Dreirad stehen sollte, denn man könnte es nicht mal eben in den Keller bringen oder gar mit in die Wohnung nehmen. Und wenn ich es länger rumstehen lassen, ist der Wertverlust nochmal größer, als wenn ich es jetzt abgebe. Der Händler, von dem ich es hatte, hat es zurückgekauft und auch abgeholt. Ich bin ehrlich froh, daß das alles so smooth über die Bühne ging.

Mein Mann hat sich seine Elektrokisten vorgenommen. Da waren noch so Antiquitäten wie unsere ersten Handys aus den späten 90ern drin :lol: Übrig ist jetzt nur noch eine einzige Kiste mit Elektrosachen, whoo-hoo!! Um ab sofort eine bessere Übersicht über die ganzen Kisten auf dem Dachboden zu haben, haben wir beschlossen, doch nochmal alles genau zu dokumentieren und ein neues Archiv anzulegen. Dazu bekommt erstmal jede Kiste einen bunten Punkt – jede Farbe ist einer Person zugeordnet. Dann werden wir die Inhalte der Kiste photographieren und beschreiben. Das alles wird in eine Liste eingetragen. Und so die Technik will, wird es damit in Zukunft leichter, Dinge bzw. Kisten wiederzufinden. Ich denke, während dieser Aktion werden auch noch mal Dinge auftauchen, die wir weggeben werden…

Ich habe beim Durchsehen der ganzen Sachen festgestellt, daß ich gern eine Erinnerungsbox hätte, ungefähr so groß wie eine Keksdose. Da ich damit gar nicht erst in die Versuchung komme, sperrige Dinge aufzuheben, werde ich von vielen Dingen Photos machen, sie ausdrucken und dann in die Box legen. Von bestimmten Sachen werde ich einen Teil behalten, wie etwa einen Knopf von einem früheren Lieblingsteil oder eine Karte von einem ehemaligen Quartettspiel. Dafür bin ich jetzt schon fleißig am Sammeln.

In der Küche haben wir diese Woche mal ein paar ältere Gewürzmischungen, die ich vor einer Weile in einem Adventskalender hatte, in unsere Brote gegeben. Es war doch überraschend, wie gut ein Fisch- oder ein Bratengewürz als Brotgewürz taugen 🙂 Diese Woche haben wir auch mal ein neues Naan-Rezept ausprobiert. Ausbaufähig, würde ich sagen. Abgesehen davon haben wir mal ein paar Vorräte aufgefüllt: grüne und gelbe Linsen, Passata und solche Sachen.

Speiseplan #255

  • Dienstag: Pizza mit Pilzen und Schinken, dazu Salat mit gebratenen Pilzen
  • Mittwoch: Linsenbolognese
  • Donnerstag: Reissalat mit Hühnchen, Mango, Blattspinat und Avocado
  • Freitag: Bohnen mit Speck und Fleischwurst, dazu Salzkartoffeln
  • Samstag: Baked Potatoes mit Veggie-Chili
  • Sonntag: Kartoffelpuffer mit veganem Frühlingsquark oder Apfelmus
  • Montag: Brotauflauf mit Zwiebeln
  • Dienstag: UWYH

WochenendRückblick #254

[Wetter] Es war sonnig und golden.

[Gemacht] Samstag war ich sehr früh wach (no Köter involved this time) und da haben der Mann und der Mitbewohner unseren Flur mit den Calciumsilikatplatten gedämmt. Staubige Angelegenheit! Danach mußte ich erstmal eine Runde putzen. Während der Mann gekocht hat, habe ich gelesen, und nach dem Essen haben wir gekniffelt und einen Film zuende geguckt. Den späten Abend habe ich mit Lesen und Bücherstatistiken verbracht 😀

Sonntag hat der Mann uns Bauernfrühstück und Tee gemacht. Nachdem wir gegessen hatten, sind wir zum Bücherschrank gefahren, so daß der Sohn das Haus saugen konnte. Am späten Nachmittag habe ich dann gelernt und gelesen. Nach dem Abendessen habe ich Akten vernichtet und mit dem Mann schon mal geplant, was wir kommende Woche essen werden. Jetzt gucken wir noch einen Film und später werde ich lesen und lernen.

[Sprachen] NL und ES bei Duo. Vokabeln wiederholt.

[Gehört] Masters, immer noch.

[Gelesen] Durian Sukegawa: Die Katzen von Shinjuku.

[Gesehen] Teenage Mutant Ninja Turtles 2 (ist eigentlich genauso trashig wie der ganze Superheldenkram auch).

[Gegessen] Neben den Plansachen: ein bißchen Joghurt. Nudelsuppe.

[Gekauft] Eier.

[Ausblick auf die nächste Woche] Therapie, ISL und ES.

Thrifty Thursday #30

Als wir neulich nach Hause gekommen sind, habe ich von meiner Rollirampe aus etwas Interessantes in unserem Kompost entdeckt:

eine Mini-Avocado! Ich habe schon öfter gesehen, wie Leute versuchen, einen Avocadokern zum Austreiben zu bewegen, und nun ist uns das zufällig geglückt 🙂 Leider wird die Avocado aber wohl nicht den Winter überleben, denn ich werde sie nicht reinholen. Ich habe gar keine Zimmerpflanzen und werde damit jetzt nicht anfangen. Trotzdem fand ich das cool 🙂

Am letzten Wochenende haben wir einen wichtigen Schritt vollzogen: nach zwölf Jahren mit einem quasi-gemeinsamen Konto mit dem Mitbewohner haben wir die Kontrotrennung vollzogen und ein langes Gespräch darüber gehabt, wie wir unsere Finanzen künftig organisieren werden. Ich bin froh, daß wir das erledigt haben, und mir geht es jetzt nach zwei sehr schlechten Wochen allmählich besser. Alles fühlt sich nun nach Neubeginn an, und wenn alles gut läuft, dann ist es in vier, fünf Jahren soweit. Bis dahin tue ich genau das, was ich mir Anfang des Jahres vorgenommen habe: ausmisten und Geld sparen.

Mit dem Ausmisten ging es jetzt direkt weiter. Netterweise hat mein starker Sohn mir neulich x Kisten vom Dachboden runtergeholt, die ich nach und nach durchsehe. Ich teile die Dinge in drei Kategorien: behalten, verkaufen, verschenken. Das, was ich nicht verkaufen kann, werde ich dann ebenfalls verschenken. Habe in letzter Zeit viel über die Motive nachgedacht, warum ich bestimmte Dinge behalte  wie z.B. sauteure Gläser meiner Eltern, die nur an Sonn- und Feiertagen benutzt wurden. Sie liegen seit 16 Jahren in einer Schachtel im Keller und da ich überhaupt keinen Alkohol trinke (und auch keinen Sinn darin sehe, mein Leitungswasser aus so einem Schätzchen zu schlürfen), kommen sie jetzt weg. Mein Motiv für das Behalten war, daß meine Eltern viel Geld für die Gläser bezahlt haben und sehr stolz auf sie waren. Aber MIR sind sie nur im Weg, ich finde sie unpraktisch und eigentlich auch eher häßlich, lol. Naja, uns so ist es mit vielen Dingen, die ich nur deswegen habe, weil sie an bestimmte Vorstellungen gebunden sind – auch Bilder, die ich gern von mir selbst hätte. Alles in allem sehr fordernd, nicht nur körperlich.

Bei den letzten Dachbodenrunden habe ich immer noch Dinge aufgehoben, die eher schlechte Gefühle aufrührten oder sogar mit verletzenden Vorkommnissen direkt verbunden waren. Ich merke, daß es jetzt, wo mir das klar ist, etwas leichter geht, mich von ihnen zu trennen, aber oft spukt noch das ein oder andere „es war aber doch nett gemeint“ oder sein Kumpel, das allmächtige „es hat aber doch Geld gekostet“ in meinem Kopf rum. Ja nun, wird schon. Ich bin angesichts der Berge von Zeug, die ich wieder loswerden will, ganz schön froh, das nicht erst dann zu machen, wenn ein Umzug ansteht. Mein Mann hat sich anstecken lassen und unseren Papierkram auf ein Viertel reduziert. Es ist zwar lustig, wenn man Kontoauszüge von vor 20 Jahren durchguckt, aber wozu wir die noch hatten, weiß keiner mehr. Allerdings mußten wir dazu nun in einen Aktenschredder investieren, denn diese Berge von Papier hätten wir anders nicht sinnvoll vernichtet bekommen. Sie werden also nach und nach geschreddert und dann entsorgt.

Ich hatte auch noch einen sehr coolen Moment mit meinen Kisten. Als ich vor einigen Jahren viel geschwommen bin, habe ich viel abgenommen. Jetzt, nach zwei Jahren Rollstuhl und bla, ist alles wieder drauf. Blöderweise passen jetzt natürlich auch meine kleineren Klamotten nicht mehr und ich hätte mir eine neue Herbst-/Winterjacke kaufen müssen. Aber in einer Kiste waren sogar noch zwei Jacken in der großen Größe drin – wie neu, quasi ungetragen (weil kurz vorm Abnehmen gekauft) und so groß, daß ich sie auch im Rolli sitzend zubekomme. Geil! 😀

Aus unseren Schränken/Kisten zu shoppen (wie es viele frugale YouTuber so schön sagen), klappt auch beim Essen immer noch super, obwohl wir in den vergangenen Monaten schon eine Menge wegbrauchen konnten. Zuletzt haben wir ein kleines Glas Amarenakirschen und ein paar vegane Aufstriche aufgebraucht. Für unser UWYH-Essen gehen wir nach wie vor nicht separat einkaufen. Diese Woche z.B. hatten wir eine kleine Menge Salzkartoffeln für jeden übrig und haben dazu aus gelben Linsen, etwas TK-Spinat, Zwiebeln, einem Rest Ingwer, Chili und Charan Masala ein sehr leckeres Curry gekocht – fertig.

Und nachdem ich zur Zeit soviel budgettiert habe, habe ich jetzt angefangen, Lebensmittelpreise zu tracken und auszurechnen, wie teuer unsere Mahlzeiten sind. Ich mache das nicht, weil wir hier auf den Cent genau rechnen (müssen), sondern einfach weil es mir Spaß macht (das darf gern unter „eine neue Aspie-Schrulligkeit“ verbucht werden :winken:). Ich weiß jetzt z.B. daß ein Burger im Brötchen mit Käse und Röstzwiebeln zusammen mit Pommes, Erbsen und Kräutermargarine rund 1,70 € pro Portion kostet. Ich selbst hätte das deutlich teurer eingestuft (der Rest der Familie übrigens auch). Sowas finde ich spannend 🙂