Use What You Have #7

Im Moment hat der Mitbewohner Urlaub und da können wir einige Kisten durchgucken, die wir noch im Keller hatten. Vor einer Weile, nachdem unser Dach neu gedeckt worden war, hatten wir schon einen Großteil unserer Kisten durchgeguckt und dann auf den Dachboden geschafft, aber im Keller war verblieben, was wir gern im direkteren Zugriff gehabt hätten. Wenn wir aber die Kisten zwei Jahre oder länger nicht anrühren, ist bei uns die Wahrscheinlichkeit dafür groß, daß wir vieles von ihrem Inhalt gar nicht mehr brauchen oder wollen. Und tatsächlich, wir haben insgesamt zwölf von diesen Kisten leeren können. Größtenteils waren es Bettwaren wie alte Kissen oder Decken, aber auch Zubehör vom nicht mehr vorhandenen Wasserbett, Kleidung, Kinderspielzeug und anderes. Der Mitbewohner hat gleich alle Textilien zum Altkleidercontainer verfrachtet und Ende April ist bei uns Sperrmüll, wo dann der Rest wegkommt. Jetzt sind nur noch zehn Kisten übrig, die wir in der kommenden Woche sichten werden.

Das Verrückte ist, daß wir eigentlich seit 2009 dabei sind, unseren Hausstand zu reduzieren und echt schon kubikmeterweise Zeug weggeschafft haben, aber daß immer noch so viel übrig ist! Beim Sichten können wir auch feststellen, daß das alles alte Dinge sind. Es ist also nicht so, daß wir ständig nachkaufen und dann relativ neue Sachen wegwerfen. Ich glaube, wenn der Keller erstmal kistenfrei und gereinigt ist, werde ich mir auch nochmal die Kisten vom Dach vornehmen. Von deren Inhalt existieren zum Glück detaillierte Photos, so daß man die Kisten nicht erst herunterschaffen muß. Ein vernünftiges Ordnungssystem zahlt sich echt aus. Aber trotzdem. Manchmal fühle ich mich, als würde das Zeug nachwachsen…

Ein Gutes – abgesehen von mehr Platz im Keller – hat die Aktion, wir haben nämlich angefangen, dem Sohn Kisten zu füllen mit Dingen, die er mitnehmen kann, wenn er auszieht. Sowas wie Töpfe, Geschirr, Besteck etc. haben wir zum Teil in dreifacher Ausführung, weil wir im Grunde ja auch drei Haushalte fusioniert haben.

Zwei Dinge mußten wir im April bisher ersetzen, die interessanterweise eine ähnliche Funktion haben: unseren Toaster und unseren Sandwichmaker. Der Toaster war schon über zehn Jahre alt und bei ihm sind ein paar Heizspiralen durchgeschmort, so daß der Toast eher nicht so geröstet aus ihm raushüpft. Den Sandwichmaker hatten wir auf einer Tombola Silvester 1999/2000 gewonnen und seine Beschichtung ist inzwischen verschrammt.

Dann hatte ich mir im Laufe der letzten Wochen das japanische Schriftsystem mal näher angeguckt. Ich weiß nicht, ob ich ernsthaft Japanisch lernen will, aber ich bin eben neugierig, was die Schrift angeht. Es gibt ein paar kostenlose Apps, die ich echt gut finde, aber ich wollte auch gern ein Buch zu dem Thema haben, allerdings ohne Geld auszugeben. Die Bibliotheken sind ja derzeit geschlossen, also war das keine Möglichkeit. Ich habe mich dann daran erinnert, daß ich schon vor zwei Jahren mal einen Gutschein für amazon.com geschenkt bekommen hatte. Den konnte ich nun einlösen, um mir das Buch zu bestellen. Es kommt zwar erst Ende Mai, aber mich drängt ja nichts 🙂 Allerdings habe ich dann dieses Wochenende ein weiteres Buch bestellt, welches das Guthaben auf dem Gutschein sprengte. Aber das war es mir wert, weil das Buch genau das abdeckt, was ich suchte, wie mir die Vorschau verriet. Soll aber auch erst im Mai oder Juni kommen. Ich habe aber gemerkt, daß ich beim Bestellen sehr viel zögerlicher war als sonst, und ich möchte auch versuchen, kein weiteres Geld auszugeben. Mal sehen. Im Grunde mache ich ja kein no spend year.

Beim Essen klappt das UWYH-Prinzip reibungslos. Wenigstens eine Mahlzeit die Woche kochen wir aus dem, was gerade da ist, und es sind immer echte Perlen. Wie jeder, der sein Brot regelmäßig selbstbackt, hatten auch wir damit zu tun, daß es keine Hefe mehr gibt. Wir haben dann ein wenig recherchiert und herausgefunden, daß man Hefe ganz leicht vermehren und einfrieren kann, was wir jetzt zum ersten Mal gemacht haben. Das Interessante ist, daß diese vermehrte Hefe sehr aktiv ist und man weniger von ihr braucht. Das Vermehren dürfte unterm Strich also weniger kosten als Frischhefe, vor allem weil sie eingefroren wird und dann echt ewig haltbar ist. Problem gelöst.

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