Polyglot Gathering 2021

Schon seit ein paar Jahren wäre ich gern mal zu einem Sprachlern-Event wie der Polyglot Conference gegangen, jedenfalls theoretisch. Bis Herbst 2019 war ich unter bestimmten Umständen reisefähig, aber ich habe auch immer gewußt, daß es mich mental und körperlich überfordert hätte, den ganzen Tag im Rolli zu sitzen, mich unter so vielen Menschen aufzuhalten und dabei auch noch zu versuchen, meine Zielsprachen zu hören oder zu sprechen. Je älter ich werde und je mehr ich über mich selbst lerne, desto mehr respektiere ich meine Grenzen. Natürlich ist es schön, wenn man die Fähigkeit hat, seine Grenzen flexibel handzuhaben, aber bei mir ist es damit nicht besonders weit her. Nun ist es so, daß ich dank Corona schon einige Dinge online machen konnte, die vorher nicht im Netz stattgefunden haben bzw. angeblich nicht stattfinden konnten: Therapiestunden, Sprechstunden beim Arzt und Sprachkurse, um mal ein paar Beispiele zu nennen.

Neulich flatterte mir dann eine Einladung zum Polyglot Gathering ins Haus. Das zweite Mal findet dieses Treffen nur online statt. Im letzten Jahr hatte ich nach dem PG einige Videozusammenschnitte gesehen und mich ein wenig (oder mehr) darüber geärgert, daß ich nicht daran teilgenommen hatte und wollte eigentlich gleich nach Erhalt der Einladung buchen. Ging aber nicht. Ich fühlte mich plötzlich wie gelähmt und alle Selbstzweifel, die man so als Sprachenthusiast haben kann, ploppten auf: ich kann ja nur vier Sprachen fließend, ich habe ja nur eine einzige Muttersprache, mein Niveau ist in keiner meiner Sprachen gut oder gut genug, ich habe doch nie im Ausland gelebt, ich lerne nicht genug, ich mache keine YT-Videos und biete keine Sprachkurse an, ich will nicht im Ausland arbeiten, ich mache Fehler, zwei meiner Sprachen sind tote Sprachen und niemand braucht die, ich vergesse bestimmt alle Vokabeln und die ganze Grammatik und überhaupt, ICH KANN EINFACH GAR NICHTS!

Es ist also ganz egal, wie viele Sprachen man kann oder lernt oder liebt, diese zersetzenden Selbstzweifel scheinen bei manchen Menschen nie aufzuhören – und ich bin einer davon. Eigentlich ist das ja vielleicht auch gut so, weil es einen davor bewahrt, sich aus Selbstgefälligkeit mit Mittelmaß zufriedenzugeben, aber es fühlt sich schon wirklich mies an, wenn man sich angesichts eines so coolen Angebots aufgrund von Selbstzweifeln lieber im Bett verkriechen als daran teilhaben will. Am Ende hat mein Mann mir einen liebgemeinten verbalen Tritt verpaßt und ich habe mir das Ticket gebucht. Jetzt fühle ich mich gemischt. Enthusiastisch und hysterisch. Wie ein Überflieger und wie ein Versager gleichzeitig. Sehr schräg. Ich beruhige mich damit, daß ich ja am Ende einfach still zugucken kann. Bin nicht der einzige Mensch mit sozialer Allergie.

Für mich ist das ganze PG-Ding auch ein Lehrstück in Sachen Asperger und Hochbegabung. Das, was ich fühle, ist genau das, was man von jemandem wie mir erwarten würde. Das finde ich ein wenig beschämend, vielleicht auch belustigend und beruhigend. Allein schon, daß ich weiß, daß ich niemals alles wissen werde, was es über eine Sprache zu wissen gibt, führt dazu, daß ich mir wie ein Trottel vorkomme. Manchmal vergesse ich Vokabeln, oh Graus! Ich mache Fehler, oh Elend! Ein Native Speaker hätte das jetzt anders gesagt, oh Schmach! Ja, so eine Dramaqueen kann ich sein 🙂 Ich versuche jetzt, dem PG so gelassen wie nur möglich entgegenzublicken. Ich werde mich eh erst gegen Nachmittag dort einklinken, werde mir jeden Tag ein Lunchpaket vorbereiten und dann einfach mitnehmen, was geht. Ich bin sicher, am Ende wird es wunderbar gewesen sein, eben mit den üblichen Abstrichen (ihh, Menschen! Interaktion! Jemand redet! Jemand sieht mich!).

Das einzige Ziel, das ich wirklich haben möchte: ich möchte in einem Niederländisch-Chat mitreden können. Das ist schon sehr ambitioniert, weil ich zu dem Zeitpunkt erst vier Monate Niederländisch lernen werde, aber das schaffe ich. Ik weet dat!

Gelesene Bücher Januar bis März 2021

  • Cressida Cowell: El Tiempo De Los Magos. Jugend-Fantasy-Roman, neu gekauft. In meinem letzten Spanienurlaub habe ich mir eine ganze Kiste an Büchern gekauft und das war eines davon. In einer Welt, in der die Zauberer und die Krieger in alter Feindschaft zueinander leben, ersteht plötzlich beider Feind: der König der Hexen. Xar, ein junger Magier ohne magische Fähigkeiten, und Wish, eine Kriegerin, die ein magisches Schwert besitzt, treffen zufällig aufeinander und erleben dann einen geradezu höllischen Tag miteinander. Die Geschichte ist für Kinder im Alter von 9 bis 11 Jahren, was aber nicht heißt, daß sie sich einfacher Sprache bedient. Immer wieder dachte ich, uff, Spanisch hat echt viele Verben 🙂 Mir hat’s gefallen, war aber durchaus herausfordernd zu lesen. 4/5.
  • Jules Vernes: Die Reise zum Mittelpunkt der Erde. E-Book, kostenlos bekommen. Gut, zur Geschichte brauche ich wohl nix sagen, weil sie jeder kennt 🙂 Mir hat ganz besonders gut gefallen, daß ich die gemeinfreie Version in altem Deutsch lesen konnte. Wie witzig und fundiert Verne geschrieben hat, hatte ich irgendwie vergessen. Hat mich super unterhalten. 4/5.
  • Carlos Fuentes: Aura. Phantastische Novelle, neu gekauft. Das ist auch eins der Bücher aus Spanien – gekauft in A Coruña am Feiertag der galicischen Literatur (da hatten alle Geschäfte außer den Buchhandlungen geschlossen…und es handelt sich um den 17. Mai, falls das irgendwen interessiert :)). Das Buch habe ich mir aufgrund seiner Gestaltung gekauft, denn ist es im viktorianischen Stil illustriert. Superschön. Allerdings kann ich phantastischer Literatur dieser Art nicht viel abgewinnen. Ein junger Geschichtsgelehrter nimmt eine Anstellung bei einer alten Witwe an: er soll den Nachlaß ihres Mannes editieren und publizieren. Dabei verliebt er sich in die junge Nichte der Dame. Zwischen den beiden Frauen scheint es aber eine merkwürdige Verbindung zu geben, und am Ende stellt sich heraus, daß beide ein- und dieselbe Person sind, während sich der junge Mann in den verstorbenen Ehegatten verwandelt. Tja, hm. So Zeug lese ich einfach nicht gern, denn ich kann es nicht ausstehen, wenn die in einem Buch dargestellte Realität so verwischt und bröckelt. Meine mexikanische Spanischlehrerin war allerdings sehr begeistert davon, daß ich das Buch lese, weil es überraschenderweise eine Menge mit der jüngeren mexikanischen Geschichte zu tun hat (es wurde 2001 verboten, weil darin Nacktszenen vorkommen, ist inzwischen aber wieder erlaubt). Trotz allem und trotz Nacktheit nur 1/5.
  • Aristoteles: Die nikomachische Ethik. Sachbuch/E-Book, kostenlos erhalten. In meiner Schulzeit und auch an der Uni habe ich Auszüge aus der NE gelesen, zum Teil übersetzt, aber ich hatte noch nie das ganze Werk am Stück gelesen. Ich fand es überraschend lustig, aber an vielen Stellen auch sehr bitter zu lesen, wenn man merkt, wie idealistisch der Autor war und wie übel unsere Politik im Deutschland des 21. Jahrhunderts ist. Sicherlich haben unsere Politiker nicht mehr die Glückseligkeit für alle im Kopf bei ihren Handlungen. Ach, Aristoteles. 4/5.
  • Theodor Storm: Der Schimmelreiter. Novelle, E-Book, kostenlos erhalten. Das Buch habe ich zuletzt in der fünften Klasse gelesen und es jetzt gratis bei Amazon gefunden. Ich muß sagen, daß ich das Buch heute ganz anders interpretiert und bewertet habe ohne die Anleitung eines Lehrers. Interessante Erfahrung. 4/5.
  • William Shakespeare: Macbeth. Drama, E-Book, kostenlos erhalten. Auch noch ein Gratisangebot von Amazon. Habe ich zuletzt im Englisch-LK gelesen und hat mir jetzt auch wieder viel Spaß gemacht. 4/5.
  • A.J. Jacobs: Britannica und ich. Sachbuch, aus dem Bücherschrank. Jacobs hat die gesamte Printausgabe der Britannica gelesen und dieses Unternehmen in seinem Buch dokumentiert. Interessant und teilweise zum Piepen komisch! Was mich besonders fasziniert hat, war, daß ich schon fast alles vorher wußte. Allerdings hat das Buch jetzt auch den alten Wunsch, mal eine ganze Enzyklopädie zu lesen, in mir wachgerufen, aber dazu später mal mehr 🙂 5/5.
  • James Patterson: Dead/Alex Cross 13. Thriller, gebraucht und sehr zerfleddert gekauft. Während in Washington D.C. ein Killer/Schauspieler Leute ermordet, bricht Cross‘ Erzfeind Kyle Craig aus dem Gefängnis aus. Solider Thriller ohne große Überraschungen. 4/5.
  • James Patterson: Fire/Alex Cross 14. Thriller, gebraucht gekauft. In Washington D.C. wird eine Familie brutal ermordet, mit dessen Mutter Cross auf der Universität liiert war. Die Spur führt nach Nigeria, wo Cross die Ermittlungen aufnimmt, und bald findet er sich in einem Flüchtlingslager in Darfur wieder. Als in Nigeria ein Bürgerkrieg ausbricht, muß er in die USA zurückkehren, doch der Mörder erwartet ihn dort bereits. Eins der spannendsten Bücher der ganzen Reihe! Allerdings auch sehr brutal und blutig. 5/5.
  • James Patterson: Heat/Alex Cross 15. Thriller, aus der Bibliothek. Alex‘ Nichte wird tot und zerschreddert aufgefunden (im zweiten Teil wurde eine andere Nichte bereits entführt und serien-vergewaltigt….man sollte also besser keine Nichte von Alex Cross sein…). Die Spur führt zu einem Privatclub/-bordell, in dem sich der Killer seine Opfer liefert. Cross wird in seinen Ermittlungen von allen Seiten behindert – es scheint so, daß sie Spur des Killers sich bis in die höchsten Reigunergskreise verfolgen läßt. Sehr solider Thriller, habe allerdings seine Lösung von Anfang an vermutet, was an ein paar auffälligen Formulierungen lag. So allmählich kenne ich Pattersons Stil 🙂 Was mir nicht so gut gefallen hat: Cross hat mal wieder eine Seelenverwandte getroffen und will sie jetzt heiraten. Mal sehen. Bree, die künftige Mrs Cross, wurde bisher als knallharte Polizistin umschrieben, in diesem Teil mutiert sie zum Hausmütterchen. Hm. 4/5.
  • James Patterson: Storm/Alex Cross 16. In Washington D.C. werden mehrere Personen des öffentlichen Lebens erschossen, die in fragwürdige Geschäfte verwickelt sind. Gleichzeitig werden Leichen aufgefunden, in die seltsame Formeln und Zahlen eingeritzt sind. Und obendrein ist Cross‘ schlimmster Feind, Kyle Craig, zurück. Wieder einmal handfeste Thrillerkost. 4/5.
  • Hans Dieter Stöver: Quintus geht nach Rom. Jugendbuch, im Bücherschrank gefunden. Der 14jährige Quintus kommt mit seiner Familie nach Verlust deren Hofes auf dem Land nach Rom, wo er schon bald Kontakt zu einer Bande von Jungs bekommt. Sie klären gemeinsam einen großangelegten Diebstahl auf, wodurch sich Quintus‘ Leben stark verändert. Eigentlich erzählt das Buch eine nette Geschichte im Stile der Caius-Reihe von Henry Winterfeld, aber es liest sich furchtbar zäh. 3/5.
  • Leora Stahl: Simon, das Asperger-Syndrom und unser alltäglicher Wahnsinn. Sachbuch, aus der Bibliothek. Simon ist der erwachsene Sohn der Autorin. In kleinen Kapiteln erzählt sie, wie sich das Leben mit ihm gestaltet und welche Schwierigkeiten Simon in der Bewältigung des Alltags und in der Kommunikation hat. Es war ein sehr interessanter Einblick in das Leben eines anderen Autisten, aber im Großen und Ganzen war für mich vieles nicht nachvollziehbar. 3/5.
  • Christian Nørlund: Das Sklavenmädchen. Jugendbuch, gebraucht gekauft. In meiner Kindheit habe ich das Buch in der Bibliothek ausgeliehen und es jetzt seit vielen Jahren gesucht – und nun endlich gefunden. Rosita wird aus ihrer Heimatstadt Bogotá entführt und als Sklavin an eine Kafeeplantage verkauft. Vier Jahre verbringt sie dort, bis ihr die Flucht gelingt. Dank eines dänischen Ingenieurs kann sie sich ein neues Leben aufbauen. Das ist auch die Fußangel an dem Buch: ohne westliche Hilfe wäre das Mädchen einfach auf der Straße geblieben. Der Autor betont, daß sich diese Geschichte wirklich zugetragen hat, aber so eine richtig hoffnungsvolle Perspektive gibt das Buch nicht. 3/5.
  • Alberto Álvarez Peña: Cuentos y Leyendas Asturianas de Árboles y Plantas. Eins meiner Bücher aus Spanien, neu gekauft. In dem Buch werden Geschichten und Legenden über magische Pflanzen erzählt. Wer Storl gelesen hat, findet vieles bereits Bekanntes wieder. Viele Zaubersprüche, Redenarten etc. wurden in Asturisch aufgezeichnet, das ich nicht so gut verstehe. Abgerundet wird alles mit Zeichnungen und vielen Photos. Das Buch wurde zum zehnjährigen Jubiläum des botanischen Gartens in Gijón vom botanischen Garten selbst erstellt und herausgegeben, so daß man es nicht im Handel bekommen kann 🙂 Mir hat’s gefallen, auch wenn ich nicht alles verstehen konnte. 4/5.
  • Petra Cnyrim: Das Buch der fast vergessenen Wörter. Sachbuch, aus der Bibliothek. Die Autorin listet bedrohte Wörter und erklärt ihren Ursprung. War sehr kurzweilig und irgendwie auch ein bißchen traurig. Und mir ist aufgefallen, wie viele alte Wörter ich benutze ♥ 4/5. Von derselben Autorin hatte ich mir auch noch das Buch der leider vergessenen Wörter ausgeliehen, das ich aber nur durchgeblättert habe und daher nicht in meine Leseliste aufnehme.
  • Guus Kuijer: Ich fühle mich wie Apfelmus. Kinderbuch, gebraucht gekauft. Jonathan denkt sich gern Geschichten aus und ist in seine Lehrerin verliebt. Das Buch hatte ich mal in meiner Kindheit gelesen, konnte mich aber nicht mehr wirklich an die Geschichte erinnern. Sie ist leise und nett und obendrein schön illustriert. 4/5.
  • James Patterson und Bill Gates: The President Is Missing. Thriller, aus der Bibliothek. Die Handlung dieses Thrillers setzt unmittelbar ein: der Präsident der USA befindet sich in einer Befragung im Kongress, die dazu führen könnte, daß er des Amtes enthoben wird. Hat er wirklich einen Deal mit einem Cyberterroristen gemacht? Kurz danach verschwindet der Präsident von der Bildfläche und seine Gegner vermuten, er sei geflohen. Nach und nach wird klar, daß er lediglich versucht, einen Cyberterrorangriff abzuwenden, der das Machtgefüge der Welt verändern könnte… Gut gefallen hat mir, daß die Handlung sich erst nach und nach entfaltet und man bis fast zum Schluß nicht recht weiß, worum es genau geht und wer der Verräter ist. Dann jedoch kommt man selber scheinbar schneller drauf als der Präsident und seine Berater. 4/5.
  • Nigel Barley: Auf den Spuren von Mr. Spock. Sachbuch/Reisebeschreibung, aus der Bibliothek. Barley erzählt von seiner ersten Reise nach Indonesien, wo er ethnologische Studien bei den Toraja betrieben hat. Im Anschluß bittet er vier Holzschnitzer, eine Reisscheune in einem Museum in London zu bauen. Superinteressant und echt zum Schreien lustig. Habe mich bestens unterhalten gefühlt. Definitiv mein Highlight im ersten Quartal! 5/5.
  • Nigel Barley: Traumatische Tropen – Notizen aus meiner Lehmhütte. Sachbuch/Reisebeschreibung, aus der Bibliothek. In diesem Buch beschreibt Barley seine erste Reise zu den Dawayo in Kamerun, wo er ein Jahr lang in einem kleinen Dorf lebt und versucht, die Traditionen und Rituale der Einheimischen zu durchleuchten. Dieses Buch ist wunderbar: lustig, ehrlich und unheimlich aufschlußreich, was den Beruf des Anthropologen angeht. 4/5.
  • Vegard Solheim: Våre tradisjoner. Solheim hat ein sehr interessantes Blog, wo er auf Norwegisch und Englisch schreibt, und so bin ich auf sein Buch gekommen. Hierin beschreibt er die ur-nordische Lebensweise anhand der heidnischen Feste, die er genauestens analysiert. Leider verpaßt er, über Ahnen- und Fruchtbarkeitskult hinauszugucken, so daß ich mir das letzte Viertel des Buches geklemmt habe. Schade. Das Norwegisch war trotzdem gut verständlich. 3/5.
  • Joshua Hammer: The Bad-Ass Librarians Of Timbuktu And Their Race To Save The World’s Most Precious Manuscripts. Sachbuch, aus der Bibliothek. Hammer erzählt in diesem Buch die Geschichte der fast 400.000 Codices, die ein Bibliothekar aus Mali ganz allein zusammengetragen hat. Die wertvollen Handschriften wurden in einer eigens erbauten Bibliothek in Timbuktu aufbewahrt, bis islamistische Extremisten 2012 in Mali einfielen und die Handschriften zerstören wollten. In Nacht- und Nebelaktionen wurden die Handschriften erneut gerettet und in den Süden des Landes gebracht, wo sie ohne westliche Hilfe dennoch verrotet wären. Hammer hat eigentlich eine unheimlich spannende Geschichte zu erzählen, verpaßt es aber komplett, sie interessant zu gestalten. Ich habe mich regelrecht durch das Buch hindurchgequält. Sehr schade! 2/5.
  • Jean-Christophe Grangé: Die letzte Jagd. Thriller, aus der Bibliothek. Niémans und seine Assistentin Ivana ermitteln im Schwarzwald, wo der Sproß einer der reichten Familien Deutschlands im Wald ermordet aufgefunden wird. Seine Leiche erinnert an die Zurichtung des getöteten Wilds bei Pirschjagden. Die beiden Ermittler befassen sich daraufhin mit Hilfe ihrer deutschen Kollegen mit der Familie von Geyersberg und werden dabei mit einer Hunderasse, die seit dem zweiten Weltkrieg ausgestorben ist, und den Schwarzen Jägern, einer Gruppe von Nazis, konfrontiert. Ja, und das ist auch einer der beiden Gründe, warum ich das Buch ziemlich schlecht fand. Ernsthaft – schon wieder die Nazis in Deutschland? Das ist leider wenig originell. 2/5.
  • Christoph Ransmayr: Die Schrecken des Eises und der Finsternis. Roman, aus der Bibliothek. Ransmayr erzählt in diesem Buch zwei Geschichten parallel, nämlich einmal die der österreichisch-ungarischen Nordpolexpedition von 1872-74 und dann die von Josef Mazzini, einem Lastwagenfahrer, der mehr als einhundert Jahre später, nämlich 1981, von der Payer-Weyprecht-Expedition inspiriert, selbst in die Arktis reist, wo er nach dem gescheiterten Versuch, das Kaiser-Franz-Josef-Land zu erreichen, auf Spitzbergen verschwindet. Die parallele Erzählweise und der depressiv anmutende Stil haben mir nicht gut gefallen (das war schon bei anderen Ransmayr-Büchern so). Hätte er nur die Geschichte der Expedition erzählt, wäre das Buch ein Knaller gewesen, aber so fühlte sich die für mich interessante Geschichte fragmentiert an. 3/5.

Ich glaube, ich werde ab sofort monatlich meinen Bücherrückblick veröffentlichen…bei der Menge wird es allmählich unübersichtlich…

Speiseplan #227, Oster-Edition

  • Montag: Pizza und Salat
  • Dienstag: Gnocchi und Broccoli in Tomatensauce
  • Mittwoch: Curry aus gelben Linsen und Spinat, dazu Reis
  • Donnerstag: Fajitas mit Paprika und schwarzen Bohnen, als Dessert Tiramisù
  • Freitag: Paella mit grünen Bohnen, Paprika und Erbsen
  • Samstag: Hackbraten, geröstete Möhren, Tomatensauce und Spaghetti
  • Sonntag: Linsensuppe mit Mettwürstchen
  • Montag: selbstgemachte Falafel, frisches Baguette und Joghurt-Dip, dazu Möhrenrohkost
  • Dienstag: UWYH

WochenendRückblick #226

[Wetter] Auf jeden Fall zu hell.

[Gemacht] Samstag war ich sehr früh wach und habe dann mit dem Mann gefrühstückt und einen Kuchen gebacken. Später haben wir uns noch gegenseitig die Haaren geschnitten und einen Film geguckt. Am Abend habe ich ein bißchen mitgekocht, danach haben wir gekniffelt, was geguckt, mit dem Sohn geredet. Später habe ich noch etwas gelesen und gelernt.

Sonntag war ich müde und langsam. Ich habe gelernt und gelesen, viel mit dem Miezchen geschmust und sost…nicht viel.

[Sprachen] Niederländisch bei Duolingo.

[Gehört] Wolfsheim.

[Gelesen] Christoph Ransmayr: Die Schrecken des Eises und der Finsternis.

[Gesehen] Sherlock Holmes. James May – Oh Cook.

[Gegessen] Neben den Plansachen: Flourless Chocolate Cake von Gary Rhodes. Baklava.

[Gekauft] Einen neuen Topper für mein Bett.

[Ausblick auf die nächste Woche] Schuhmacher, falls er kein Corona hat (der letzte Termin wurde abgesagt). Sprachtermine. Arzttermin.

Niederländisch #7

Diese Lernwoche war richtig schön. Ich bin ehrlich gesagt manchmal ganz schön überrascht davon, was ich schon alles ausdrücken kann, und das macht echt Spaß. Der Niederländischkurs bei Duolingo legt ein ordentliches Tempo vor, aber als deutscher Muttersprachler kann man ziemlich gut folgen.

Ich muß gestehen, daß ich kein einziges Mal so richtig Vokabeln wiederholt oder in eins meiner Bücher reingeguckt habe, weil ich das bislang nicht nötig fand. Jetzt allmählich kommen Dinge auf, die nicht ganz so ähnlich sind wie im Deutschen, und da werde ich wohl mal anfangen, meine Vokabelkarten zu lernen 🙂

Thrifty Thursday #3

Zuerst mal ein Bild von den sieben Büchern, die ich geschenkt bekommen habe:

Sie sind alle wie neu und ich freue mich sehr auf die Lektüre. Danach werden sie übrigens in den Bücherschrank kommen, damit jemand anders sie lesen kann. Allgemein lese ich dieses Jahr noch mehr als im letzten und bin froh, daß ich dabei keine Bücher anhäufe – bereits jetzt wären das mit diesen hier nämlich schon 29…

leider sieht der Tischläufer auf dem Bild schmuddelig aus, tatsächlich ist er schneeweiß

Neulich hatte ich ja davon geschrieben, daß ich keine Tischdeko mehr kaufen möchte. Diese Woche habe ich dann in den Kleinanzeigen einen weihnachtlichen Tischläufer gefunden, der zu verschenken war. Da mußte ich dann nur das Porto für eine Warensendung übernehmen. Ist der nicht hübsch? Ich mag solche handgestickten Sachen total gern ♥

Dann habe ich mal wieder einen Brotaufstrich gemacht, der uns bestimmt seit 20 Jahren und mehr begleitet. Er besteht nur aus einer Knolle Fenchel, etwas Knoblauch, Olivenöl, etwas Salz und ein wenig Pesto (frisches Basilikum geht auch). Das alles wird in der Küchenmaschine mit dem Flügelmesser geschlagen, bis man die gewünschte Körnigkeit erreicht hat. Mit einer Scheibe frischem Brot drunter superlecker.

Speiseplan #226

  • Mittwoch: Pizza mit Chorizo, Paprika, getrockneten Tomaten und Zwiebeln, dazu Feldsalat mit Nüssen und Äpfeln
  • Donnerstag: Kartoffelgratin, dazu gemischtes Gemüse und Hollandaise
  • Freitag: Rahmwirsing, dazu Drillinge und Würstchen
  • Samstag: Roast Potatoes, Schweinefilet und Pilzrahmsauce
  • Sonntag: UWYH

Diesmal ist unsere Woche kürzer wegen der fabelhaften Idee, um Ostern herum die Läden dichtzumachen – da haben wir anders geplant, in der Hoffnung a) nicht totgetreten zu werden und b) auch tatsächlich frisches Gemüse und Obst einkaufen zu können.

WochenendRückblick #225

[Wetter] Keine Ahnung.

[Gemacht] Samstag habe ich mich mal wieder auf’s Sofa gewagt und war den ganzen Tag verspannt und steif, weil ich dauernd Angst hatte, daß irgendwas wehtut. Ich habe ziemlich viel gelesen und nur wenig am Rechner gemacht. Abends haben wir ein bißchen was zusammen geguckt.

Sonntag wurde ich wie immer von dem Köter gegenüber rausgebellt. Danach habe ich gefrühstückt und einige Sachen für die Kleinanzeigen photographiert und sie da auch direkt eingestellt. Hat erstaunlich lange gedauert, und daher blieb keine Zeit zum Lernen. Nach dem Abendessen haben der Mann und ich zum Thema Einlegesohlen konferiert, denn ich habe kommende Woche einen Termin beim Schuhmacher. Bis ich es geschafft habe, daß mir einer Schuhe und Sohlen baut, die passen, bin ich wahrscheinlich alt und grau. Später haben wir noch was geguckt und gleich werde ich dann lernen und lesen.

[Sprachen] Niederländisch bei Duolingo und in der ECOS gelesen.

[Gehört] Der Herr der Ringe, diesmal das Hörspiel.

[Gelesen] Jean-Christophe Grangé: Die letzte Jagd. Joshua Hammer: The Bad-Ass Librarians Of Timbuktu.

[Gesehen] River Cottage.

[Gegessen] Neben den Plansachen eigentlich nix.

[Gekauft] Nix.

[Ausblick auf die nächste Woche] Schuhmacher, wieder. Ich hoffe, diesmal kommt meine Message an. Hoffe ich echt, weil es mir zunehmend schwerfällt, meine Situation auszuhalten. Ich brauche einfach nur vernünftig passende Schuhe, damit mein Leben sich wieder Richtung Normalität bewegen kann. Therapie habe ich auch noch.

Thrifty Thursday #2

Am vergangenen Wochenende haben der Mann und ich einen Gewürzkuchen mit Äpfeln gebacken. In letzter Zeit hatten wir etwas Probleme damit, Äpfel zu kaufen, die nicht styroporartig waren oder nicht schon nach wenigen Tagen matschig wurden, und die Kuchenäpfel waren leider keine Ausnahme. Im Moment überlegen wir, ob es sich für uns lohnen würde, auf Bio-Äpfel und Bio-Kartoffeln umzustellen, weil wir mit den konventionellen Produkten, die man in den Supermärkten hier kaufen kann, wirklich nicht zufrieden sind. Der Kuchen jedenfalls ist prima geworden, und mit ihm konnten wir auch gleich einen Rest Nüsse verwerten, der noch da war. Und leider ist uns eine andere Packung Haselnüsse ranzig geworden. Das ist auch etwas merkwürdig hier: ständig werden uns Nüsse, Samen, Reis und Getreide ranzig, obwohl wir gar nicht mehr viel bevorraten und unsere Hütte auch nicht überheizen. Hm.

Dann haben wir unseren Gewürzschrank aufgeräumt, der erfreulicherweise gar nicht so unsortiert war wie ich befürchtet hatte 🙂 Wir haben uns von drei Gewürzen getrennt, die wir alle nicht mochten und dementsprechend auch nicht nachkaufen werden, der Rest war noch in Ordnung. Wir haben nur ein paar Sachen etwas nach vorn geräumt, um sie mal zeitnah zu verbrauchen, wie z.B. ein Päckchen Paella-Gewürz, das ich aus Spanien mitgebracht hatte. Bei der Gelegenheit habe ich auch gleich eine neue Liste in alphabetischer Reihenfolge für diesen Schrank erstellt, die in die Tür geklebt wurde. Auf diese Weise sieht man auf einen Blick, welche Gewürze man in welchem Fach findet. Ich hatte 2019 einen Chili-Adventskalender bekommen, dessen Inhalt wir immer noch nicht aufgebraucht haben, weil der so üppig war. Diese Woche haben wir jetzt mal Mole Poblano selbstgemacht und es war gleich soviel, daß wir sie an zwei Tagen essen konnten: einmal mit Reis und schwarzen Bohnen und einmal mit Reis und Huhn. Sehr außergewöhnlich und echt lecker! Beim nächsten Mal würde ich wohl eine sehr reife Banane mit dazugeben, wie Jamie Oliver es vorschlägt, denn die Sauce kann wirklich gut etwas Süße vertragen.

Da Ostern naht, habe ich mal den winterlichen Tischschmuck verbannt und dann festgestellt, daß ich gar nicht viel Frühlingshaftes habe. Also habe ich eine neutrales, weißes Deckchen in die Tischmitte gelegt und darauf eine Schale mit einem Keramikhasen, ein paar Ostereiern und einem etwas kitschigen Teelicht gestellt, das auch schon angebrannt war. Paßt. Bis nach Ostern brauchen wir die Kerze auf, dann wird das Glas danach mit Teelichtern bestückt. Ich bin auch wild entschlossen, keine neue Deko mehr zu kaufen, sondern sie nur noch zu finden, geschenkt zu bekommen oder sowas. Meine Katze jedenfalls findet es super, die kleinen Ostereier im Haus rumzuschussern 🙂

Dieses Jahr werden wir ENDLICH unser Gästeklo renovieren. Das hat seit den 80ern keine Aufmerksamkeit mehr bekommen, mal abgesehen davon, daß wir die alten Tapeten abgekratzt und einen neuen Heizkörper und ein neues Fenster eingebaut haben. Will sagen, es ist echt bitter nötig. Diese Woche hat der Mitbewohner versucht, die Kacheln anzuraspeln, damit die neuen Kacheln besser auf ihnen halten, aber es stellte sich heraus, daß auch sie – wie alles in und an diesem Haus – für die Ewigkeit gedacht sind. Wir brauchten also eine neue Diamant-Schleifscheibe für die Flex, und damit ging es dann 🙂 Wir haben außerdem Kacheln, Gummierung, Fliesenkleber, Fugenmasse und alles, was man sonst noch so braucht, kaufen müssen. Immerhin die Bodenfliesen hatten wir noch im Keller (es sind Reste von den beiden anderen Bädern, was für das winzige Klo ausreicht). Alles in allem haben wir bisher 210 € ausgegeben. Dazu werden noch ein neues Klo samt Spülkasten, ein Waschbecken samt Armatur, ein kleiner Spiegel, ein Handtuchhaken sowie Tapete, Farben und Silikon kommen. Ich glaube aber, daß die Badrenovierung deutlich günstiger wird als wir befürchtet hatten. Und diesen Raum endlich von der Liste streichen zu können, ist sowieso unbezahlbar!

Und zu guter Letzt habe ich sieben Bücher geschenkt bekommen, mußte nur das Porto bezahlen ♥ Das freut mich ganz besonders, weil ich doch schon so lange nicht mehr zum Bücherschrank konnte 😀