Norwegisch #66

Diese Woche habe ich jede Menge bei Duolingo gemacht und außerdem das Buch „Et år i Norge“ abgeschlossen. Jetzt arbeite ich das Bändchen mit den Übungen von derselben Autorin durch und mache nebenher mit dem Norwegian Tutor weiter.

Diese Woche habe ich mir bloß aufgrund meiner Norwegischkenntnisse fast den ganzen Schwedischkurs bei Duolingo freischalten können und schnuppere da gerade ein bißchen rein. Die beiden Sprachen sind schon sehr ähnlich und es macht einfach Spaß 🙂

Japanisch – ja / nein / vielleicht / fuck

Im März habe ich damit angefangen, mich nebenher ein wenig mit Japanisch zu befassen. Da es hieß, man sollte erstmal die Hiragana lernen, habe ich das gemacht. Offensichtlich ist das auch das Erste, das japanische Schulkinder lernen und eine Weile lang benutzen, bevor das zweite Alphabet eingeführt wird. Erst wenn man auch die Katakana beherrscht, kommen dann nach und nach Kanji dazu. Derzeit gibt es rund 2200 Kanji in Japanisch und auch wenn das vielleicht erstmal viel klingt, glaube ich, daß ich realistisch betrachtet ungefähr ein bis anderthalb Jahre brauchen würde, um einen Gutteil davon zu beherrschen.

Nur, daß ich leider gar nicht an diesen Punkt kommen werde, wo ich Kanji brauchen werde, weil der Weg bis dahin so dermaßen frustrierend und dämlich unterrichtet wird. Bei Duolingo lernt man erstmal die Hiragana und auch ein paar kurze Worte, die sich gut memorisieren lassen (Haus, Katze etc.). Dazu kommen ein paar feste Wendungen wie guten Morgen, Entschuldigung und danke. Man hat das Gefühl, daß man schon ein bißchen was kann, vor allem weil man anfängt, Dinge wirklich lesen zu können. Und genau an diesem Punkt bekommt man die ersten Kanji serviert. Komplexe Kanji mit 10 bis 20 Strichen. Kanji, die ich nicht mal aufschreiben kann. Was zum Geier soll denn das? Vielleicht liegt es ja an mir, aber das ist dermaßen frustrierend, daß ich seit einer Weile nicht mehr bei Duolingo Japanisch weitergemacht habe. Didaktisch halte ich das für ziemlich mißglückt.

Ich habe mir dann also Japanese From Zero (JFZ) Band 1 gekauft. Es hat sehr gute Rezensionen bekommen und ich habe von vielen Leuten gelesen, die äußerst zufrieden mit der Vorgehensweise des Autorenehepaars sind. Man bekommt nämlich zu Beginn des Buches alles in lateinischer Schreibweise vorgesetzt und lernt dann durch das Buch hindurch die Hiragana. Jedes Zeichen, das man gelernt hat, ersetzt dann eine lateinische Silbe. Cooles Vorgehen, dachte ich. Als ich das Buch dann hatte, war mein Frust aber gleich wieder groß, denn vorm ersten Kapitel kommen vier „Vorkapitel“ dran, in denen man schon recht lange „Worte“ (es sind tatsächlich Sätze) lernen muß, deren Bedeutung sich einem nicht erschließt (Nansainimiemasuka = How old do I look? Schön. Und was genau sage ich da? Und warum erklärt mir das keiner, wenn ich mir schon ein Lehrbuch kaufe? Hilft das echt jemandem, wenn man sowas nur auswendig lernt?). Außerdem lernt man gleich, wie man bis 999 zählt und wie man sein Alter sagt. Wozu brauche ich das am Anfang, wo ich noch nicht mal Hallo sagen, mich vorstellen oder absolut grundlegende Dinge wie „das da = Katze“ sagen kann? Argh.

Ich habe mir dann einen Onlinekurs gekauft, wo die Lehrerin tatsächlich damit anfängt, wie man jemanden begrüßt und sich vorstellt und wie ein Basic-Aussagesatz aufgebaut ist. Na endlich. Allerdings bezweifle ich doch sehr, daß ich nach den fünf Kursen, die das Paket umfaßt, wirklich Niveaustufe B1 haben werde (womit der Kurs beworben wird), denn eigentlich lerne ich Zeug nur auswendig, ohne die Strukturen zu verstehen.

So ein Frust!

Das hat nun dazu geführt, daß ich bestimmt zwei Wochen gar nicht mehr in meine Japanischsachen reingeguckt habe. Es liegt also nicht daran, daß ich keine Zeit oder keine Lust hätte oder daran, daß es kein Lehrmaterial gibt. Daß ich nichts lerne, liegt nur daran, daß die vorhandenen Lehrmittel schrottig und unlogisch sind und keinen Spaß machen. Ich glaube nach wie vor nicht daran, daß Japanisch eine „schwere“ Sprache ist, aber ich glaube inzwischen fest daran, daß die unmögliche Lehrweise es stark verkompliziert, Japanisch zu lernen. Wer weiß, vielleicht ist das auch ein Aspie-Ding, daß ich nicht „einfach“ über diesen Frust hinweggehen und weitermachen kann, aber ich sehe nicht, wozu es mir nutzen sollte, lose Bröckchen von etwas zu lernen, von dem sich kein großes Bild entwickeln mag. Das ist sehr ineffektiv und obendrein stinklangweilig. Und Langeweile ist echt der Killer für mein Hirn. Und da ich noch andere Sprachen lerne, bin ich auch nicht bereit dazu, täglich mehrere Stunden in eine Sprache investieren zu müssen, weil das Lehrmaterial keinen schnellen Fortschritt zuläßt. Wenn ich an das Ende meiner Lernkapazität komme, etwas nicht verstehe oder etwas erstmal sacken muß – ok. Aber ausgebremst werden, weil das Material mies ist – nö.

Derzeit lagern meine Japanischbücher noch um mich rum, aber ich überlege, ob ich sie erstmal in den Schrank packe, weil ich das alles so viel zu nervtötend finde.

🙁

Rezension: Et år i Norge

Gerade bekomme ich meine ganzen Lehrbücher fertig, die ich ungefähr vor einem Jahr begonnen habe, also folgen gerade ein paar Rezensionen zu dem Thema 🙂

Et år i Norge von Randi Rosenvinge Schirmer ist als kompakter Selbstlernkurs konzipiert. Das bedeutet, daß das Niveau in den 23 Lektionen exponentiell ansteigt: es geht recht gemächlich los und steigert sich gerade in den letzten fünf oder sechs Lektionen stark. Ich muß gestehen, daß ich nicht weiß, ob es ausgereicht hätte, allein mit diesem Buch zu arbeiten, um es tatsächlich bewältigen zu können, aber da ich allgemein kein Freund davon bin, von nur einer Quelle zu lernen, und daher immer breitgefächert nach Input suche, war es unterm Strich gut machbar. Natürlich muß man bedenken, daß die Zeit, die man in die Lektionen investieren muß, um das Maximum an Wissen herauszuholen, sich mit dem Anspruch zusammen steigert, zumal die Vokabellisten im Laufe des Buchs recht lang werden. Mit rund 150 Vokabeln pro Lektion muß man schon rechnen, abgeleitete Formen und Ausdrücke nicht mitgerechnet. Auf diese Weise kann man sich einen soliden Wortschatz aufbauen – der Klappentext spricht von insgesamt 2200 Vokabeln -, doch je nachdem, wie flott man Vokabeln memorisiert, kann das die Arbeit an einem Kapitel schon deutlich verlängern.

Jede Lektion beginnt mit einem Textteil, der unterteilt ist in einen fiktionalen Text und weiterführende Informationen zum Thema. Es folgen Vokabelliste und „Wortkiste“. Die Wortkiste bietet immer in die Tiefe gehenden Wortschatz zu einem Thema wie z.B. zu Sprichwörtern oder dazu, wie man höflich Fragen stellt. Danach schließen sich Grammatikerklärungen und Übungen an und zum Schluß gibt es immer den sog. Elchtest. Das ist immer eine Aufgabe, die etwas kniffliger gestaltet ist als der Rest. Hinten im Buch finden sich dann noch eine Vokabelliste und eine Karte von Norwegen. Den Aufbau der Lektionen, die vermittelten Fakten über Norwegen und die Übungen haben mir gut gefallen, insbesondere weil der Übungsteil Richtung Schluß immer freier wurde. Es gab dann weniger Lückentexte und stattdessen mehr Anregungen für Gespräche bzw. eigene Texte, was natürlich richtig prima dabei hilft, ans Sprechen/Schreiben zu kommen. Nachteil für Selbstlerner ohne Kursanschluß ist hier sicherlich, daß man niemanden hat, der einen auf Fehler hinweist.

Die Geschichten, die erzählt werden, orientieren sich am Jahreskreis, so daß man erfährt, wie das Leben in Norwegen so abläuft. Zu Beginn lernt man einige Norwegisch-Studenten kennen, die aus unterschiedlichen Gründen die Sprache lernen wollen, und begleitet sie bei ihrem Jahr im Norwegen (daher auch der Titel des Lehrwerks). Ich hatte leider mal wieder Probleme dabei, der Geschichte zu folgen, weil neue Personen eingeführt wurden und ich am Ende ziemlich verwirrt war, aber das liegt vermutlich an mir selbst und nicht am Buch 🙂

Beim Buch ist gleich eine CD dabei, die von Muttersprachlern eingesprochen wurde. Da alle einen leicht anderen Dialekt haben (ich meine, z.B. eine Frau aus Bergen rausgehört zu haben), kann man damit prima sein Hörverständnis trainieren. Ich finde es auch gut, daß zum Teil ein wenig genuschelt wird, denn auch wenn ich meinem Lehrer immer sehr dankbar bin, daß er besonders klar zu reden versucht, hat man diesen Luxus in der freien Wildbahn halt nicht immer.

Andere Rezensenten dieses Buches haben angemerkt, daß sie die Illustrationen doof und altbacken finden. Ich muß gestehen, daß ich das angesichts der tollen Qualität des Kurses vollkommen schnuppe finde, denn ich will ja die Sprache lernen und mir nicht Bildchen angucken…

Alles in allem ist das Buch richtig klasse und ich würde es definitiv noch einmal durcharbeiten. Wenn man alle Übungen gemacht, die Vokabeln gelernt und auch die Gelegenheiten wahrgenommen hat, Texte zu schreiben bzw. über die angegebenen Themen zu reden, hat man am Ende wenigstens Niveaustufe B1. Für Selbstlerner ist das Buch zu empfehlen, allerdings sollte man sich noch andere Quellen erschließen, finde ich.

Ich habe mir nun noch ein zusätzlich erschienenes Bändchen mit Übungen gekauft, das ich als nächstes bearbeiten werde.

WochenendRückblick #182

[Wetter] Absolut keine Ahnung.

[Gemacht] Ich habe mir einen Hexenschuß zugelegt, was extratoll ist, wenn man sich eh schon nicht bewegen kann, lol. Ansonsten war das Wochenende genau so, wie alle anderen in diesem Jahr auch: eine Mischung aus lernen, lesen und irgendwas gucken.

[Español] Hausaufgaben für den Kurs gemacht. Wenige Duolingo-Lektionen. Ich wollte eigentlich den ganzen Kurs vergolden, aber irgendwie ist das doch sehr langweilig, wenn man es schon kann.

[Norsk] Duolingo, ein bißchen was in einem Buch, Vokabeln, Videos.

[Gehört] Vor allem Regengeräusche. Drei Fragezeichen.

[Gelesen] Søren Sveistrup: Der Kastanienmann.

[Gesehen] Dokus über Tee und chinesisches Essen. Ein bißchen Flashpoint. Ist eine kanadische Serie über eine Sondereinheit der Polizei und ich mag die Darsteller sehr. Sind für mich auch unterscheidbar 😉

[Gegessen] Neben den Plansachen: Bauernfrühstück. Schoko-Nuß-Kirsch-Kuchen.

[Gekauft] Ein Buch, zusammen mit dem Mann.

[Ausblick auf die nächste Woche] Vielleicht Schuhe, sonst jeden Tag ein Austauschgespräch.

Norwegisch #65

Diese Woche hatte ich ein Austauschgespräch, das mir viel Spaß gemacht hat, weil ich Themen ausprobieren konnte, über die ich mich sonst nicht austausche, wie z.B. Politik. Ich kann schon wirklich fließend sprechen, muß nur manchmal nach Worten suchen oder überlegen, wie ich umformuliere. Tatsächlich fühlt es sich für mich ziemlich natürlich an, Norwegisch zu sprechen, weil viele Worte in ähnlichen Kontexten verwendet werden bzw. eine vergleichbare Meta-Ebene haben. Man kann z.B. auch auf Norwegisch sagen, daß jemand einen Maulkorb verpaßt bekommt, wenn man ausdrücken will, daß jemand daran gehindert wird, seine Meinung frei zu äußern. Diese Parallelen in den Sprachen sind echt cool und machen es mir sehr leicht.

Ich habe fast jeden Tag meine zehn Duolingo-Lektionen gemacht und ich habe nach wie vor das Ziel, am Jahresende den ganzen Baum vergoldet zu haben. Mal sehen, ob das klappt. Derzeit mache ich nebenher noch wieder mehr Spanisch und eben auch Japanisch und das alles braucht auch seine Zeit.

Vokabeln habe ich ein paarmal wiederholt und bin zufrieden damit, wie gut sie hängen bleiben. Ich merke in Gesprächen, daß ich auch Vokabeln parat habe, die man nicht so oft braucht bzw. die ich schon vor langer Zeit gelernt habe.

In Ny i Norge habe ich mehrere Kapitel durchgearbeitet, weil ich das Buch gern beenden wollte. Mein Wochenziel habe ich also erreicht. Ziel für die nächste Woche: Et år i Norge beenden. Da fehlen noch zwei Kapitel.

Rezension: Ny i Norge

Auf das Lehrwerk Ny i Norge bin ich aufmerksam geworden, weil es in einem Kurs benutzt wird, den ich gern besucht hätte. Da es Lehr- und Arbeitsbuch wenigstens seit einem Jahr nicht neu zu kaufen gibt, habe ich dann auch nicht lang gefackelt, als ich beides gebraucht in einer Kleinanzeige fand. Tja, und dann stellte sich heraus, daß mir niemand verläßlich darüber Auskunft geben kann, ob der Kursraum für mich im Rollstuhl erreichbar ist oder nicht, so daß ich mich letztlich dagegen entschied, ihn zu buchen. Das Lehrwerk habe ich dann allein durchgearbeitet.

Text- und Arbeitsbuch sind vollständig auf Norwegisch verfaßt, was es, sofern man es als einzige Quelle nutzen möchte, für das Selbststudium ungeeignet macht. Tatsächlich wurde es für mich auch erst interessant, als ich auf einem Wissensstand war, der ungefähr Kapitel 9 im Buch entspricht. Insgesamt gliedert sich das Lehrbuch in 27 Lektionen, welche immer mit einem Dialog oder einem Text beginnen (in späteren Lektionen oft auch mehrere Texte/Dialoge). Daran schließen sich Grammatikerklärungen mit vielen Beispielen an und zuletzt folgt immer ein Artikel, in dem das Leben in Norwegen erklärt wird (z.B. wie das Schulsystem funktioniert oder warum der 17. Mai Norwegens Nationalfeiertag ist). Parallel dazu findet man im Arbeitsbuch Übungen, die helfen, das Gelernte zu vertiefen. Ein Lösungsschlüssel ist enthalten. [Mir leuchtet auch nicht ein, warum es neuerdings so viele Sprachlehrwerke gibt, für die man einen separaten Lösungsschlüssel braucht – denn wie sinnlos ist so ein Kurs in Buchform, wenn man seine Lösungen nicht korrigieren kann? Aber gut, Sprachen zu lernen ist gerade in, und da wird gern Geld gemacht…]

Beide Bücher wirken gemütlich, wenn man das so sagen kann. Sie sind reich bebildert und viele der Illustrationen sind auch für mich als Autisten gut interpretierbar, weil die Bildersprache klar und eindeutig ist. Die Themen decken nicht nur die üblichen Dinge wie Vorstellen, Befinden benennen und nach dem Weg fragen ab, sondern bieten auch Material für andere Alltagssituationen wie den Kauf eines Autos, eine Schwangerschaft etc. Da das Lehrwerk nicht nur die Sprache, sondern auch die norwegische Kultur vermitteln soll, lernt man quasi nebenher noch so einiges, was andere Bücher nicht bieten. Gut gefallen hat mir, daß in den späteren Kapiteln nicht nur „normale“ Vokabeln, sondern auch idiomatische Ausdrücke vorkommen.

Wenn man das Buch gewissenhaft durcharbeitet und am Ende alles versteht und nachvollziehen kann, wird man sicherlich irgendwo zwischen Niveau B1 und B2 stehen und in der Lage sein, Norwegisch profund zu verstehen und sich flüssig auszudrücken (insbesondere wenn man einen Kurs belegt hat, wo man sprechen kann, oder sich einen Lehrer online dazubucht).

Einen echten Kritikpunkt gibt es meinerseits nicht, sofern man beachtet, daß es kein Lehrwerk zum Selbststudium ist (oder nur mit soliden Vorkenntnissen). Allerdings ist es kein Norwegischkurs, den ich nach dem Durcharbeiten nun nochmal zur Hand nehmen würde, um etwas nachzuschlagen. Interessant wäre er wohl erst wieder, wenn ich in einigen Jahren mein Norwegisch von grundauf auffrischen wollte.

Use What You Have #9

Das UWYH-Experiment läuft immer noch gut. Die Neuentdeckung dieser Tage sind Herzoginkartoffeln. Natürlich habe ich die schon früher gegessen, oft aus der Tiefkühltruhe, aber neulich hatten wir einige Salzkartoffeln vom Vortag übrig und haben sie dann mit Ei, Muskat und Salz gepimpt und zu Herzoginkartoffeln verarbeitet. Saulecker! Da haben wir gleich beim nächsten Mal, als es Salzkartoffeln geben sollte, welche extra gekocht, damit es wieder Herzoginnen geben konnte 🙂 Ein anderes UWYH-Essen war diese Woche ein Laksa Bake mit einer Tonne Gemüseresten und vielen Gewürzen.

Dann hat mein Mann aus den Tiefen seines Bücherregals ein Buch zum Japanisch-Selbststudium hervorgezaubert, das er sich schon vor ein paar Jahren mal gekauft, aber nie benutzt hatte. Wir sind jetzt so übereingekommen, daß ich das Buch verwenden und auch reinschreiben kann, und sollte er auch noch Japanisch lernen wollen, ich ihm dann ein neues Exemplar kaufe. Ich denke zwar, meine zarten Bleistiftanmerkungen wären radierbar, aber ich verstehe schon, daß er dann gern ein neues Exemplar hätte. Vielleicht so’n Aspie-Ding, keine Ahnung, aber umgekehrt würde ich das so auch bevorzugen.

Wir haben in diesen Wochen öfter mal Familien-Filmabende gemacht, bei denen wir Filmklassiker aus den 80ern und 90ern geguckt haben bzw. Filme, die wir früher schon immer gern geguckt haben. Ich muß gestehen, daß ich viele der neuen Filme und Serien kreuzlangweilig finde und auch meine Probleme damit habe, die jungen Schauspieler/innen auseinanderzuhalten, was immer wieder dazu führt, daß ich dem Plot nicht folgen kann, lol. Aber ein Stallone ist eben ein Stallone und so. Ich finde die ganzen alten, vertrauten Gesichter und Geschichten tröstlich. Manchmal macht der Mitbewohner Waffeln oder der Mann kauft uns eine Tüte Chips und dann haben wir richtig nette Kino-Abende daheim. Mein Highlight war Das Relikt, weil der einfach herrlich trashig und gruselig ist.

Jetzt, wo das Wetter so schön geworden ist, kümmert sich meine Familie auch wieder um den Garten. Eigentlich mag keiner von uns Gartenarbeit, und das ist auch der Grund dafür, warum wir über die Jahre hinweg immer weiter unser Grundstück entkrautet haben (es war so eine Art Dschungel incl. Hopfenlianen und Palmen und so…). Jetzt hat sich eine Hundsrose angesiedelt, die schon richtig groß geworden ist. Der Mann hat sie um einen Rosenbogen gewunden, der noch im Schuppen stand. Mal gucken, wie sie sich entwickelt. Jedenfalls werden wir jetzt neben Schlehen, Holunderbeeren, Birnen, Weißdornbeeren, Wal- und Haselnüssen auch Hagebutten im Garten haben 🙂

Neulich haben eine Austauschpartnerin und ich darüber sinniert, wie viele Sachen wir in diesem Jahr schon gekauft haben, abgesehen von Dingen des täglichen Bedarf und Lebensmitteln. Ich kam auf insgesamt 23, wovon der Großteil Bücher bzw. Lernmaterialien waren. Zwei medizinische Geräte, eine Wolldecke und ein Rasierer waren auch dabei. Allerdings habe ich mir seitdem schon wieder ein paar mehr Dinge gekauft, u.a. ein T-Shirt und einige Bilder für mein Zimmer. Habe fast zwei Jahre lang mit leeren Wänden und Regalen gelebt und jetzt war der Wunsch dann doch da, mir etwas Schönes hinzuhängen, das mich beruhigt und erfreut, aber da wir noch nie viele Bilder hatten, konnte ich nichts Altes aufmotzen und erneut hinhängen.

Es wäre natürlich verfrüht, ein Fazit zu ziehen, aber ich glaube, durch das UWYH-Experiment gucke ich noch genauer hin, was ich kaufe, und in der Regel kaufe ich auch nichts mehr spontan, sondern packe es erstmal auf meine Wunschliste (abgesehen von Sachen, die ich wirklich brauche – ich müßte jetzt nicht erst abwägen, ob neue Patronen oder Vokabelkarten wirklich benötigt werden). So habe ich schon eine Menge Dinge nicht gekauft. Was ich immer noch bemerke, ist dieser Frustkauf-Impuls. Wenn es mir schlecht geht (was dank meinem Blödschuhmacher fast täglich passiert), würde ich oft gern einfach was bestellen. Oder wenn ich aufstehe, dann hoffe ich, daß für mich ein Paket mit schönen Sachen angekommen ist (obwohl ich nix bestellt hatte). Dinge sind ja oft so eine Art Burg, die man um sich herum anhäuft, und wenn ich mich schmerzig/wehleidig/genervt/… fühle, dann spüre ich das Bedürfnis, mich hinter „Zeug“ zu verkrümeln, sehr deutlich. Welche Funktion Essen in diesem Konstrukt erfüllt, weiß ich noch nicht recht, aber ich merke durchaus, daß mir in meinem Hausarrest das tägliche Essen noch wichtiger geworden ist als es das ohnehin schon war. Ich meine, acht Monate daheim ohne auch nur zwei Schritte gehen zu können, das ist schon hart, und da braucht man auch was, auf das man sich freuen kann. Und egal, wie leer meine Regale oder Wände sind, ein minimalistischer Esser werde ich nie werden 😀

Speiseplan #182

  • Dienstag: Köfte im Fladenbrot, Tomatensugo, Salat
  • Mittwoch: Pasta Cacciatore mit Pilzen und Oliven
  • Donnerstag: Pfannenpizza, dazu Waldorfsalat
  • Freitag: Spargel, Salzkartoffeln, Hollandaise
  • Samstag: Massamancurry mit Ananas und Erdnüssen, dazu Klebreis
  • Sonntag: vegane Bolognese, dazu Salat
  • Montag: UWYH

außerdem werden wir (= der Mann) einen Schoko-Kirsch-Kuchen backen

WochenendRückblick #181

[Wetter] Sonnig.

[Gemacht] Samstag habe ich eigentlich den ganzen Tag gelernt und gelesen. Nur zwischendrin habe ich kleine Pausen eingelegt, in denen ich etwas geguckt und Tee getrunken habe. Sonntag war alles nicht so unkompliziert, weil meine Katze mich echt sehr mit ihrer Anhänglichkeit genervt hat. Habe trotzdem gelernt und gelesen, aber es war einfach nicht so entspannt.

Ich habe mich nach Bildern für mein Zimmer umgeguckt. Jetzt ist es irgendwie soweit, nach fast zwei Jahren mit leeren Regalen und leeren Wänden.

[Español] Videos geguckt und mit meiner spanischen Austauschpartnerin getextet. Ich habe inzwischen durchaus einige Vokabeln vergessen und das hole ich gerade wieder auf.

[Norsk] Austauschgespräch, Duolingo und Vokabeln.

[Gehört] Die drei Fragezeichen.

[Gelesen] Sebastian Fitzek: Der Insasse. Immer noch in dem Buch von Alicia Gaspar de Alba.

[Gesehen] Flashpoint (ist eine kanadische Serie und gefällt mir ganz gut, auch weil die Episoden nicht so lang sind). Dokus über japanischen Grüntee.

[Gegessen] Neben den Plansachen: ein Baguette mit Mozzarella, der dringend wegmußte. Himbeeren. Vegane Käsechips (weiß noch nicht, was ich von denen halte).

[Gekauft] Ich war kurz versucht, mir Lernmaterial zu kaufen, habe es aber nicht getan 🙂

[Ausblick auf die nächste Woche] Vermutlich richtiger Kursbeginn vom Spanischkurs (letztes Mal war ich allein mit der Lehrerin und ihre Verbindung brach ständig ab). Vielleicht Schuhe?