Mein Camino #8

Gut ausgeruht und nach einem leckeren Frühstück im Hospedaje haben wir uns am folgenden Morgen auf den Weg zum Mercado de Abastos gemacht, der in direkter Nähe zur Unterkunft lag. In den traditionellen, langgestreckten Markthallen bekommt man alles, was das Herz begehrt: Gemüse, Blumen, Fleisch- und Wurstwaren, Brot und Gebäck, Tee, Gewürze, Kaffee, fangfrischen Fisch und Meeresfrüchte und anderes.

Marktstand. In der Box mit dem Kreuz vorne links befindet sich ein „Jakobskuchen“, also ein Kuchen aus Rührteig, der dick mit Puderzucker bestäubt wird

Wir schlenderten durch die Marktreihen und bewunderten die Auswahl. Als Wegzehrung nahmen wir uns ein frisches Brot und die dicksten Kirschen mit, die ich je gesehen habe. Zusammen mit dem Gemüse, das wir noch hatten, waren wir damit bestens versorgt 🙂

Ponte Maceira

Unser erster Halt nach Santiago war die Ponte Maceira, die den Fluß Tambre überspannt. Sie wurde im 13. Jahrhundert auf den Fundamenten einer römischen Brücke erbaut und ist für die Fußpilger, die bis nach Fisterra gehen, ein obligater Wegpunkt.

der Leuchtturm am Ende der Welt

Bis nach Fisterrra sind es von Santiago aus etwa 85 km, und als wir dort eintrafen, knallte die Sonne vom strahlendblauen Himmel. Mein Mann und ich trennten uns, denn er wollte gern an den für mich unzugänglichen Stufen in den Felsen photographieren. Ich blieb im oberen, barrierefreien Gebiet und setzte mich, nachdem ich ein paar Photos geschossen hatte, in das Café, genoß die Aussicht auf das Meer und die Sonne.

der allerletzte Meilenstein auf dem Jakobsweg: Kilometer 0,0

Wie sich etwas später herausstellte, waren wir gerade zur richtigen Zeit in Fisterra angekommen, denn als wir mit unserer Runde durch die Andenkenbuden fertig waren, wurden Touristen in riesigen Bussen angekarrt. Wir zogen uns also ins Auto zurück und aßen eine Kleinigkeit.

Dolmen de Dombate

Unsere nächste Station war der Dolmen von Dombate. Vor ein paar Jahren wurde eine aufwendige Halle rund um den Dolmen errichtet, um diesen vor Plünderei zu schützen. Den Dolmen und das dazugehörige archäologische Zentrum kann man kostenlos besichtigen, allerdings finden sich auf den Tafeln Erklärungen nur in Spanisch und Gallego.

Horreo

Bei dieser Gelegenheit fragte ich den Museumswächter nach den Kornspeichern, die so typisch für Galizien sind und die sich praktisch überall finden. Er erklärte mir, daß diese „Horreos“ heißen und daß in ihnen nicht nur Korn, sondern auch Mais aufbewahrt wird. Außerdem fragte ich ihn noch danach, wie man auf Gallego den Buchstaben X ausspricht, denn dieser begegnet einem in Gallego soviel öfter als in Castellano.

Torre de Hercules

Schließlich machten wir uns auf den Weg nach A Coruña, unserem Tagesziel. Leider war es nicht so einfach, ins Hotel einzuchecken. Wie so oft nach der Einsamkeit und Stille auf dem Weg waren wir von der wuseligen Stadt etwas überwältigt, und zudem sollte in unmittelbarer Nähe zum Hotel an diesem Nachmittag ein Fußballspiel stattfinden. Unzählige Autos und Fußgänger waren unterwegs und dann sperrte die Polizei noch ganze Straßenzüge ab… Nun ja, am Ende hat doch alles geklappt und nach einer kurzen Pause in unserem schönen, modernen Hotel direkt am Meer beschlossen wir, zum Campo de la Rata zu fahren.

Menhires por la paz

Das ganze weitläufige Gebiet ist wie ein Park angelegt und befindet sich direkt am Meer. Während also die Sonne schien und ein schöner Wind ging, strolchten wir durch diesen riesigen Park , in dem auch der Torre de Hercules steht, der älteste sich noch in Betrieb befindliche Leuchtturm der Welt. Wir fanden auch bald die Menhires por la paz – übermannsgroße Menhire, die 2001 durch den Künstler Isaac Diáz Pardo in Gedenken an die Opfer des Franco-Regimes errichtet wurden.

la Caracola

Zuletzt kamen wir auch an der Caracola vorbei, einer Art riesigem Nebelhorn in Form einer Meeresschnecke.  Wir beschlossen den Abend in der wuseligen Altstadt bei Pulpo und Patatas Fritas und letztlich am Meer, wo die Sonne blutrot im Atlantik versank.

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