Speiseplan #200

  • Mittwoch: Burger, Wedges, Erbsen
  • Donnerstag: gefüllte Zucchini mit Pinienkernen und Rosinen, dazu Tomatensauce und Reis
  • Freitag: Blumenkohl-Carbonara mit Rucola und Haselnüssen
  • Samstag: Schweinefilet BBQ, dazu Gemüsereis
  • Sonntag: Massaman Curry mit Ananas und Erdnüssen
  • Montag: Linsenbolognese
  • Dienstag: UWYH

außerdem werden wir Zimtschnecken mit Bratäpfeln machen

Virtuelles Entrümpeln

Neulich fiel mir auf, daß ich jeden Tag mehrmals auf das Freundschaftsarmband sah, das ich für meine Freundin und mich gemacht hatte. Diese Freundschaft existiert seit Anfang des Jahres nicht mehr und das Bändel hat mich immer ziemlich ratlos gemacht. Wegwerfen wollte ich es nicht, auch aus dem Grund, weil das verwendete Material (Lava-, Edelstein- und Silberperlen) nicht billig war. Außerdem mag ich, wie es aussieht, und es kann ja nix dafür, daß die Freundschaft beendet wurde. Ich habe das Band also in meine Schmuckschatulle gelegt und ich hoffe, daß ich es eines Tages nicht als Symbol für eine weitere vergeigte Beziehung zu einem anderen Menschen, sondern als Zeichen dafür sehen kann, daß ich sehr wohl in der Lage bin, mich auf einen Freund einzulassen.

Nachdem das erledigt war, fielen mir plötzlich noch andere Dinge auf, die ich mit dieser Freundin verbinde. Manches davon wollte ich nicht weggeben (ich hatte mir z.B. eine Fleecejacke gekauft, die ihr so gut gefallen hat, daß ich ihr genau das gleiche Modell auch geschenkt habe), aber von anderen Sachen habe ich mich getrennt. Die Linie, die ich da gezogen habe, war ganz subjektiv auf einem Bauchgefühl begründet: was mir gefällt, das bleibt, und der Rest kommt weg. Dann bemerkte ich, daß immer, wenn ich mir selbst eine Mail schreiben wollte, ihr Name vorgeschlagen wurde, also habe ich sie aus meinen Kontakten gelöscht. Während ich das tat, sprangen mir die ganzen anderen Adressbucheinträge ins Auge, die ich schon lange nicht mehr benutzt habe. Das Ganze endete dann damit, daß ich meine Kontaktliste gesundgeschrumpft habe.

Bei der Gelegenheit dachte ich an alte Briefe, die ich auch noch auf dem Rechner abgespeichert hatte. Auch die habe ich gelöscht. Zusammen mit Uni-Dokumenten von vor über 20 Jahren, alten Gedichten, Geschichten und Notizen. Eigentlich hätte ich auch gleich gern meine Photos durchgeguckt, aber das ist etwas, das ich nicht in ein paar Stunden hinkriege, und ich habe tatsächlich gerade einfach keine Lust auf so ein Mammutprojekt. Kommt dann noch.

Auch bei WhatsApp und Skype habe ich radikal ausgedünnt. Mir leuchtet nicht ein, wozu man Kontakte behält, mit denen man seit Monaten oder gar Jahren nicht mehr geredet hat, vor allem wenn sich Menschen mit einem „ich melde mich dann“ verabschieden und sich de facto nie wieder melden. Einer Person, die sehr engagiert versucht hat, mit mir befreundet zu sein, habe ich unverblümt geschrieben, daß ich ihr keine Freundschaft bieten kann. Die Entscheidung ist mir schwergefallen, denn wie vermutlich jeder Aspie mache ich nicht eben die Erfahrung, daß sich Leute darum reißen, mit mir befreundet zu sein, aber ich merke halt deutlich, welche Kontakte einfach eine Menge Energie ziehen und welche mir guttun.

In den letzten drei Monaten habe ich bei zwei Plattformen, die ich oft (meist täglich) nutze, ein Experiment gewagt: ich habe in mein Profil reingeschrieben, daß ich kein Interesse an Kontakt habe und man mich bitte nicht anschreiben soll. Tatsächlich bekomme ich seither weniger Nachrichten, aber es sind immer noch etwa fünf pro Woche. Fünf! Pro! Woche! Das finde ich schon sehr abgefahren. Was für eine Reaktion erwarten Leute denn, wenn sie jemanden antexten, der klar schreibt, daß er keine Nachrichten haben will? Wie auch immer deren Wunschvorstellung aussieht, tatsächlich ignoriere ich sie vollkommen und reagiere nicht mehr auf Messages. Ich habe dadurch rausgefunden, wie viel Energie und Zeit es gefressen hat, diese unerwünschten Kontakte zu „bedienen“, denn ich war bei aller Genervtheit immer sehr höflich geblieben. Verrückt. Das mache ich jedenfalls weiter so.

Bei YouTube bin ich auch immer noch fleißig dabei, meine „später ansehen“-Liste abzubauen. Inzwischen bin ich bei unter 350 Videos angekommen. Einige davon werden in der Liste verbleiben, als Erinnerung an Kanäle, denen ich früher mal gefolgt bin und bei denen ich gern alle Jubeljahre mal vorbeigucke, oder auch als Hilfe zum Tracken meiner Lernfortschritte. Es ist cool, wenn man zu Beginn einer Lernreise ein Video anguckt und nix versteht, und ein Jahr später fast alles begreift. Den Großteil der Videos aber gucke ich mir an und lösche sie dann. Ich habe noch sehr viele Spanisch-Videos in der Liste und weiß nicht, was ich mit denen machen soll. Eigentlich brauche ich keine Grammatikübungen mehr – uneigentlich finde ich die aber hinreißend 🙂 Vielleicht reduziere ich das einfach ein wenig.

Das Gefühl, dieses virtuelle Gerümpel ausgedünnt zu haben, ist wirklich cool und befreiend (dabei finde ich, daß es gar nicht sooo viel war).

Use What You Have #12

Bis in den Juli hinein war ich mit meinem UWYH-Jahr superfrieden. Ich habe soviel Geld gespart, daß ich die Bilder, die ich mir im Frühsommer gekauft habe, locker davon habe bezahlen können. Im Juli, also ungefähr zu dem Zeitpunkt, wo ich nur noch im Bett lag und nichts anderes mehr ging, habe ich mir dann ein paar Dinge gekauft, die ich nicht gebraucht hätte. Sowas wie Aufkleber und Washi-Tape (das ist etwas, das ich mir eigentlich nie kaufe) oder hier und da ein Buch. Bettwäsche. Dann noch ein Dekokissen. Ein T-Shirt. Parfum. Teures Duschgel. Die Exit-Games. Im Grunde hätte ich auf alles verzichten können, aber es tat mir gut, mir etwas Schönes zu leisten, das einfach nur den Zweck erfüllte, mich zu erfreuen.

Letzte Woche konnte ich dann einen notwendigen Arztbesuch mit Einkaufen verbinden. Mein erstes Mal in einem Supermarkt seit einem Jahr! Es gibt viele neue Produkte (aber es wurden auch Dinge eingestellt, die ich sehr gern mochte) und ich habe mir auch mal Sachen mitgenommen, die ich nie auf unsere Einkaufsliste geschrieben habe. Sowas wie eingelegte Oliven und Pepperoni oder Reibekuchen. Durch meine schrägen aspergerigen Eßgewohnheiten ist die Menge der Sachen, die ich als eßbar klassifiziere, ziemlich eingeschränkt, und daher esse ich seit einem Jahr eigentlich immer dasselbe, nämlich entweder Camembert oder Bärlauchkäse, drei Sorten vegane Aufstriche oder Salami bzw. Schinken. Jetzt habe ich mich mal getraut, nach etwas an der Wursttheke zu gucken und ja, es schmeckt mir und ist „koscher“. Das ist ein schönes Gefühl, fast ein bißchen wie Urlaub – dabei geht es um ein paar Scheiben von einem anderen Schinken. Ich glaube, ich neige allgemein dazu, mich auf wenige Optionen zu beschränken, weil mich Vielfalt oft total verwirrt. Ich bin Marken oder Produkten gegenüber auch total treu, weil ich Neues meist nicht so gut finde. Von meinen geliebten Routinen bin ich nur schwer wegzubekommen.

Das Gefühl, mit meinem UWYH-Vorsätzen gebrochen zu haben, wird von dem Gefühl der Freude über die neuen Dinge deutlich gemindert. In meiner derzeitigen sehr reizarmen Umgebung sind auch neue Kleinigkeiten sehr willkommen. Ich fühle mich nicht „schuldig“ oder so, merke aber auch, daß es mir nach wie vor wichtig ist, genau zu prüfen, was ich mir kaufen will. Und bevor ich etwas kaufe, lasse ich es in der Regel mal eine Weile auf dem Wunschzettel stehen.

Recht viel Geld habe ich diesen Monat auch für Spanisch aufgewendet. Die Entscheidung dafür hatte ich getroffen, nachdem wir in der Familie darüber geredet haben, wie viel Geld wir allein dadurch sparen, daß mein Mann und ich nicht soviel unterwegs sein können wie sonst. Spritgeld zum Beispiel, oder hier und da mal eine Currywurst. Das fällt schon deutlich auf. Auch kaufe ich mir allgemein viel weniger Bücher als zuvor, wenngleich ich es vermutlich niemals schaffen werde, mir ein Jahr lang gar kein Buch zu kaufen. Dadurch, daß ich die Bibliotheken rege nutze, bin ich nur noch nicht bei meinen eigenen Büchern soweit gekommen, wie ich das geplant hatte, aber das kommt dann noch. Die meisten meiner eigenen Bücher bringe ich nach dem Lesen in den Bücherschrank – aber auch das ruht wegen meiner derzeitigen Situation.

Die teuerste Anschaffung im August war mein neuer Laptop. Mein „alter“ Laptop war gerade mal 21 Monate alt, als mir das Gehäuse auseinanderbrach. Ich hatte ihn wie alle meine Sachen echt pfleglich behandelt, und dann gedacht, ich könnte ihn ja wohl auf Kosten des Verkäufers reparieren lassen, weil ich noch innerhalb der 24monatigen Gewährleistungsphase steckte, aber – surprise! – auf diese „Verschleißteile“ gibt es nur ein Jahr Garantie und die Reparatur hätte ich selbst tragen müssen. Als mein Mann dann das Gerät aufschraubte, stellte er fest, daß dort Stahlschrauben in ein Gehäuse aus Plastik eingearbeitet sind. Oder anders formuliert: das Gerät besitzt da eine Sollbruchstelle. Selbst wenn ich es hätte reparieren lassen, wäre es nur eine Frage der Zeit gewesen, bis genau dasselbe wieder passiert wäre. Sowas ärgert mich immer sehr und ich werde mir in der Folge nie wieder ein Gerät von HP kaufen. Meinen neuen Laptop von Acer finde ich toll. Nur seine Lautsprecher sind etwas dumpf, aber ich bin schon dabei, mich daran zu gewöhnen. Auf externe Lautsprecher verzichte ich wohl, weil mir das Handling so lästig ist.

Zwei tolle UWYH-Essen waren Gemüsereis mit Maispuffern und Möhrenrohkost bzw. Tomatenkuchen mit Würstchen und zum Nachtisch Aprikosenkuchen mit Mandeln. Im September werden der Mann und ich unseren Vorratsschrank durchgucken und ich bin mal gespannt, was wir da noch alles so finden werden…

Speiseplan #194

  • Mittwoch: Köfte im Fladenbrot mit Tomatensugo und Käse, dazu Salat
  • Donnerstag: Curry mit Salzzitrone, Kohlrabi und Broccoli, dazu Reis
  • Freitag: Schweinefilet BBQ mit Gemüsereis, Beerentiramisù
  • Samstag: Ramen mit Bohnen, Pilzen und Mais
  • Sonntag: Schweinefilet mit Pilzrahm und Reis
  • Montag: Bohnengratin mit Feta, dazu Rösti
  • Dienstag: UWYH