Italienisch lernen #10

Diese Woche lief für mich besser oder wenigstens produktiver. Dazu kam – total banal -, daß mich drei Dinge, die ich neulich im italienischen Supermarkt gekauft hatte, sehr glücklich gemacht haben, nämlich ein Pilz-Bruschetta-Aufstrich-Dings, ein milchfreies Basilikumpesto und Mini-Tomaten in der Dose ♥ Mir kommt es irgendwie ulkig vor, daß solche Dinge beeinflussen können, wie ich lerne, aber wenn ich eine positive emotionale Regung mit Italienisch verknüpfe, habe ich mehr Lust, zu lernen, und dann kann ich mir Sachen auch tatsächlich merken. Für mich bedeutet das, daß ich öfter mal versuchen sollte, mir solche positiven Momente in Verknüpfung zum Sprachenlernen zu schaffen, denn offenbar geht das auch, wenn man nicht verreist. Nun kenne ich mich sehr gut und weiß, daß der Weg zu meinem Herzen nicht über Filme oder Musik in Originalsprache oder das Lesen eines Zeitungsartikels führt. Klar, es gibt ein gutes Gefühl, wenn man Dinge versteht, aber das spielt sich nicht auf derselben emotionalen Ebene ab wie Essen (Neokortex vs. Hirnstamm – da gewinnt eben doch der Hirnstamm^^). Kurz gesagt werde ich wohl öfter dafür sorgen müssen, daß kulinarische Genüsse meinen Lernwillen anregen. Schreckliches Schicksal 😛

Gelernt habe ich diese Woche bei Babbel:

  • Gefallen mit piace/piacciono auszudrücken (ist im Grunde dasselbe wie im Spanischen mit gusta/gustan)
  • Demonstrativbegleiter questo/quel (wobei quel für mich schon wieder völlig unübersichtlich war und ich, ähnlich wie bei der Pluralbildung, Lücken habe. Witzigerweise nicht beim Sprechen, weil es da auf den Klang und nicht das Bild, das ich von einem Wort vor Augen habe, ankommt) (ist im Grunde dasselbe wie im Spanischen mit este/ese, nur daß es offenbar kein Pendant für aquel gibt)
  • direkte Objektpronomen (ich HASSE diese völlig irreführende Bezeichnung und alle verschwurbelten Erklärungsversuche, die sie nach sich zieht – Leute, das sind Akkusativobjekte. AKKUSATIVOBJEKTE!) (ist im Grunde dasselbe wie im Spanischen mit lo/la usw.)
  • Aussprache von -sc
  • wie man über Sport spricht
  • sapere (ist im Grunde dasselbe wie saber im Spanischen, allerdings weiß ich noch nicht, wie das mit dem Pendent zu poder/können/dürfen ist)
  • die Bildung regelmäßiger Adverbien (ist bis auf zwei Ausnahmen dasselbe wie in Spanisch)

Habe dann mal einen kleinen Text über ein imaginäres Haus verfaßt:

Nella nostra casa ci sono quattro stanze: una cucina, un soggiorno, un bagno e una camera di letto. Nella cucina cuciamo quasi tutte le sere (? jeden Abend) e anche mangiamo lì. Nel soggiorno abbiamo tre divani, un tavolo e il televisore, però non vediamo spesso pellicole. Anche ci sono le mie piante. Nel nostro bagno c’è una vasca e un specchio molto grande. La mia scrivania è nella camera di letto e ho anche un armadio lì. Dormo nel letto piccolo perché non c’è abbastanza spazio per un letto più grande.

Fragen:

  • wie sagt man ‚jeden Abend‘, ‚jede Minute‘ usw.?
  • worin liegt der Unterschied zwischen stanza und camera?
  • braucht man einen Artikel, wenn man eine Ortsangabe machen will („in cucina“ oder „in la cucina“)? <— klarer Fall von ‚erst denken, dann schreiben‘ 🙂

Dann ist mir gestern Abend, als ich mit fiebriger Birne im Bett lag, eingefallen, daß ich eigentlich in der Lage sein sollte, mir italienische Verben herzuleiten, ohne sie je gelernt zu haben, einfach durch mein Spanisch/Englisch/Latein. Tatsächlich habe ich einige gefunden, die wirklich existieren und eine ähnliche oder oft sogar dieselbe Bedeutung haben wie in den anderen Sprachen. Hier mal eine unvollständige Liste:

  • annunciare/denunciare (anunciar/denunciar/announce)
  • maneggiare (manejar/to manage)
  • credere (creder)
  • cantare (cantar)
  • esagerare (to exaggerate)
  • inviare (enviar)
  • decorare (decorar/to decorate)
  • navigare (navegar/to navigate)
  • dare (dar)
  • desiderare (lat. desiderare)
  • apparire (to appear)
  • comprare (comprar)
  • comparare (compar/to compare)
  • scrivere (lat. scribere)
  • andare (andar)
  • pesare (pesar)
  • sentirsi (sentirse)
  • cambiare (cambiar)
  • orientare/orientarsi (orientar/orientarse/ to orientate)
  • dormire (dormir)
  • vivere (vivir – hatte ursprünglich daher auf „vivire“ getippt)

Auch bei anderen Wortarten müßte das gehen, aber das habe ich jetzt noch nicht überprüft.

Alles in allem bin ich also wirklich zufrieden mit dieser Lernwoche. Irgendwie hat sich da jetzt mein Gehirn an Italienisch angekoppelt. Und was war der Trick? Ich habe einfach mehr Zeit in Italienisch investiert als zuvor. Ach ja, und gut gegessen 🙂 ♥

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