Norwegisch #44

Ich habe mich gerade richtig erschreckt, als ich bemerkt habe, daß heute ja schon wieder Freitag ist. Durch die absolute Eintönigkeit meiner Tage vergeht eine Woche wie im Flug, und da ich seit Ende September verletzt bin, fühlt sich die Zeit, die vergangen ist, wie eine merkwürdige Blase aus Gleichförmigkeit und Reizfreiheit an. Auch das Lernen fließt so dahin. Ich habe eigentlich dauernd das Gefühl, daß ich nie etwas Neues lerne, sondern nur wiederhole, was ich schon konnte, und mich daher wie in einem zähen Sirup bewege, ohne irgendwas zu schaffen. Wahrscheinlich stimmt das nicht, aber wie so oft ist die Stimmung am Jahresende komisch. Oder die Schwingung. Oder was auch immer.

Ich hatte diese Woche zwei Stunden mit zwei verschiedenen Lehrern. Für die kommende Woche habe ich mir noch eine Probestunde bei einem dritten Lehrer gebucht. Ich suche immer noch jemanden, der mir Grammatik wirklich erklären kann (bzw. bestimmte Phänomene). Es reicht mir nicht, wenn mir ein Lehrer nur sagen kann „ist eben so“, daher wäre es am besten, wenn ich jemanden finden würde, der Norwegisch als Fremdsprache studiert hat. Mir ist schon klar, daß man in der Regel keine Erklärungen für die Grammatik der eigenen Muttersprache geben kann, aber genau das brauche ich.

In Gesprächen merke ich, daß es ganze Teile gibt, die ich bereits flüssig kommunizieren kann. Manchmal fehlt mir ein Wort, manchmal bin ich mir bei Formulierungen unsicher und manchmal muß ich länger nachdenken,weil ich die meisten norwegischen Vokabeln noch nicht so oft benutzt habe, daß ich sie ganz präsent und im Direktzugriff habe. Aber das ist ok und nur eine Frage der Übung.

Vokabeln zu lernen, fällt mir gerade sehr leicht. Es bleibt viel haften. Scheinbar ist es so, daß das Vokabellernen einer gewissen Schwankung unterliegt, denn es gibt auch Monate, wo das ein mühseliges Geschäft ist. Zum Teil bin ich auch überrascht davon, welche Worte haften bleiben. Teilweise Sachen, die ich nur ein- oder zweimal gehört habe. Diese Woche habe ich meinen Wortschatz um Vokabeln zu Körperteilen, Sachen im Zuhause und Komposita erweitert. Das Lustige ist halt, daß man im Norwegischen Komposita bilden kann wie im Deutschen, aber ich glaube, wir Deutschen treiben das schon auf die Spitze 🙂

Ich habe außerdem in einem Grammatikübungsbuch ein paar Kapitel durchgearbeitet und dabei sehr viele Fehler gemacht. Fehler sind notwendig, fühlen sich aber trotzdem doof an.

Bei YT habe ich Videos über Weihnachten geguckt und darüber gestaunt, was sich die Leute so schenken lassen. Hatte allerdings das Gefühl, dabei nur einzelne Brocken und nichts Zusammenhängendes zu verstehen. Gäbe es keine Handlung in einem Video, täte ich mich noch immer ganz schön schwer.

Wort der Woche: følelseskaos. Gefühlschaos.

Ein Gedanke zu „Norwegisch #44“

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