Thrifty Thursday #32

Als ich neulich schrieb, daß wir soweit mit den Kisten durch seien, stellte sich heraus, daß dem nicht so war :shock: Da wir immer mal wieder umgepackt und aussortiert hatten und die Dokumentation nicht mehr korrekt war, tauchten „plötzlich“ noch andere Kisten auf. Orrrrr…! Und dann kramte mein Sohn im Keller noch mehr Kisten hervor. OOORRRRRR!!! Ich bin allmählich echt genervt von dem ganzen Zeug, auch wenn vieles schön ist und den Namen „Zeug“ gar nicht verdient. Ich mag keinen Staub mehr an den Händen und im Gesicht haben, ich will mein Zimmer wieder so leer wie sonst haben und ich mag auch keine unfreundlichen oder dummen Mails von Kleinanzeigenleuten mehr kriegen, hmpf!! Mit dem Rollstuhl und der begrenzten Zeit, die ich es in meinen zu engen Schuhen aushalte, ist es auch schwierig, alles abzuarbeiten. Jedenfalls am Stück, wie ich das gern würde. Es dauert halt :roll:

Ein paar Dinge habe ich jetzt Händlern angeboten, und immerhin einer hat schon zugesagt. Sind die Dinge die „Werte“, von denen meine Eltern sprachen? Absolut nicht. Sie waren mal teuer, sind es aber heute nicht mehr. Bei vielen Stücken kann ich mich nur fragen „WTF?!“. Wenn ich darüber nachdenke, daß sich der große Lebenstraum meiner Mutter nie erfüllt hat, weil nie „genug“ Geld da war, und dann sehe, was meine Eltern sich für teure und völlig unnütze Sachen gekauft haben, dann hinterläßt das schon einen etwas bitteren Nachgeschmack. Es motiviert mich aber auch, meine Ziele zu erreichen…

Diese Woche habe ich therapeutisches Schreddern betrieben. Das ist Schreddern von Dokumenten, mit denen traumatische Inhalte verknüpft sind (ich glaube, diese Disziplin gibt’s in der Verhaltenstherapie noch nicht, aber sie wirkt Wunder). Wenn ich teilweise überfliege, mit was für einem Schrott ich mich in meinem Leben schon auseinandersetzen mußte, werde ich richtig wütend, und das dann durch den Schredder zu jagen, ist sehr befreiend :mrgreen: Aber auch da ist noch kein Ende in Sicht. Bisher sind wir ein paar Umzugskisten voller Papierfitzel losgeworden und es werden sicher noch ein paar mehr werden.

Meine frugalen YouTuber haben jetzt oft davon gesprochen, daß die Supermärkte in den USA und auch im UK allmählich die Preise für Lebensmittel wie Mehl, Zucker, Öle etc. anheben. Bei uns habe ich das nicht beobachtet, aber ich nahm das zum Anlaß dafür, ein paar Basisvorräte aufzustocken. Meine schlimmsten Befürchtungen bzgl. eines neuerlichen Lockdowns bestätigen sich ja bisher nicht und so hoffe ich mal, daß es nicht wieder einen irrationalen Run auf Mehl, Hefe, Pasta etc. gibt. Aber wenn, dann bin ich vorbereitet :mrgreen:

Die neue Kontosituation daheim erfordert starkes Umdenken. Oft müssen wir einzelne Posten auseinanderklamüsern. Wie soll was verrechnet werden, wer trägt welchen Anteil an Anschaffungen, die alle benutzen, wie trägt man dreimal hin- und herverrechnete Posten überhaupt ein? Es ist anstrengend und oft verwirrend für mich. White Outs bei Zahlen helfen leider auch nicht. Da ist es gut, daß wir immerhin miteinander reden und einen Weg finden können. Meine Wut über das Geschehene läßt allmählich nach, weil ich mich nach vorn orientiere. Jetzt ist es anders und in Zukunft soll es für mich noch übersichtlicher werden, durch noch mehr Vereinfachung. So habe ich die Versicherung für mein Elektrodreirad gekündigt und in dem Zug hat der Mann nochmal unsere Autoversicherung durchgeguckt. Es war ganz schön überraschend, daß ein Direktversicherer doppelt (!) so teuer ist wie eine andere Versicherung bei selber Leistung, aber das haben wir jetzt natürlich auch umgebucht. Beides spart uns monatlich satte 36 €- das sind 433 € jährlich! Überhaupt ist das meine größte Lektion in diesem ersten Jahr mit Frugalismus: Kleinvieh macht eine Menge Mist!

Das Gefühl, das diese Zeit gerade begleitet, ist bleierne Erschöpfung bei hohem Blutdruck. Ich fühle mich so zugeballert mit Aufgaben und Zeug, also mental und körperlich bedrängt und voll, kann aber nicht entspannen. Dazu kommt auch noch, daß aus einem Zahnarzttermin diese Woche plötzlich noch zwei weitere geworden sind, weil es Probleme gab. Warum ausgerechnet dieses Jahr, wo ich nicht einmal gehen kann? Es nervt. Immer wieder richte ich den Blick in die Zukunft, wo ich dann wohl immer noch mit den eigenen Zähnen essen können und nicht von Kisten in meinem neuen Zuhause erschlagen werde…

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