Der Subjuntivo

Im Spanischen gibt es eine Zeitform, die das Deutsche nicht hat und die wir daher auch nicht richtig abbilden und übersetzen können (bzw. ist das im Deutschen nicht notwendig), den Subjuntivo. Ich hatte, seit ich mit Spanisch angefangen habe, immer wieder gehört und gelesen, wie sehr andere Spanischstudenten mit dem Subjuntivo zu kämpfen haben, und ich dachte, na, da kommt ja was auf mich zu….

Babbel fing sehr moderat mit dem Thema an – wie ich annehme, um die Lernenden nicht ins Bockshorn zu jagen. Es gab lediglich zwei, drei kurze Lektionen über das Thema, wo man z.B. die subjuntivo presente Formen von ser und die Formen für die regelmäßigen Verben lernte. Zur Verwendung wurde lediglich angemerkt, daß der Subjuntivo Hoffnungen und Wünsche ausdrückt und daß er oft nach Formulierungen mit que steht. Das war’s.

Das war am Ende des sechsten Anfängerkurses und danach mußte ich mich erst durch zwei jeweils 20 Lektionen umfassende Auffrischerkurse und den ersten halben Aufbaukurs arbeiten, um mit dem Subjuntivo weiterzumachen. Und dafür hatte sich Babbel nun den subjuntivo imperfecto ausgesucht. Bevor man also den Gebrauch des Subjuntivo im Präsens vollkommen geklärt hat oder durch Übungen verinnerlichen konnte, ging es gleich zum Imperfekt über. Hm. Das halte ich ja jetzt nicht für die sinnvolle Vorgehensweise. Wie gesagt, auch beim Indefinido brauchte ich fast ein halbes Jahr Babbel-Pause, um das Thema für mich erschöpfend zu lernen, zu verstehen und anwenden zu können (und meist muß ich immer noch nachdenken^^).

Derzeit mache ich also wieder mal eine Kurspause und widme mich intensiv dem Subjuntivo. Meine zwei bisher wichtigsten Quellen sind:

  1. das Buch „Demystifying the Spanish Subjunctive – Feel The Fear And Subjunctive Anyway!“ von Gordon und Cynthia Smith-Durán
  2. Youtube, insbesondere die Videos von den Autoren des o.g. Buches, doch es gibt auch massenhaft andere Menschen, die das anders erklären. Muß man halt mal gucken, was einem am meisten zusagt 🙂

Ich weiß nicht recht, woran es liegt (vermutlich an den strukturierten, durchdachten Erklärungen?), aber bisher fühle ich mich vom Subjuntivo jetzt nicht überwältigt oder so. Es ist einfach ein schönes Grammatikthema, in das man sich herrlich verbuddeln kann 🙂 Ich fühle mich beim Lernen ein bißchen an meine Studienzeit erinnert, wo ich innerhalb von 12 Monaten mein Graecum gemacht habe. Im Altgriechischen gibt es auch eine Zeitform, die es im Deutschen nicht gibt: den Aoristen. Das hat sich für mich ähnlich angefühlt wie jetzt der Subjuntivo.

 

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