Italienisch lernen #2

Die erste Woche Italienisch ist rum und den Rückblick dazu gibt es schon Sonntag, weil ich morgen keine Zeit dafür haben werde.

Zu Beginn habe ich mir erstmal ein Video angeschaut, in dem es um die Ähnlichkeiten zwischen Spanisch und Italienisch geht. Zum Video hier entlang. Allgemein kann ich Sprachnerds den Kanal nur empfehlen 🙂 Paul sagt also, daß zwischen diesen beiden Sprache eine große Ähnlichkeit besteht, daß es aber feine Unterschiede gibt. Das stimmte mich schon mal optimistisch, und das hatte ich ja im Vorfeld auch schon bemerkt.

Innerhalb dieser ersten Woche ist mir allerdings bewußt geworden, daß hierin nicht nur eine Chance, sondern leider auch eine Gefahr liegt. Sehr oft ist es mir passiert, daß ich in die spanische Aussprache reingerutscht bin. Halte ich jetzt nicht für schlimm oder verwunderlich, aber es passierte eben (ich denke, wenn ich weitermache, dann wird mein Gehirn das schon sortieren). Teilweise fielen mir, wenn ich Italienisch machte, nur die spanischen Vokabeln ein – und umgekehrt. Das bewerte ich ebenfalls als normal, aber ja, gerade jetzt am Anfang ist diese lexikalische Ähnlichkeit durchaus auch ein Stolperstein (ich sage IMMER ‚de‘ statt ‚di‘ bzw. ‚da‘!). Sie ist jedoch auch sehr hilfreich, wie Ihr später noch lesen werdet.

Nach dem Ansehen des o.g. Videos habe ich also am Montag den Babbel-Kurs gestartet. Ich hatte kein Ziel, außer: es in meinem Tempo machen, genau wie bei Spanisch. Ich habe beim Spanischkurs immer dann pausiert, wenn ich merkte, daß ich nicht fähig war, weitere Informationen zu verarbeiten bzw. wenn mein Gehirn schlicht bei einem Thema blockiert hat. Oder falls Babbel mir zu ungenau war mit der häppchenweisen Methode und ich mir die gewünschten Informationen woanders suchen mußte. In Spanisch habe ich von Anfang an mehrere Stunden täglich investiert, teilweise sechs oder mehr, dann allerdings nicht nur bei Babbel, sondern auch durch das Ansehen von Videos oder Filmen, das Hören von Podcasts und Musik, durch Lesen, Schreiben und Sprechen. Das mache ich jetzt nicht. Ich habe die Zeit nicht gestoppt, aber ich werde vielleicht pro Tag eine, maximal anderthalb Stunden gelernt haben, und das derzeit nur bei Babbel, also keine Videos, Filme etc.

rein praktische Erwägung: wo sehe ich Worte öfter am Tag und bekomme das Klebzeug auch wieder ab?

Für Spanisch hatte ich mir ein Heft angelegt (aus dem am Ende vier geworden sind), in das ich Sätze, Vokabeln und Grammatik notiert hatte. Das mache ich heute anders, ich splitte auf. Vokabeln und Sätze, die mir aufgrund ihrer Formulierung, ihrer Struktur oder ihrer Anwendbarkeit interessant erscheinen, schreibe ich auf Vokabelkarten. So stelle ich sicher, daß ich sie wirklich öfter zu Gesicht bekomme als in dem Heft 🙂 In das Heft schreibe ich nur Grammatik und zwar stichwortartig. Hier merke ich, daß ich durch Spanisch einfach noch sehr nah an Grammatik dran bin, wenn man das so formulieren will, und daß mir weniger ausführliche Erklärungen reichen. Was ich schon jetzt sagen kann, ist, daß mir die häppchenweise Vermittlung von Inhalten zwar immer noch nicht behagt, daß ich dem Babbel-System (und auch mir selbst) inzwischen mehr vertraue. Ich weiß, daß ich das, was mir wichtig ist, lernen werde, auch wenn ich es nicht zu dem Zeitpunkt lerne, zu dem es mir sinnvoll erscheint. Um mir eine Ressource für genau diese Fälle zu verschaffen, habe ich mir eine Grammatik bestellt. Vermutlich geht es auch ohne, weil das Internet voll von Grammatik für Italienisch-Lernende ist, aber ich mag es, das Ganz gebündelt und in Papierform zu haben. Für Italienisch gibt es diverse Taschengrammatiken in Kurzform, aber ich will die lange Fassung, und da kam nur eine in Frage, die vom Huebner-Verlag. Von dem habe ich schon die Spanisch-Grammatik und ich mag deren Ausführlichkeit sehr (obwohl es mMn die Übungen in den Büchern nicht bräuchte).

Allgemein mußte ich bisher nicht viel Zeit in die Grammatik investieren. Ich weiß, daß vieles, was in meinem Kopf jetzt noch lose und unsortiert rumschwirrt, sich selbst an die richtige Stelle räumen wird, durch Wiederholung. Bei Spanisch bin ich erst dann weitergegangen, wenn etwas 98%ig saß, das mache ich heute nicht mehr. Wenn ich etwas zu 70-80% kann, gehe ich weiter. Ich habe es mir ja notiert und kann es nachschlagen, außerdem festigt sich das sowieso nur durch Anwendung und nicht durch Draufstarren 😉

was zum Draufstarren: die ersten Vokabelkarten-Stapel

Anwendung, das ist ein wichtiges Stichwort. Derzeit würde ein Austauschpartner noch keinen Sinn machen, aber ich möchte mehr Übungen machen als Babbel mir anbietet. Aus diesem Grund habe ich mir ein Arbeitsbuch bestellt, dessen Pendant ich schon für Spanisch benutzt habe (meiner Ansicht nach sind die ganzen Bücher aus diesen Reihe das Beste, was es im deutschsprachigen Sektor für Spanisch gibt). Soll morgen ankommen, ich werde dann berichten.

Was mir auch gleich auffiel: der Italienischkurs bei Babbel ist viel „jünger“ und spritziger als der Spanischkurs. Man lernt gleich am Anfang bestimmte Redewendungen (z.B. che bello!) und Formulierungen (z.B. „Con bicchieri veri, stavolta.“ oder „quanta roba da mangiare“ – bei sowas überlege ich heute noch immer, wie man das am besten auf Spanisch sagt, also „cuantas cosas para? de? comer“ oder so…). Ich denke, der Italienischkurs wurde von Menschen konzipiert, die Wert auf ein alltagstaugliches Italienisch gelegt haben, wohingegen der Spanischkurs ein wenig….wie soll ich sagen? altbackener wirkt, steifer, formeller. Aber das ist nur mein subjektiver Eindruck. Jedenfalls gefällt mir der Italienischkurs sehr gut.

Während ich die Lektionen durchgehe, schreibe ich mir Vokabeln raus, die vor allem in den Dialogen vorkommen. Die werden zwar übersetzt, aber wenn ich sie nicht rausschreibe, lerne ich sie auch nicht. Ein gutes Online-Wörterbuch findet sich hier – mir gefällt besonders, daß ich hier Italienisch, Spanisch, Deutsch und Englisch mischen kann. So vernetze ich meine Sprachen miteinander.

Obwohl Babbel bereits in den ersten Lektionen die regelmäßige Konjugation von Verben auf -are und -ere lehrt, gibt es eben auch unregelmäßige Verben oder solche, die mir unregelmäßig erscheinen, es aber nicht sind. Dafür ist diese Seite hier eine prima Hilfe, denn sie listet die Konjugationen aller Zeiten für die Verben.

Auch für die Verwendung der Präpositionen habe ich schon eine Seite gefunden, die hilfreich erscheint, aber wirklich brauchen tue ich sie noch nicht. Kommt später.

Allgemein kann ich sagen, daß Spanisch mir bei Italienisch ungemein hilft, daß ich aber auch vorsichtig sein muß, um mir Dinge nicht falsch einzuprägen. Die Zahlen sind dafür ein gutes Beispiel. Die italienischen Zahlen haben eine A-Affinität, die spanischen eine mit E. Was ich damit meine? Cinquanta – Cincuenta. Sessanta – Sesenta. Auch gibt es deutliche Unterschiede bei den Zahlen von 16 bis 20. Spanisch: dieciseis, diecisiete, dieciocho, diecinueve, veinte. Italienisch: sedici, diciassette, dichotto, dichannove, venti. Irgendwie ähnlich und irgendwie verschieden. Das könnte eigentlich das Motto meiner Italienischwoche sein 😉

So, und zuletzt schreibe ich einen kurzen Text auf Italienisch zur Dokumentation meines Fortschritts. Ich werde dabei Worte und Wendungen benutzen, die ich nur rate und nicht kenne oder nachschlage, und die ich mir aufgrund meiner Spanischkenntnisse und des Bißchens, das ich auf Italienisch kann, zusammengereimt habe. Diese geratenen Passagen markiere ich mit hellblauer  Farbe. Bin mal gespannt, wie korrekt ich raten kann. Das werde ich dann in ein, zwei Jahren wissen, denke ich. Also…

Che settimana intensa! Mi chiamo William e ho quaranta anni. Abito a Stutensee vicino a Karlsruhe con la mia famiglia. Non è mi città natale, ma vivo qui un po‘ più de sette anni. Questa settimana comincio imparare l’italiano. Parlo tedesco, inglese, spagnolo e obviamente un po‘ di italiano. Imparare una lingua non è facile ma è molto divertente. Mi piacere l’italiano e sua pronuncia. Adesso non so che cosa più scribere perché non ho un vocabulario grande.

 

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