The Quest For Good Bread #1

Nach dem Entschluß, kein Geld mehr für schlechtes Brot vom Bäcker zu bezahlen und der intensiven Recherche nach einem einfachen No-Knead-Bread-Rezept haben wir am Mittwoch gleich mal einen Teig angesetzt. Leider stimmten jedoch die Mengenangaben im Rezept gar nicht: der Teig war eher eine Art Mehlsuppe, die in jedem viktorianischen Kinderheim besser aufgehoben gewesen wäre als in unserer Schüssel 🙂 Wir haben dann noch jede Menge Mehl dazugegeben, aber am kommenden Tag, nach 18 Stunden Gärzeit, war das Ganze immer noch viel zu suppig. Also ab damit in den Müll und nochmal recherchiert.

das Brot nach der ersten Runde im Ofen. Seine Farbe bekommt es erst in den letzten 15 Minuten. Und HAIL to the pot!

Nun ist ja Brotbacken eine Wissenschaft für sich und wie überall gibt es auch hier sehr unterschiedliche Ansätze, denen man folgen kann. Die einen sagen, Mehl-Typ 405 funktioniert gar nicht für Brot, während andere finden, es sei sehr wohl geeignet. Nachdem unser erster Teig mit Typ 405 ein Desaster war, kauften wir zwei Mehle der Typen 550 und 1050. Das 550er ist sog. backstarkes Mehl, das 1050er ein leichtes Vollkornmehl. Also, okay. Als Ex-Vollwertköstler kriegt man da schon so leichtes Zucken um die Augen, aber warum Vollwertbrot gerade nicht geht, habe ich ja schon erklärt: es dauert zu lange, ist zu aufwendig und ich kann es derzeit nicht leisten.

sehr ansehnliches erstes Exemplar

Dieser Teig war viel teigiger. Zwar immer noch recht feucht und schlubberig, aber er behielt seine Form zumindest ansatzweise. Nach einer 18-stündigen Teigruhe wanderte er in den vorgeheizten Pott. Der gußeiserne Topf ist übrigens absolut genial. Diese Woche haben wir schon das vegane Paprikagulasch in ihm gemacht und zum einen ist das Essen richtig schrecklich heiß gewesen und zum anderen ließ sich so ein Schmorgericht himmlisch in ihm zubereiten. Diese Anschaffung war also auf jeden Fall nicht umsonst!

Fluffig! Das Brot auch.

Das Ergebnis ist etwas, das den Namen Brot verdient. Fluffig, frisch, knusprig und lecker mit Süßem und Salzigem. Ich persönlich finde, der Teig könnte noch ein wenig mehr Salz vertragen, aber das ist natürlich Geschmackssache. Auch warm ist das Brot bekömmlich und mild, aber wir müssen mal gucken, was der Langzeit-Sodbrennen-Test ergibt, also zum Beispiel wenn man das Brot mit Tee zum Frühstück ißt oder so. Aber alles in allem bin ich schon sehr zufrieden!

Reden wir noch kurz über die Kosten. Für etwa 750 g Brot vom Bäcker ohne Körner und Schnickschnack zahlen wir hier ungefähr 3 bis 3,50 €. Ein 750 g Brot mit Körnern liegt bei etwa 4,50 €. Unser Brot wiegt 1,3 kg und hat etwa  1,40 € gekostet (genau gesagt 1,363 €). Der Preis setzt sich wie folgt zusammen:

  • 800 g Mehl (beide Mehle kosten dasselbe): 0,60 €
  • 22 g Meersalz: 0,033 €
  • 2 g Trockenhefe: 0,13 € (aufgerundet)
  • 2 kWh Strom: 0,60 €

Abgesehen vom Ändern der Salzmenge würde ich jetzt auch mal gern mit Sauerteig und Körnern experimentieren, aber das kommt so nach und nach.

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