Norwegisch #24

Diese Woche habe ich zwei Kursabschnitte bei Duolingo komplett durchgearbeitet, und zwar „Directions“ und „Qualities“. Gerade bei „Directions“ war das einfach nur pain in the ass, denn für das letzte Kronenlevel mußte man 60 Lektionen (!!) absolvieren. Das fand ich schon sehr übertrieben (normal sind zwischen 6 und 12), aber gut, jetzt habe ich es hinter mir.

Gelernt habe ich dabei, daß man im Norwegischen oft zwei Richtungsangaben braucht, um bestimmte Bewegungen zu beschreiben. Beispiel:

Der Junge springt auf den Tisch. ⇒ Gutten hopper opp på bordet.

Wörtlich heißt das: Der Junge springt auf in den Tisch. Oder so ähnlich (weil på so ziemlich für alles benutzt wird außer bei den Gelegenheiten, wo man sich absolut sicher ist, daß man es anwenden muß, natürlich…).

Gelernt habe ich auch, Adjektive anzupassen. Das war für mich noch immer sehr knifflig und jetzt habe ich es zumindest soweit ganz gut integriert. Würde ich es in einer Konversation immer noch falsch machen? Mit absoluter Sicherheit. Aber es würde sich im Laufe der Zeit mit mehr Sprachpraxis positiv verändern.

Ich habe auch gemerkt, daß es mir inzwischen leichter fällt, Possessivpronomen (auch in Kombination mit Adjektiven) zu verwenden, allerdings hängt bei mir im Bad immer noch ein Merkzettel dazu herum.

Diese Woche habe ich in den Duolingo-Foren zu Spanisch, Französisch und Norwegisch immer wieder davon gelesen, daß Duolingo einem ja gar nicht fließend eine Sprache beibringt und daß das Programm daher voll doof sei. Ich habe dazu schon etwas geschrieben, aber ich habe nach wie vor Probleme mit dem Anspruch, der dahinter zu stecken scheint. Auch Babbel hat mir nicht beigebracht, fließend Spanisch zu sprechen – es hat mich nur darauf vorbereitet, in eine Konversation einzutreten, die am Anfang natürlich noch sehr „basic“ ist. Niemand, der eine Sprache lernt, tauscht sich gleich im ersten Gespräch über eine OP am offenen Herzen aus. Sich das Grundwissen (grammatische Strukturen und ein paar Vokabeln) in Büchern oder Programmen zu holen, ist sehr legitim, aber Sprechen lernt man nur durch Sprechen. Für Spanisch habe ich inzwischen ein recht großes Schatzkästchen voller Standard-Redewendungen, die ich immer wieder verwende, aber sowas baut sich erst über die Zeit hinweg auf, durch stetes Wiederholen und Einüben. So lernt man ja auch seine Muttersprache (nur daß man dieser ungleich länger ausgesetzt ist, bevor man überhaupt mal anfängt, die ersten Silben und Worte zu bilden). Alles in allem ist es eine ziemlich beachtliche Leistung für ein erwachsenes Gehirn, nochmal eine neue Sprache zu lernen. Geduld, Konstanz, Wiederholung und Freude an der Sache sind die Schlüssel dazu.

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