WochenendRückblick #196

[Wetter] Kühler!

[Gemacht] Samstag haben der Mann und ich einen unserer beiden Vorratsschränke durchgeguckt. Wir haben ein paar Dinge beiseite gelegt, die wir gleich in den nächsten Wochen aufbrauchen wollen, aber insgesamt wurden nur drei Tütchen Tortengußpulver vom Mitbewohner entsorgt. Freut mich! Danach habe ich Norwegisch und Schwedisch gelernt. Abends nach dem Essen haben der Mann und ich wieder ein Exit-Game gespielt und waren diesmal sehr schnell durch. Im Anschluß haben wir noch Tee getrunken und einen Film geguckt. Später habe ich dann wieder gelernt und gelesen.

Am Sonntag mußte ich mein Bett machen und der Mann hat in der Zwischenzeit eine Schultüte für den Sohn gebastelt. Zum Ausbildungsbeginn hat er nochmal eine bekommen 🙂 Nachmittags habe ich gelernt und hatte meine erste Schwedischstunde mit einem Lehrer, abends haben wir Essen vom Mexikaner geholt und einen Film geguckt.

[Español] Nada.

[Norsk] Duolingo.

[Gehört] Die drei Fragezeichen. Placebo. Heilung.

[Gelesen] Kurt Braunmüller: Die skandinavischen Sprachen im Überblick.

[Gesehen] Auf der Jagd. Der letzte Kaiser.

[Gegessen] Neben den Plansachen: Milchreis mit Äpfeln und Zimt. Brötchen.

[Gekauft] Drei BlueRays. Wir haben beschlossen, unsere Filmsammlung um einige Schätzchen aus den 90ern zu erweitern, die uns noch fehlen.

[Ausblick auf die nächste Woche] Der Unterricht bei meinem neuen Spanischlehrer beginnt. Ich habe noch zwei weitere Stunden Spanisch mit anderen Leuten verabredet. Ansonsten werde ich Norwegisch und Schwedisch lernen. Würde gern ein bißchen haushalten.

Virtuelles Entrümpeln

Neulich fiel mir auf, daß ich jeden Tag mehrmals auf das Freundschaftsarmband sah, das ich für meine Freundin und mich gemacht hatte. Diese Freundschaft existiert seit Anfang des Jahres nicht mehr und das Bändel hat mich immer ziemlich ratlos gemacht. Wegwerfen wollte ich es nicht, auch aus dem Grund, weil das verwendete Material (Lava-, Edelstein- und Silberperlen) nicht billig war. Außerdem mag ich, wie es aussieht, und es kann ja nix dafür, daß die Freundschaft beendet wurde. Ich habe das Band also in meine Schmuckschatulle gelegt und ich hoffe, daß ich es eines Tages nicht als Symbol für eine weitere vergeigte Beziehung zu einem anderen Menschen, sondern als Zeichen dafür sehen kann, daß ich sehr wohl in der Lage bin, mich auf einen Freund einzulassen.

Nachdem das erledigt war, fielen mir plötzlich noch andere Dinge auf, die ich mit dieser Freundin verbinde. Manches davon wollte ich nicht weggeben (ich hatte mir z.B. eine Fleecejacke gekauft, die ihr so gut gefallen hat, daß ich ihr genau das gleiche Modell auch geschenkt habe), aber von anderen Sachen habe ich mich getrennt. Die Linie, die ich da gezogen habe, war ganz subjektiv auf einem Bauchgefühl begründet: was mir gefällt, das bleibt, und der Rest kommt weg. Dann bemerkte ich, daß immer, wenn ich mir selbst eine Mail schreiben wollte, ihr Name vorgeschlagen wurde, also habe ich sie aus meinen Kontakten gelöscht. Während ich das tat, sprangen mir die ganzen anderen Adressbucheinträge ins Auge, die ich schon lange nicht mehr benutzt habe. Das Ganze endete dann damit, daß ich meine Kontaktliste gesundgeschrumpft habe.

Bei der Gelegenheit dachte ich an alte Briefe, die ich auch noch auf dem Rechner abgespeichert hatte. Auch die habe ich gelöscht. Zusammen mit Uni-Dokumenten von vor über 20 Jahren, alten Gedichten, Geschichten und Notizen. Eigentlich hätte ich auch gleich gern meine Photos durchgeguckt, aber das ist etwas, das ich nicht in ein paar Stunden hinkriege, und ich habe tatsächlich gerade einfach keine Lust auf so ein Mammutprojekt. Kommt dann noch.

Auch bei WhatsApp und Skype habe ich radikal ausgedünnt. Mir leuchtet nicht ein, wozu man Kontakte behält, mit denen man seit Monaten oder gar Jahren nicht mehr geredet hat, vor allem wenn sich Menschen mit einem „ich melde mich dann“ verabschieden und sich de facto nie wieder melden. Einer Person, die sehr engagiert versucht hat, mit mir befreundet zu sein, habe ich unverblümt geschrieben, daß ich ihr keine Freundschaft bieten kann. Die Entscheidung ist mir schwergefallen, denn wie vermutlich jeder Aspie mache ich nicht eben die Erfahrung, daß sich Leute darum reißen, mit mir befreundet zu sein, aber ich merke halt deutlich, welche Kontakte einfach eine Menge Energie ziehen und welche mir guttun.

In den letzten drei Monaten habe ich bei zwei Plattformen, die ich oft (meist täglich) nutze, ein Experiment gewagt: ich habe in mein Profil reingeschrieben, daß ich kein Interesse an Kontakt habe und man mich bitte nicht anschreiben soll. Tatsächlich bekomme ich seither weniger Nachrichten, aber es sind immer noch etwa fünf pro Woche. Fünf! Pro! Woche! Das finde ich schon sehr abgefahren. Was für eine Reaktion erwarten Leute denn, wenn sie jemanden antexten, der klar schreibt, daß er keine Nachrichten haben will? Wie auch immer deren Wunschvorstellung aussieht, tatsächlich ignoriere ich sie vollkommen und reagiere nicht mehr auf Messages. Ich habe dadurch rausgefunden, wie viel Energie und Zeit es gefressen hat, diese unerwünschten Kontakte zu „bedienen“, denn ich war bei aller Genervtheit immer sehr höflich geblieben. Verrückt. Das mache ich jedenfalls weiter so.

Bei YouTube bin ich auch immer noch fleißig dabei, meine „später ansehen“-Liste abzubauen. Inzwischen bin ich bei unter 350 Videos angekommen. Einige davon werden in der Liste verbleiben, als Erinnerung an Kanäle, denen ich früher mal gefolgt bin und bei denen ich gern alle Jubeljahre mal vorbeigucke, oder auch als Hilfe zum Tracken meiner Lernfortschritte. Es ist cool, wenn man zu Beginn einer Lernreise ein Video anguckt und nix versteht, und ein Jahr später fast alles begreift. Den Großteil der Videos aber gucke ich mir an und lösche sie dann. Ich habe noch sehr viele Spanisch-Videos in der Liste und weiß nicht, was ich mit denen machen soll. Eigentlich brauche ich keine Grammatikübungen mehr – uneigentlich finde ich die aber hinreißend 🙂 Vielleicht reduziere ich das einfach ein wenig.

Das Gefühl, dieses virtuelle Gerümpel ausgedünnt zu haben, ist wirklich cool und befreiend (dabei finde ich, daß es gar nicht sooo viel war).

Norwegisch #79

Diese Woche war sehr produktiv, weil ich praktisch schmerzfrei war. Neben zehn Duolingo-Lektionen jeden Tag habe ich mehrmals Vokabeln wiederholt, Videos geguckt und mit meinem Lehrer geredet. Mir fiel dabei auf, daß der Umstieg von einer Sprache in eine andere für mich immer ein ziemlicher Stolperstein ist. Nachdem ich in den letzten zwei Wochen soviel Spanisch geredet habe, benutzte ich einige spanische Begriffe während meiner Norwegischstunde, aber zum Glück konnten mein Lehrer und ich darüber lachen.

Schwedisch lerne ich nach wie vor täglich, was einen Effekt auf mein Norwegisch hat: manchmal verwechsle ich Worte oder mir fallen Vokabeln nicht mehr ein, die ich eigentlich kenne. Trotzdem kommen sich Norwegisch und Schwedisch insgesamt nicht so ins Gehege wie z.B. Spanisch und Italienisch das bei mir taten. Warum, weiß ich nicht.

Ich denke gerade darüber nach, mir eine 30-minütige Unterrichtseinheit bei einem Schwedischlehrer zu buchen, einfach um mal zu gucken, wie mein Schwedisch so ist, wenn ich es benutzen „muß“. Eigentlich war mein Ziel ja bloß, es zu verstehen, aber es wäre auch cool, wenn ich mich bis zu einem gewissen Grad ausdrücken könnte… Für Schwedisch benutze ich größtenteils Duolingo, habe aber auch in dem Alfred-Buch weitergemacht und Videos auf Schwedisch geguckt. Kein Ziel zu haben und nicht fokussiert darauf hinzuarbeiten, tut mir gerade ganz gut.

Zwei Wochen Spanisch – mein Resümee

In den letzten zwei Wochen habe ich mit elf Lehrern aus sechs unterschiedlichen lateinamerikanischen Ländern geredet. Hier kommt mein Fazit.

Die Unterrichtsstunden waren so individuell wie die Leute selbst. Wie ich schon schrieb, kann man von einem Vorstellungsvideo nicht darauf schließen, wie Menschen tatsächlich sind bzw. wie ihr Unterrichtsstil ist, und darum würde ich auch nie bei einem Unbekannten mehrere Stunden buchen. Übrigens bieten viele Lehrer besonders günstige Preise für eine einmalige Probestunde an – eine gute Sache. Mein Fokus lag und liegt darauf, mit meinem Lehrer über ganz unterschiedliche Dinge zu sprechen, damit ich mein Niveau und meine Fähigkeit, mich fließend und spontan auszudrücken, erhalten oder vielleicht sogar aufbauen kann. Es geht also darum, eine Gesprächssituation zu schaffen, in der ich wirklich ans Reden komme. Alle Lehrer waren darüber im Vorfeld informiert; bei italki gibt es die Möglichkeit, einander Nachrichten zu senden bzw. ein vorbereitetes Dokument mit Fragen an den Lehrer zu übermitteln. Meine Überraschung war dann schon entsprechend groß, als zwei Lehrerinnen 80% der Zeit selbst redeten, über sich, ihr Leben, ihre Hobbys und anderes. Ja, gewiß ist Hörverständnis wichtig, doch ich finde, daß die beiden sich nicht an meinen Wunsch und meine Bedürfnisse gehalten haben, und daher würde ich mit ihnen nicht wieder eine Stunde buchen. Dazu möchte ich noch was schreiben, nämlich daß ich glaube, daß ich ein netter Mensch bin. Alle Lehrer, mit denen ich geredet habe, haben im Anschluß von mir eine 5-Sterne-Bewertung und einen netten Kommentar bekommen, auch diejenigen, die meiner Ansicht nach nicht auf mich eingegangen sind. Ich mache das deswegen, weil mir mal eine Lehrerin erzählt hat, daß sie nach einer 3-Sterne-Bewertung zwei Monate lang keine einzige Stunde verkauft hat und dadurch in finanzielle Not geriet. Eine Bewertung mit weniger als fünf Sternen würde ich nur dann geben, wenn etwas grob schiefläuft, wenn z.B. der Lehrer arg verspätet aufschlägt oder die Klasse zu früh beendet, wenn er unhöflich ist oder sowas. Probleme mit der Internetverbindung oder mit der Chemie zwischen mir und der anderen Person würde ich nie als Anlaß für eine schlechte Bewertung nehmen. Eine Lehrerin hat z.B. unsere Stunde fälschlicherweise nach 30 Minuten beendet, obwohl ich 60 Minuten gebucht hatte, was ihr aber im Anschluß selbst aufgefallen ist. Sie hat mir angeboten, daß ich nochmal 30 min. buchen soll und wir dann 60 min. machen. Auch sie hat von mir fünf Sterne bekommen, wenngleich ich auch bei ihr nicht wieder buchen würde, aus anderen Gründen. Eine schlechte Bewertung hat sie deswegen trotzdem nicht verdient. Shit happens, das könnte jedem passieren, und sie hat sich ja auch selbst korrigiert.

Bisher habe ich eigentlich immer gedacht, daß mein aktives Spanischniveau nur an mir selbst liegt, aber das ist nicht so. Ich habe nun die Erfahrung gemacht, daß es Menschen gibt, bei denen mein Spanisch von B2/C1 rapide auf B1 abrutscht, und ich denke, das hat mit einem typischen Problem hochbegabter Menschen zu tun: Langeweile. Ich weiß, daß mein Gehirn ganz schnell blockiert, wenn mir langweilig ist, weswegen ich ihm ständig neuen Input bieten muß. Beim aktiven Lernen wechsle ich sehr schnell zwischen verschiedenen Dingen (z.B. Duolingo, Vokabeln, Videos, Lesen etc.), oft im Sekundenrhythmus. Ein Lehrer hat mich mit seiner Art innerhalb von sieben Minuten so ermüdet und gelangweilt, daß ich am liebsten die Stunde abgebrochen hätte, und das lag vor allem daran, daß er mir zwar Fragen gestellt hat, es aber keinerlei Reaktion seinerseits auf meine Antworten gab, aus denen sich ein Gespräch hätte entwickeln können. Es war mehr wie ein lustloses Abfragen mit vielen unterbrechenden Korrekturen. Kontext entstand so überhaupt nicht und ich merkte dann auch, daß ich keine Lust hatte, über persönliche Dinge zu reden. Auch bei diesem Lehrer würde ich natürlich nicht wieder buchen. Andererseits gibt es Leute, die so aufgekratzt sind und hysterisch gute Laune verbreiten möchte, daß ich mich ganz schnell überfordert und genervt fühle.

Besonders schöne Gespräche entstanden dort, wo man Gemeinsamkeiten fand, z.B. das Sprachenlernen an sich, die Gefühle bzgl. der Corona-Situation oder Lebenserfahrungen. Für mich ist es auch immer sehr angenehm, wenn mein Gesprächspartner genauso neugierig auf meine Kultur ist wie ich auf seine. Ich habe unheimlich viel über das Leben in den verschiedenen südamerikanischen Ländern gelernt und das ist genau die Erfahrung, die meine Lernfreude befeuert. Umgekehrt waren meine Gesprächspartner meist sehr überrascht über bestimmte Dinge, die das Leben in Deutschland betreffen, so ist ihnen beispielsweise völlig unklar, wieso wir Deutschen immer noch so einen immensen Schuldkomplex wegen der NS-Zeit mit uns herumschleppen – sehr erfrischend, mal sowas zu hören.

Ein kolumbianischer Lehrer, der auch im RL Spanischlehrer ist, hatte sich besonders gut auf unsere Stunde vorbereitet. Um mein Niveau einschätzen zu können, bat er mich zu Beginn, bestimmte Dinge über mich zu erzählen, und ließ mich dann Bilder beschreiben, Zitate kommentieren und ähnliches mehr. Überraschenderweise (?) hat mir diese Stunde mit am meisten Spaß gemacht…ok, ich bin auch einfach ein Grammatiknerd 🙂 Er fragte als Einziger danach, was ich de facto lernen möchte und auf welche Weise, und er notierte sich meine Angaben in ein Formblatt, das er für jeden Schüler anlegt. Wow.

Allgemein habe ich alle Dialekte gut verstehen können – tatsächlich reden Lateinamerikaner langsamer und deutlicher als viele Spanier. Mit einer Lehrerin aus Mexiko habe ich dann noch über die Unterrichtspreise und mein Dilemma mit der fairen Bezahlung sprechen können. Sie sagte mir, daß es sich in der Regel nicht lohnt, mehr für eine Stunde zu verlangen, weil sie dann nämlich insgesamt weniger Buchungen bekommt. Die meisten, die sich einen südamerikanischen Lehrer suchen, kommen aus den USA, und da ist man offenbar nicht gewillt, mehr Geld für Unterricht bei einem Latino auszugeben, however fucked that is. Ich fragte sie, ob sie sich denn damit nicht ausgebeutet fühlt, und sie erwiderte nein, weil die Lebenshaltungskosten in Südamerika insgesamt niedriger sind und das, was ich als wenig Geld wahrnehme, da einfach weiter/länger reicht. Ich sehe allerdings immer noch eine deutliche Schräglage, verstehe aber auch, daß keinem geholfen wäre, wenn ich aufgrund der niedrigen Preise nicht buchen würde (womit sich meine Vermutung diesbezüglich bestätigt hat).

Von den elf Lehrern würde ich fünf noch einmal buchen, und ich überlege nun, wie ich mir das zeitlich einrichte mit meinen anderen Lehrerstunden und Austauschgesprächen. Den Lehrer aus Kolumbien mit dem Formblatt habe ich mir bereits für fünf weitere Stunden gebucht, weil ich echt sehr angetan von ihm und seiner Art war, und mit einer anderen Lehrerin hatte ich ebenfalls schon eine zweite Stunde.

Ja, und nachdem ich das alles eigentlich nur deswegen gemacht habe, weil meine mexikanische Lehrerin, mit der ich seit dem Frühsommer zusammenarbeite, ihre Preise um inzwischen mehr als 300% erhöht hatte, und ich das einfach nicht bezahlen kann, hat just diese Lehrerin mir einen fetten Nachlaß eingeräumt, weil sie die Stunden mit mir so toll findet und mich gern als Schüler behalten würde. Verrückt 🙂 Aber ich freue mich darüber. Ich werde also doch bei ihr bleiben können, möchte aber fortan wieder mehr und öfter Spanisch machen, so dreimal die Woche etwa.

Fazit? Es war anstrengend und aufgeregend, mich täglich auf einen neuen Menschen einzulassen; dadurch, daß das alles aber durch das italki-Prinzip sehr unverbindlich war, wurde mir der Druck genommen. Mein Spanisch ist jetzt wieder auf einem guten C1-Niveau angekommen und ich war absolut beeindruckt davon, welche Vokabeln mein Hirn noch so ausspuckt. Umgekehrt habe ich White Outs, wenn ich mich langweile oder mir der Tatsache zu bewußt bin, daß ich eine Fremdsprache spreche. Nachdenken ist irgedwie Gift für die flüssige Rede. So eine „Tour de Force“ würde ich wieder machen, auch wenn das ein großer Schritt raus aus der Comfort-Zone gewesen ist. Und zu guter Letzt: Spanisch ist einfach wundervoll ♥

WochenendRückblick #195

[Wetter] Es ist etwas abgekühlt, juchu!

[Gemacht] Gelernt und gelesen, ein Exit-Game gespielt, entrümpelt, geputzt, Filme geguckt und einen Brief geschrieben.

[Español] Eine Stunde mit einer jungen Mexikanerin geredet.

[Norsk] Duolingo, Vokabeln und ein paar Videos.

[Gehört] A Perfect Circle. Die drei Fragezeichen. Oxen 4, zuende.

[Gelesen] Jochen Peichl: Innere Kinder, Täter, Helfer und Co. Alex Rawlings: How To Speak Any Language Fluently.

[Gesehen] Dokus und den letzten Teil vom Terminator. Den fand ich leider sehr schwach.

[Gegessen] Neben den Plansachen: Beerentiramisù, Würstchen und Sesamschokolade.

[Gekauft] Zwei T-Shirts.

[Ausblick auf die nächste Woche] Schuhmacher, Sprachen und einen Termin mit einem Aufzug-Mann. Es könnte sein, daß ich einen Aufzug oder eine Hebeplattform für meinen Rolli bekomme.

Norwegisch #78

Back on track! Diese Woche habe ich das Pensum geschafft, das mir so vorschwebt, incl. Vokabeln und Lehrergespräch.

Bei Duolingo habe ich jetzt nur noch die zwei letzten Abschnitte des echt sehr großen Norwegisch-Baumes vor mir. Wenn ich in meinen Tempo weitermache, sollte das noch etwa zehn Wochen dauern, d.h. bis Jahresende (was mein Ziel war) sollte das locker zu schaffen sein.

Diese Woche habe ich gelernt, wie man den Irrealis bildet. Das ist für mich ein gutes Zeichen, denn irreale Dinge auszudrücken, ist eigentlich in jeder Sprache das Schwierigste. Jeg ville ha spist min brødskive, hvis den hadde hatt flere reddiker på. Ich hätte mein Bütterken* gegessen, wenn es mehr Radieschen drauf gehabt hätte. [* „Bütterken“ ist bergischer Lokalkolorit und heißt belegtes Brot, aber es entspricht dem Konzept einer brødskive so genau, das ich das halt als Bütterken übersetze]

Schwedisch mache ich auch noch immer täglich. Neulich habe ich mal Kochvideos auf Schwedisch geguckt und die sind für mich inzwischen wirklich besser verständlich. Auch habe ich ein Kapitel in „Alfred“ gemacht.

Zur Zeit besteht meine Lernroutine aus drei Abschnitten täglich. Norwegisch mache ich immer zuerst und in der Regel schaffe ich zehn Duolingo-Lektionen in anderthalb Stunden. Danach mache ich Schwedisch. Diese beiden Sprachen kann ich zeitlich recht nah beieinander lernen. Meist erfolgt dann eine mehrstündige Pause, in der wir zu Abend essen, spielen oder einen Film gucken und daran schließt sich Spanisch an. Funktioniert ganz gut für mich.

Use What You Have #12

Bis in den Juli hinein war ich mit meinem UWYH-Jahr superfrieden. Ich habe soviel Geld gespart, daß ich die Bilder, die ich mir im Frühsommer gekauft habe, locker davon habe bezahlen können. Im Juli, also ungefähr zu dem Zeitpunkt, wo ich nur noch im Bett lag und nichts anderes mehr ging, habe ich mir dann ein paar Dinge gekauft, die ich nicht gebraucht hätte. Sowas wie Aufkleber und Washi-Tape (das ist etwas, das ich mir eigentlich nie kaufe) oder hier und da ein Buch. Bettwäsche. Dann noch ein Dekokissen. Ein T-Shirt. Parfum. Teures Duschgel. Die Exit-Games. Im Grunde hätte ich auf alles verzichten können, aber es tat mir gut, mir etwas Schönes zu leisten, das einfach nur den Zweck erfüllte, mich zu erfreuen.

Letzte Woche konnte ich dann einen notwendigen Arztbesuch mit Einkaufen verbinden. Mein erstes Mal in einem Supermarkt seit einem Jahr! Es gibt viele neue Produkte (aber es wurden auch Dinge eingestellt, die ich sehr gern mochte) und ich habe mir auch mal Sachen mitgenommen, die ich nie auf unsere Einkaufsliste geschrieben habe. Sowas wie eingelegte Oliven und Pepperoni oder Reibekuchen. Durch meine schrägen aspergerigen Eßgewohnheiten ist die Menge der Sachen, die ich als eßbar klassifiziere, ziemlich eingeschränkt, und daher esse ich seit einem Jahr eigentlich immer dasselbe, nämlich entweder Camembert oder Bärlauchkäse, drei Sorten vegane Aufstriche oder Salami bzw. Schinken. Jetzt habe ich mich mal getraut, nach etwas an der Wursttheke zu gucken und ja, es schmeckt mir und ist „koscher“. Das ist ein schönes Gefühl, fast ein bißchen wie Urlaub – dabei geht es um ein paar Scheiben von einem anderen Schinken. Ich glaube, ich neige allgemein dazu, mich auf wenige Optionen zu beschränken, weil mich Vielfalt oft total verwirrt. Ich bin Marken oder Produkten gegenüber auch total treu, weil ich Neues meist nicht so gut finde. Von meinen geliebten Routinen bin ich nur schwer wegzubekommen.

Das Gefühl, mit meinem UWYH-Vorsätzen gebrochen zu haben, wird von dem Gefühl der Freude über die neuen Dinge deutlich gemindert. In meiner derzeitigen sehr reizarmen Umgebung sind auch neue Kleinigkeiten sehr willkommen. Ich fühle mich nicht „schuldig“ oder so, merke aber auch, daß es mir nach wie vor wichtig ist, genau zu prüfen, was ich mir kaufen will. Und bevor ich etwas kaufe, lasse ich es in der Regel mal eine Weile auf dem Wunschzettel stehen.

Recht viel Geld habe ich diesen Monat auch für Spanisch aufgewendet. Die Entscheidung dafür hatte ich getroffen, nachdem wir in der Familie darüber geredet haben, wie viel Geld wir allein dadurch sparen, daß mein Mann und ich nicht soviel unterwegs sein können wie sonst. Spritgeld zum Beispiel, oder hier und da mal eine Currywurst. Das fällt schon deutlich auf. Auch kaufe ich mir allgemein viel weniger Bücher als zuvor, wenngleich ich es vermutlich niemals schaffen werde, mir ein Jahr lang gar kein Buch zu kaufen. Dadurch, daß ich die Bibliotheken rege nutze, bin ich nur noch nicht bei meinen eigenen Büchern soweit gekommen, wie ich das geplant hatte, aber das kommt dann noch. Die meisten meiner eigenen Bücher bringe ich nach dem Lesen in den Bücherschrank – aber auch das ruht wegen meiner derzeitigen Situation.

Die teuerste Anschaffung im August war mein neuer Laptop. Mein „alter“ Laptop war gerade mal 21 Monate alt, als mir das Gehäuse auseinanderbrach. Ich hatte ihn wie alle meine Sachen echt pfleglich behandelt, und dann gedacht, ich könnte ihn ja wohl auf Kosten des Verkäufers reparieren lassen, weil ich noch innerhalb der 24monatigen Gewährleistungsphase steckte, aber – surprise! – auf diese „Verschleißteile“ gibt es nur ein Jahr Garantie und die Reparatur hätte ich selbst tragen müssen. Als mein Mann dann das Gerät aufschraubte, stellte er fest, daß dort Stahlschrauben in ein Gehäuse aus Plastik eingearbeitet sind. Oder anders formuliert: das Gerät besitzt da eine Sollbruchstelle. Selbst wenn ich es hätte reparieren lassen, wäre es nur eine Frage der Zeit gewesen, bis genau dasselbe wieder passiert wäre. Sowas ärgert mich immer sehr und ich werde mir in der Folge nie wieder ein Gerät von HP kaufen. Meinen neuen Laptop von Acer finde ich toll. Nur seine Lautsprecher sind etwas dumpf, aber ich bin schon dabei, mich daran zu gewöhnen. Auf externe Lautsprecher verzichte ich wohl, weil mir das Handling so lästig ist.

Zwei tolle UWYH-Essen waren Gemüsereis mit Maispuffern und Möhrenrohkost bzw. Tomatenkuchen mit Würstchen und zum Nachtisch Aprikosenkuchen mit Mandeln. Im September werden der Mann und ich unseren Vorratsschrank durchgucken und ich bin mal gespannt, was wir da noch alles so finden werden…

WochenendRückblick #194

[Wetter] Eigentlich eher gemäßigt, aber trotzdem zu warm.

[Gemacht] Ich habe recht viel Norwegisch, Schwedisch und Spanisch gelernt, mit dem Mann ein Exit-Game gespielt, gelesen, eine Serie geguckt und einen Kuchen gebacken.

[Español] Ich hatte zwei Gespräche mit Lehrern aus Mexiko und Peru, habe außerdem mit einer argentinischen Austauschfreundin getextet.

[Norsk] Duolingo und Vokabeln. Ich habe nochmal versucht, ein Buch zu kaufen, das ich gern hätte, aber selbst der Download eines E-Books ist so kompliziert, daß ich es entnervt drangegeben habe. Schade.

[Gehört] Jens Henrik Jensen: Oxen 4/Lupus. Die drei Fragezeichen.

[Gelesen] Nils Büttner: Hieronymus Bosch.

[Gesehen] World’s Toughest Race/Eco-Challenge Fiji: 66 Teams mit jeweils vier Mitgliedern hetzen tagelang ohne Schlaf einmal quer über die Fidschi-Hauptinsel. Außerdem 21 Bridges. Den fand ich ziemlich gut.

[Gegessen] Neben den Plansachen: Nektarinen und Äpfel und ein bißchen Apfelkuchen mit Zitronencreme. Viele der Rezepte von diesem YT-Kanal gefallen mir total gut, weil die meisten echt sehr simpel sind.

[Gekauft] Duschgel und Parfum. Zwei Facehugger Mundschutzdingsbumse. Ein Kissen. Ein Buch.

[Ausblick auf die nächste Woche] Jeden Tag Spanisch. Vielleicht Friseur. Vermutlich Schuhmacher.