Brot

Daß ich kein Fan der Backwaren bin, die man hier so in unserer Region bekommt, habe ich, glaube ich, schon öfter geschrieben. Ich habe tatsächlich noch nie flächendeckend so schlechtes Brot bekommen wie hier. Wir haben vor zwei oder drei Jahren mal sämtliche Bäcker hier im Landkreis und in der Stadt ausprobiert, aber das Ergebnis ist immer dasselbe gewesen: das Brot und die Brötchen schmecken nach Pappe und fühlen sich wie Schaumstoff im Mund an, meist gefolgt von hartnäckigem Sodbrennen dank der ganzen Zusatzstoffe. Es war mal so schlimm geworden, daß ich mich auf Zöliakie habe testen lassen btw, was ich ziemlich krass finde. Den verführerischen Duft nach Hefe und Mehl zusammen mit dieser knackigen Rösche der Kruste gibt’s scheinbar nicht mehr. Daß das auch bei den Traditionsbetrieben so ist, finde ich ganz schön traurig. Tatsächlich haben wir einen einzigen Bäcker mitten im Stadtzentrum gefunden, der richtig tolle Backwaren anbietet, aber der ist so teuer (und zudem soweit von uns weg), daß man davon nicht dauerhaft den Hunger von vier Leuten stillen kann.

Jedenfalls haben wir in den letzten anderthalb, zwei Jahren in der Regel Vollkorntoast vom Aldi gegessen, das wir meist Richtung Wochenende mit Brot und Brötchen von einem Bäcker aus unseren Ort ergänzt haben. Die Wahl fiel übrigens auf diesen Bäcker (der eine Kette betreibt), weil dessen Backwaren die am wenigsten Furchtbaren sind, was natürlich kein Qualitätsmerkmal darstellt 😉 Wir haben übrigens viele Jahre lang selbst gebacken, so mit Getreidemahlen und allem, aber in der seit anderthalb Jahren andauernden Situation mit meinen ganzen gesundheitlichen Problemen ist das gerade einfach nicht möglich, denn Vollwertbrote brauchen Zeit.

Heute haben wir dann mal den Kassensturz für Januar gemacht und der zeigte, daß wir allein im Januar rund 90 € für Backwaren ausgegeben haben. Und da ist der Alditoast nicht mal dabei! Also sind 90 € für allenfalls mittelmäßiges Brot draufgegangen, das oft genug auch noch Sodbrennen verursacht hat. Uff! Damit ist jetzt Schluß, haben wir beschlossen. Ich wäre ja sehr gern bereit, diesen Betrag für gutes Brot auszugeben, das ohne Zusatzstoffe auskommt und lecker ist, aber so tut es mir um mein Geld leid (und um meinen Magen). Fortan kaufen wir nur noch Alditoast und am Wochenende wird schnelles Brot selbstgebacken, und wenn es erstmal noch ohne echtes volles Korn gehen muß, um den Backprozeß zu verkürzen. Warum übrigens der günstige Vollkorntoast vom Aldi so bekömmlich ist, weiß ich nicht, aber da kommt nicht mal Bio-Vollkorntoast mit, der mehr als zweimal so teuer ist.

Ich bin jetzt auf der Suche nach einem Brotrezept, das es mir erlaubt, den Teig bereits am Vorabend zu kneten und dann (ggf. im Kühlschrank) bis zum nächsten Tag ruhen zu lassen, vielleicht auch noch länger, damit der Teig reifen kann. Je länger der Teig reift, desto röscher und bekömmlicher wird das Brot ja bekanntermaßen. Bin jedenfalls mal gespannt, wie viel Brot ich für 90 € backen kann und wie viel Sodbrennen das dann auslöst… Zur Zeit überlege ich auch, ob wir nicht doch einen sog. Pizzastein anschaffen sollen, aber vorher probiere ich mal, meinen Ofen auf 300°C statt auf 250°C hochzufeuern, damit das Brot, wenn es eingeschossen wird, ganz schnell in Gang kommt. Ich werde berichten 🙂

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