30 Tage Duolingo

Heute vor 30 Tagen habe ich mich bei Duolingo angemeldet und seither jeden Tag mit dieser Plattform gelernt. Zeit für ein kleines Resümee.

Dieser erste Monat in Zahlen:

  • 9787 XP
  • 94 Kronen in Norwegisch
  • 34 Kronen in Französisch
  • 159 Kronen in Spanisch
  • 250 Lingots (und 105 Lingots bereits ausgegeben)

Was mich noch sehr interessiert hätte, wäre ein Tracker, der mir sagt, wie viele Stunden ich insgesamt auf der Plattform unterwegs war.

Der grüne Piepmatz hat den Prozeß des Norwegischlernens für mich extrem vorangebracht. Durch die Möglichkeit, sehr viel zu wiederholen, bleibt mehr haften, und durch die Diskussionen, die es zu jeder einzelnen Frage gibt, lerne ich sehr viel. Das sind nämlich zwei echte Mankos von Babbel: man kann nicht genug wiederholen und keine Fragen stellen. Wenn Fragen auftauchen, ist man damit allein, und manche Dinge sind so speziell, daß sie auch nicht in den Grammatiken auftauchen. Da man bei Duolingo die Möglichkeit hat, bei Muttersprachlern nachzufragen, habe ich alle Fragen, die in diesen 30 Tagen aufkamen, auch direkt klären können, und das empfinde ich als großen Luxus.

Die Grammatikerläuterungen hätte ich mir zum Teil etwas ausführlicher gewünscht, aber dafür gibt es eben zum einen die Diskussionen, zum anderen kann ich aber auch in Bücher reingucken. Vieles klärt sich auf diese Weise direkt. Da Norwegisch meine erste skandinavische Sprache ist, bin ich sowieso noch in der Eingewöhnungsphase, wo ich mein Ohr und mein Gehirn schulen muß (Klang, Satzstellung, innere Logik der Sprache selbst etc.).

Oft wird die Frage aufgeworfen, ob man nur mit Duolingo eine Sprache lernen kann. Ich glaube, der Anfang wäre mir etwas schwerer gefallen als mit dem, was ich mir bereits bei Babbel erarbeitet hatte, aber es wäre gegangen (vor allem mit einer guten Grammatik daneben). Mir würde es noch sehr gut gefallen, wenn es mehr Schreib- und Sprechübungen geben würde und wenn die User sich untereinander Nachrichten schicken könnten, um sich z.B. zum Sprechen zu verabreden. Aber das bieten andere Websites – es besteht also keine echte Lücke.

Da man hier stets ganze Sätze lernt, lernt man auch, sie umzubauen. Auf diese Weise fällt es schon nach kurzer Zeit relativ leicht, eigene Sätze zu bauen. Mich persönlich stört es auch nicht, wenn ich dabei noch immer Fehler mache, weil ich weiß, daß es ein langer Prozeß ist. Auch auf Spanisch weiß ich manchmal nicht recht, wie ich Dinge korrekt ausdrücke. Ein gewisser Prozentsatz jeder Sprache ist eben Kunst 😉

Das Lernen mit Duolingo ist für mich sehr befriedigend und rund. Es ist das erste Mal, daß ich mit „Gamification“ zu tun habe und ich kann verstehen, daß es viele Leute packt – und warum. Dazu kommt, daß ich Duolingo als Gratis-Programm sehr fair finde. Mit dem Upgrade auf die kostenpflichtige Plus-Variante erhält man nichts total Essentielles dazu, das den Usern, die nichts bezahlen wollen oder können, vorenthalten bliebe. Viele Sprachlernportale sind ja vollkommen sinnentleert, wenn man nicht direkt auf die Bezahlvariante umsteigt, und das ist hier eben nicht der Fall. Die Anzeigen am Rand der Website und das Erscheinen von Werbung am Ende jeder Lektion stört mich absolut nicht.

Ich hatte im Vorfeld oft Leute darüber klagen hören, daß sie die Erinnerungen, die sie geschickt bekommen, nervig finden, weil sie ihnen ein schlechtes Gewissen einreden, sofern sie sich nicht täglich einloggen und lernen. Verstehen kann ich das schon, habe dieses Problem aber selbst nicht. Sprachenlernen ist meine Inselbegabung und ich gehe diesem Interesse in bester Asperger-Manier obsessiv nach 😉 In diesem Kontext möchte ich auch noch erwähnen, daß ich es nicht besonders schwer oder aufwendig fand, mich in die Ruby League hochzuarbeiten. Da ich den Ansporn hatte, immer unter den ersten fünf zu sein, war das mit etwas mehr Arbeit verbunden, aber ich kann nicht recht nachvollziehen, warum es Leute gibt, die von einer unfaßbaren Anstrengung sprechen (immerhin kommen anfangs die ersten 15 und später die ersten 10 weiter – und oft beträgt der Abstand zwischen dem Ersten und dem Zehnten rund 2000 XP, was immerhin rund 150 Lektionen entspricht…). Naja, ich darf da wahrscheinlich nicht von mir auf andere schließen, weil ich eben bereit bin, mehrere Stunden täglich in die Sache zu investieren – und dabei auch noch Spaß habe 😉

Alles in allem bin ich mit Duolingo sehr zufrieden. Es macht Spaß, kostet nichts, bietet die Möglichkeit, sich mit anderen Lernenden und Muttersprachlern auszutauschen, und dank des Baukastenprinzips lernt man auch, seine eigenen Sätze zu bilden. Jeg synes det er veldig godt!

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