Filme, Filme, Musik

Ich war in den letzten Wochen ziemlich oft im Kino. Ich habe damit erst wieder vor ca. einem Jahr angefangen, nach einer etwa 15jährigen Kinopause. Mitte der 90er, als mein Mann und ich uns kennenlernten, waren wir jede Woche einmal (oder mehrmals) im Kino. Das war unser gemeinsames Hobby. Also, eins von mehreren. Ich glaube, das haben wir jetzt wiederentdeckt. Und ich gehe jetzt auch allein ins Kino, wenn ich einen Film sehen will, der ihn nicht interessiert. Meistens Horror oder Psychokram. Die richtig harten Splatter- und Gorefilme werden gar nicht mehr in der Menge produziert wie noch vor fünf oder zehn Jahren und die meisten davon landen gleich gar nicht im Kino. Dabei finde ich diesen Trend mit dem Herunterschrauben der Jugendfreigabe echt bedenklich. Lethal Weapon ist bis heute ab 18 (weil niemand eine Neueinstufung beantragt). Filme wie Killer’s Bodyguard oder der Hobbit Teil 3 sind ab 16 bzw. 12. Was muß man heute zeigen, damit ein Film ab 18 ist? Das ist schon sehr interessant, was Geld an dieser Stelle bewegt. Auf die Einstufung der FSK kann man sich als Eltern heute nicht mehr verlassen. Vieles, was für meinen Sohn freigegeben ist, finde ich grenzwertig. Hobbit 3 zum Beispiel. Die Kids heute werden vom echten Leben effektiv ferngehalten und machen großteil Retortenerfahrungen, sollen dann aber damit umgehen können, wenn ihnen in einem Film realistisch gezeigt wird, wie jemandem der Kopf weggeschossen wird. WTF. Naja.

Ich habe neulich Winchester gesehen. Ich fand es überhaupt interessant, daß es solange gedauert hat, daß mal ein Film über das Winchesteranwesen und die Witwe gedreht wurde. Mir hat der Film insofern ganz gut gefallen, als daß ich das Setting und auch die Besetzung toll fand. Die Story war ein bißchen durchschnittlich. Halt Geister, die ihre Ruhe erst noch finden müssen.

Die Woche war ich nun in Ghostland. Den fand ich super, auch wenn er mal wieder die Frage aufwarf, was ein Film noch bieten muß außer Titten, Ärsche, explizite Gewalt und Tötungsszenen, um ab 18 zu sein, chrchr. Die Story fand ich gruselig, die Umsetzung auch, weil Fragen offen blieben. Am besten hat mir der Film aber aus psychologischer Sicht gefallen, weil er Dissoziation thematisiert. Wer sich für sowas interessiert, wird ihn bestimmt mögen.

Dann ist mir jetzt aufgefallen, daß ich eigentlich seit etwa 2000 dieselbe Musik höre. Ich kaufe mir superselten neue Musik. Dabei bin ich nur wenigen Bands echt treu, allen voran Tool (auf deren neues Album ja schon alle seit Ewigkeiten warten) und A Perfect Circle. Als angekündigt wurde, daß Letztere im April ein neues Album herausbringen würde, habe ich das sofort gekauft, ohne auch nur einen Song zur Probe zu hören. Das würde ich ansonsten wohl nur noch bei Nick Cave tun. Von vielen Bands höre ich seit zwanzig Jahren immer wieder dieselben Songs, aber keine neueren, weil sie mir nicht mehr gefallen (Katatonia, Diary Of Dreams, U2, Dead Can Dance, Metallica, Dark Tranquillity und x andere). Ich frage mich, ob das daran liegt, daß die Musik sich verändert hat (oder das Gefühl, das sie transportiert), oder ob das nur ein autismustypisches Anhaften an Gewohnheiten ist. Für mich ist es total schwer, neue Musik oder Bands zu entdecken, weil ich das meiste völlig vernachlässigbar finde. Oder mir gefällt mal ein einziges Lied (wie von Röyksopp oder Juan Pardo oder zig anderen), aber nicht ein ganzes Album. Ich bin auch nicht besonders tolerant, was Genre, Texte und Instrumente angeht. Hip Hop oder dieser ganze „Sprechscheiß“ gehen gar nicht, ebensowenig Flöten, Mittelalter- oder Dudelsackgehopse, Chart-Abfall, Easy Listening, herzzerreißende Liebeslieder, kreischiges Blackmetalgeklöppel und vieles mehr. Ich bin da echt absolut intolerant. Allerdings höre ich Musik auch immer nur aktiv, weil ich kein Hintergrundgedudel ertrage. Nicht mal im Auto. Entweder ich höre es oder ich lasse es.

Mir fällt gerade auf, wie lange ich damit gehadert habe, daß ich ja nicht so intolerant sein sollte, weil „sich das nicht so gehört“. Es war echt ein Kraftakt, zu versuchen, offen zu wirken, und ich finde es ganz entspannend, jetzt zu wissen, daß mein Gehirn eben so funktioniert und daß ich daher so bin. Scheißintolerant und zufrieden damit 🙂

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