Thrifty Thursday #8

Diese Woche habe ich mal ein anderes Thema, das auch mit Sparsamkeit zusammenhängt. Im Moment habe ich einige Bücher und CDs bei den Kleinanzeigen eingestellt. Eigentlich wären diese Sachen längst im Bücherschrank gelandet, aber durch Corona und meine Schuhscheiß-bedingte Laufunfähigkeit ist es für mich seit einer Weile nicht gerade einfach, zu einem hinzugelangen, also dachte ich, ich könnte es mal mit den Anzeigen probieren. Bei den Preisen habe ich mich an den gängigen Angeboten orientiert, die man online findet, bzw. bin stets ein paar Euro darunter geblieben, immer in Hinblick darauf, daß ich die Bücher ja eigentlich nur loswerden will, um Platz zu schaffen, und es nicht in erster Linie auf die Einnahmen abgesehen habe. Dazu muß ich sagen, daß ich das Prinzip der Bücherschränke absolut wundervoll finde, und weil ich selbst schon viele tolle Sachen darin gefunden habe, bin ich immer gern bereit, auch teure (Hör)Bücher dort einzustellen. Das Einzige, was mich echt sauer macht, sind Bücherdiebe, die die entnommenen Sachen verkaufen, weswegen ich dazu übergegangen bin, teurere Bücher exzessiv zu bestempeln („Bücherschrankbuch, Verkauf verboten!“). So weit, so gut.

Nun trudeln bei mir regelmäßig Nachrichten von potenziellen Käufern ein, die ich richtig unverschämt finde. Ich habe z.B. angegeben, daß es sich um Festpreise handelt, zu denen jeweils das Porto dazukommt. Quasi täglich bieten mir Menschen an, mir Bücher für weniger als zwei Drittel des angegebenen Preises zu bezahlen – inclusive Porto. Ich biete also günstigere Preise an als Online-Gebrauchtbücherhändler an, soll dann noch weiter runtergehen UND das Porto übernehmen?! Lehne ich kategorisch ab. Würde ich das Geld brauchen, würde ich es mir wahrscheinlich überlegen, aber so würde ich die Bücher eher vor meine Haustür legen, damit sie jemand mitnimmt, als mich auf diese Preisdrückerei einzulassen. Das ist für mich eine Prinzipienfrage und da bin ich stur 🙂 Ich glaube allerdings auch, daß ich da einfach nicht mehr dem modernen Konsumenten entspreche, denn ich finde es ganz schön erbärmlich, wenn Leute etwas haben wollen, aber nicht bereit sind, dafür einen angemessenen Preis zu zahlen. Diese Einstellung finde ich nicht nur den Rohstofflieferanten, den Produzenten und den Händlern gegenüber respektlos, sondern halte das ganze Preisdumping auch für einen großen Faktor hinsichtlich der Bereitschaft, Dinge schnell zu entsorgen, was natürlich den globalen Müllberg rapide anwachsen läßt. Wann haben wir eigentlich aufgehört, Dinge zu wertschätzen, zu pflegen und zu erhalten? *ätz*

Dazu paßt, daß ich diese Woche ein Video gesehen habe, in dem eine junge Frau eine ganze Palette von zurückgegebenen Waren gekauft hat. Vieles davon war entgegen der Angabe des Rückgabegrunds gar nicht defekt, sondern hätte nur Batterien, einen Tropfen Sekundenkleber oder – im Extremfall – einen neuen Schalter gebraucht. Daß das alles einfach weggeworfen wird, macht mich immer wieder fassungslos, auch wenn ich ja eigentlich weiß, daß es so ist. Besonders gefressen habe ich ja Leute, die nicht bereit sind, einen angemessenen Preis zu bezahlen, und die dann über die miese Qualität von Dingen jammern, die zu Dumpingpreisen hergestellt wurden…

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