Use What You Have #17

In den letzten Wochen gab es ein paar richtig coole UWYH-Mahlzeiten:  Broccoli und Speck zu Pasta, eine Paprika-Bohnen-Tomaten-Pfanne mit Adobo-Chilis und Brot und Linsensuppe. Manchmal bleibt vor allem dann Gemüse übrig, wenn ich sowas wie „Gemüse für das Curry“ auf den Einkaufszettel schreibe und mein Mann dann etwas mehr mitbringt, aber selbst wenn kein frisches Gemüse am Ende der Woche im Kühlschrank zurückgeblieben ist, haben wir genug im Vorrat für ein leckeres Abendessen. Die Panikkäufe unter Corona haben bei mir eine intensivere Vorratshaltung zurückgebracht und damit geht es mir besser. Wegwerfen tun wir eigentlich nichts, weil wir alles gut organisiert haben und einmal die Woche in die Schränke gucken. So funktioniert das ganz gut für uns.

Diese Woche hatte mein Mann zwei Blumenkohle eingekauft, aber weil die recht groß waren, haben wir einen gehackt und einfroren. Der wird dann im Laufe der kommenden Tage ein weiteres UWYH-Essen, nämlich eine Pfannenpizza mit CauliflowerCheese on top 🙂 Ich habe allgemein damit angefangen, meiner Familie „weniger“ Essen vorzusetzen. Damit meine ich nicht, daß ich sie hungern lasse :), sondern daß ich strenger rationiere. Ein paar Beispiele: statt zwei Packungen Würstchen kaufen wir nur noch eine. Da kann sich dann halt niemand an den Würstchen sattessen, aber die sind ja eh nur eine Beilage. Statt 10 Eier zu einem Rührei für vier Personen zu machen, bekommt jeder ein Spiegelei. Statt für jeden separat ein paar Joghurts zu kaufen, kaufen wir einen großen Becher und servieren den für alle zum Nachtisch, teilweise noch mit Obst oder Schokoladenraspeln gepimpt. Statt für jeden von uns jede Woche eine größere Auswahl an Brotbelägen zu kaufen, kann sich jeder zwei oder drei Sachen aussuchen. Das sind eigentlich nur kleine Veränderungen, aber man merkt sie deutlich. Der Kühlschrank ist nicht mehr so unübersichtlich voll, es gibt keinen Lebensmittelabfall mehr und der Einkauf ist auch nicht mehr so teuer.

Dann haben wir ja diesen Monat angefangen, Brot selbstzubacken. Oh. Mein. Gott. Diese Woche gab es eine Situation, die sehr schön illustriert, wie toll das Brot ist: der Mann und ich saßen abends auf dem Sofa und aus der Küche duftete das frische Brot. Irgendwann sprang er auf und kam mit zwei Schnitten Brot mit Kräuterbutter wieder, die wir wegschnabulierten als wäre es Haute Cuisine. Es ist wirklich unglaublich lecker und zum ersten Mal seit Jahren haben wir wieder richtig Appetit auf unsere Bütterkes 🙂 Jetzt haben wir angefangen, ganz behutsam richtiges Vollkornmehl in das Brot zu integrieren. Mit „richtig“ meine ich frisch gemahlenes Mehl aus dem ganzen Korn. Auf diese Weise können wir dann auch mal nach und nach unser Getreide verwenden. Wir bevorraten nach einigen desaströsen Schädlingsbefalltotalausfällen nicht mehr viel, aber es sind ja doch immer ein paar Kilo.

Im Zusammenhang mit dem tollen Brot überlegen wir gerade, warum wir nicht auch unsere Pasta selbermachen. Zur Zeit essen wir nur etwa einmal die Woche Nudeln, und zwar 500 g für vier Personen. Natürlich bekommt man Pasta auch spottbillig, aber die, die uns schmeckt, kostet rund 1,50 € pro Pfund (ab und zu findet man sie mal im Angebot für etwa 80 Cent). Früher haben wir übrigens immer 600-700 g Pasta gekocht, aber das haben wir auch schon seit Jahren reduziert, weil es echt unnötig viel war. Selbst wenn wir Pasta mit Ei selbermachen würden, wäre das immer noch viel billiger (ich rede jetzt von 2-3 Eiern für 500 g Mehl und nicht von Jamie Olivers 6-Eier-für 300-Gramm-Mehl-Nudeln^^). Dazu käme, daß es besser schmeckt, daß man weiß, was drin ist, und daß man Mehl ja eigentlich immer im Schrank hat. Mal sehen.

Geguckt haben wir im Februar eine Menge River Cottage Sachen, die wir schon vor Jahren mal angeschafft hatten. Ich selbst habe auch noch bei Prime einige Filme gestreamt. Gelesen habe ich Sachen aus der Bibliothek und aus meiner spanischen Bücherkiste.

Ach ja, und noch eine UWYH-Sache ist meine neue-alte Lampe im Wohnzimmer. Mein Mann hatte vor ein paar Jahren unser Seilsystem auf LED umgestellt und seither habe ich das Licht gehaßt. Für mich ist das Licht in einem Zimmer superwichtig und die LED-Lämpchen waren entweder zu funzelig, zu gelb, zu grell oder zu punktuell. Wir hatten dann nach mehreren Jahren endlich welche gefunden, die okay waren (aber auch nicht mehr), nur daß deren Elektrik dauernd versagte. Nach ein, zwei Wochen flackerten die stroboskopartig, was natürlich gar nicht geht. Also haben wir nach Monaten, in denen wir immer wieder neue Lämpchen gekauft haben, endlich in ein neues Seilsystem investiert. Leider war es Kacke. Das Licht war zu pudrig und natürlich konnte man das Leuchtmittel nicht austauschen, nur die ganzen Spots. Wie praktisch. Nach einigem Hin- und Her haben wir dann ein weiteres Seilsystem gekauft, das aussah, als würde es besseres Licht machen. Tat es nicht. Es war die reinste Funzelei mit dem Ding. Sehr entnervt habe ich dann gesagt, ich will meine Halogenlampen wieder. Ich liebe unser altes Seilsystem und ich liebte das alte Licht. Das Argument, daß das aber mehr Strom verbraucht, war angesichts der Lampenkäufe obsolet. Eins der neuen Seilsysteme haben wir zurückgegeben, das andere hängt jetzt an anderer Stelle im Haus, wo es gut hinpaßt und auch gutes Licht verbreitet. Und ich? Ich habe mein altes, geliebtes Seilsystem wieder, mit Halogen. Wie so oft gilt in einem Aspie-Haushalt: das Alte = das Vertraute = das Beste.

Zuletzt wollte ich noch erwähnen, daß ich zur Zeit darüber nachdenke, abgesehen von der UWYH-Einträgen mal so eine Art Haushaltsklönschnack zu machen. Ich finde Housekeeping sehr beruhigend und interessant, das perfekte Gegengewicht für die komplett durchgeknallte Welt da draußen 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.