Vielfalt vs. Bequemlichkeit

Ich mußte in den letzten Wochen mehrmals zum Bio-Supermarkt, weil ich bestimmte Sachen nur dort bekomme bzw. manche Dinge von dort wie etwa Zitrusfrüchte meiner Erfahrung nach viel länger halten als die Bio-Ware aus dem Discounter oder dem normalen Supermarkt. Warum auch immer. Jedenfalls fielen mir beim Schlendern durch die Gemüse- und Obstabteilung ganz viele Sachen auf, die ich schon sehr lange nicht mehr gesehen habe, wie etwa Mangold, Radicchio, Pilzsorten wie Enoki oder Shiitake und anderes mehr. Mir ist ja klar, daß Discounter günstig einkaufen, damit sie eben auch wieder recht günstig verkaufen können, aber angesichts der Auswahl im Bio-Markt ging mir auf, wie lange ich mich bei der Planung meiner Mahlzeiten jetzt schon auf das beschränke, was der Discounter und der normale Supermarkt anbieten. Und deren Sortiment ist durchaus beschränkt. Du kriegst zwar fünf Sorten Tomaten, aber nur weiße und braune Champignons. Oder Blattspinat, aber keinen Mangold. Oder Wirsing, aber keinen Chinakohl. Oder Abate Fetel Birnen, aber keine Williams.

Es ist bequem, wenn man nur einen (oder maximal zwei) Läden ansteuern muß, um den Wocheneinkauf zu bestreiten, aber auf Dauer geht das auf Kosten der Auswahl und der Vielfältigkeit beim Essen. Das ist mir bisher gar nicht so richtig bewußt gewesen. Ich habe jedenfalls beschlossen, daß ich ab sofort wieder mehr Auswahl beim Obst und Gemüse haben möchte. Für mich ist das ein wichtiger Schritt, auch in Hinblick auf meinen bunten Strauß an Eßstörungen. Ich möchte mir die Zeit und das Geld wert sein, um wieder vielfältiger zu essen.

Diese Woche habe ich mal Kaiser-Birnen, Radicchio und Butternutkürbis eingekauft und kommende Woche liebäugle ich mit Mangold, Senfkohl und einer Sorte Pilze, die ich bisher nicht kenne und deren Namen ich vergessen habe.

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