Isländisch #4

Vor ein paar Wochen hat mein zweiter Isländischkurs bei der VHS (bei einer anderen als letztes Mal) angefangen und obwohl ich zwischen den Kursen wirklich gar nichts mache, bleibt schon was hängen. Neulich hatte ich mal angeregt, daß ich es gut finden würde, wenn uns die Lehrerin mal ein paar nützliche Sätze für den Unterricht beibringen würde, und das hat sie auch direkt gemacht. Das gefällt mir gut: daß sie so erreichbar und flexibel ist.

Was mir gar nicht gefallen hat, war eine entsetzlich langweilige Kursdoppelstunde über Ordnungszahlen. Erstens kriege ich bei Zahlen schnell White Outs und zweitens….wie oft braucht man Ordnungszahlen? Als es dann an die Uhrzeiten ging, habe ich geschwänzt und mir das mit diesem Video hier beigebracht. Da das Konzept dem anderer skandinavischer Sprachen entspricht, war das schnell gelernt. Vom frugalen Standpunkt aus betrachtet, macht es keinen Sinn, eine Unterrichtseinheit zu schwänzen, vom autistischen Standpunkt aus allerdings schon. Präziser als mit „White Out“ kann ich die Zustände nicht benennen, in die ich hineingerate, wenn mich etwas langweilt (das kann Unterricht oder anderer Lerninhalt sein, aber auch ein Gespräch, ein Film, ein Termin oder sonstiges), und ich empfinde sie als richtig quälend. Ich nehme an, Langeweile verändert meine Hirnwellen, wie z.B. Wut oder Trauer das auch tut, und wenn ich spüre, daß ich nicht mehr normal-performant bin, ist das einfach eklig (darum trinke ich auch keinen Alkohol). Etwas ausfallen zu lassen oder nicht zu machen, von dem ich weiß, daß es mich langweilen wird, ist also einfach Selbstfürsorge.

Heute hatten wir dann wieder Unterricht und es war lustig und kurzweilig. Zum ersten Mal haben wir in Zweier- oder Dreiergruppen miteinander gesprochen und wir haben gelernt, wie man schwache Verben flektiert. Die Lehrerin hat uns ein Arbeitsblatt gemailt, mit dem man das Konjugieren üben kann, und ich habe vor, wenigstens mal die Verben zu lernen, die ich am wichtigsten finde.

Das Gefühl, bei Isländisch alles mit angezogener Handbremse zu machen, ist sehr merkwürdig. Ich bin wirklich schlecht darin, zwei Sprachen gleichwertig parallel zu lernen, aber für NL brauche ich einfach noch mehr Zeit und mehr Gelegenheiten, es zu sprechen. Isländisch läuft nur so mit. Was schön ist, ist, daß bestimmte Aussprache- und Grammatikregeln sich auch auf diese Weise allmählich einschleifen und daß die Dinge langsam bekannt werden. Mit Norwegisch im Gepäck ist Isländisch eigentlich nicht schwer zu lernen. Ich überlege gerade, ob ich mir ein vor kurzem erschienenes deutsches Lehrwerk zulege. Gerade habe ich es mir ausgeliehen und muß das noch entscheiden.

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