WochenendRückblick #80

[Wetter] Sonnig und recht warm.

[Gemacht] Samstag waren der Mann und ich nach dem Frühstück einkaufen und in der Stadt. Ich brauchte neue Socken und das ist – wie so vieles mit Behinderung – nicht einfach. Im Anschluß haben wir eine Currywurst gegessen. Wieder daheim, habe ich mich ins Bett gehauen, und später gekocht, während der Mann versucht hat, ein paar Kabel im Haus zu verlegen. Schon interessant, was einem so alles aus den Wänden entgegenrieselt… 😉 Am Abend hatte ich dann eine Verabredung zum Quatschen und danach haben wir einen Film geguckt. Allgemein ist der Samstag dank meiner Nachbarn für mich vom Lieblingstag zum Haßtag der Woche geworden. JEDEN VERFICKTEN SAMSTAG gibt’s es Krach. JEDEN. In der Regel IMMER zwischen 8 und 19 Uhr. Elektrosense, Kreissäge, Flex, Bodenverdichter. Ich lebe übrigens nicht im Neubaugebiet. Ziehe ernsthaft in Erwägung, mir eine Harley zu kaufen und nachts um drei nach Hause zu kommen. JEDE Nacht. Fünfmal. Sonntags achtmal.

Sonntag war ich unausgeschlafen und genervt. Nach dem Frühstück bin ich am Rechner versackt und habe Stuß bei YouTube geguckt. Sehr viel später habe ich mir Falafel für die nächsten Tage gemacht und dann gekocht. Nach dem Essen waren der Mann und ich schwimmen. Ich habe ja vor etwa einem Jahr beschlossen, daß ich nicht mehr kooperativ bin Fußgängern ohne Behinderung gegenüber. Im Schwimmbad gibt es zwei Behindertenumkleiden, die ständig von Nichtbehinderten besetzt werden. Und eine Behindertendusche samt -klo, die auch ständig von Nichtbehiderten benutzt wird. Vor allem von Pärchen. Ich denke das lieber nicht zuende. Jedenfalls nutze ich inzwischen jede Gelegenheit, Nichtbehinderten, die diese Örtlichkeiten benutzen, maximal auf den Sack zu gehen. Mit lästigem Klopfen und „ich muß auf’s Klooooooo“-Rufen. Oder mit schulmeisterlichen Belehrungen. Was sich halt anbietet. Ich mache sowas auch gern, wenn Nichtbehinderte einen Behindertenparkplatz benutzen. Und ich fahre mit dem Rolli inzwischen auch nicht mehr auf die Seite, sondern stelle mich mittig in jeden noch so engen Gang. Und ich maule Leute an, die mir über die Füße steigen und mir fast auf den Schoß fallen. Ich hätte das früher nie gemacht, weil ich gedacht hätte, sowas sei schlechtes Benehmen. Aber ich finde, daß es ein noch viel schlechteres Benehmen ist, Behinderte durch Dämlichkeit zu behindern.

[Español] Ich habe jetzt etwa die Hälfte des Lehrbuches über die Vergangenheitsformen im Spanischen übersetzt und bin ganz zufrieden damit. Die Arbeit an diesem Projekt macht mir unheimlich viel Spaß. Ich habe mal wieder Vokabeln wiederholt und mit meiner argentinischen Austauschfreundin geplauscht. Ein paar Videos habe ich auch geguckt.

[Garten] Morgen gehe ich Blümchen kaufen.

[Gesportelt] 2250 m geschwommen.

[Gehört] A Perfect Circle.

[Gelesen] Lust aus Fikken? Das Buch handelt von Online-Dating, geschrieben von einer Frau, die sich mit unterschiedlichen Profilen bei Dating-Seiten angemeldet hat und über ihre Erfahrungen berichtet. Ganz kurzweilig.

[Gesehen] Zwei dänische Kinderfilme. Du weißt, Du bist alt, wenn Du nicht die Hauptdarsteller, sondern ihre Eltern anhimmelst^^

[Gegessen] Currywurst.

[Gekauft] Diverse Socken.

[Ausblick auf die nächste Woche] Eine kurze Woche dank Brückentag. Pläne bisher: Terrassenbepflanzung. Urlaubsplanung. Schwimmen. Spanisch.

Allein Reisen #1

Diese Woche habe ich recht viel Zeit dafür aufgewendet, mir anzuschauen, was wir alles in Galicien anstellen können, wenn wir demnächst dort sind. Wenn ich Reiseplanung mache, rührt das immer an einen alten Wunsch von mir: allein reisen. Früher hat sich das nicht ergeben, dann hat es nicht mehr geklappt, aber jetzt fühle ich mich körperlich und mental durchaus imstande, das durchzuziehen, und darum wird es gerade für mich aktuell.

Die Gründe dafür, warum ich überall allein reisen will, sind schnell aufgezählt: weil es eine Herausforderung ist und weil ich denken würde, wie schade es ist, das nicht getan zu haben, wenn ich jetzt tot umfallen würde. Es ist einfach eine Erfahrung, die ich gern mal gemacht haben möchte. Vielleicht stelle ich ja auch fest, daß es langweilig ist, sich nicht mit jemandem austauschen zu können. Oder vielleicht lecke ich auch Blut und will dann öfter allein reisen.

Ich denke, wenn man allein unterwegs ist, muß man als Mensch mit Behinderung vermutlich öfter um Hilfe bitten. Für mich ist das eine Horrorvorstellung. Vielleicht reizt es mich gerade deswegen. Ich will, daß mein Aktionsradius sich drastisch vergrößert. Daß ich lerne, daß ich mir das zutrauen darf. Meine Comfortzone zu verlassen, ist schwierig für mich. Nicht nur wegen der Körperbehinderung, sondern auch wegen Autismus und kPTBS. Ich tue Dinge immer auf dieselbe Weise, in denselben Abläufen. Das zu durchbrechen und mich dem damit verbundenen Unbehagen zu stellen, klingt wie eine Herkulesaufgabe, an der ich wahrscheinlich wachsen könnte. Dazu kommt, daß ich, sollte ich so eine Reise machen, die Zeit gern dafür nutzen würde, meine Sprachkenntnisse zu vertiefen.

Wegen des letztgenannten Punktes kämen für mich eigentlich nur zwei Ziele in Betracht, nämlich England oder Spanien. Eine Flugreise nach Lateinamerika und dann auch noch allein….nee, das traue ich mir noch nicht zu. Ich würde also im eigenen Auto reisen. Das ist nämlich für mich mehr als ein Transportmittel. Es ist eher ein zweites Wohnzimmer, ein sicherer Hafen. Würde ich nach England reisen, wäre die Herausforderung nicht so groß wie bei einer Reise nach Spanien. Nach England brauche ich acht oder neun Stunden. Nach Spanien eher mal zwölf. Frankreich ist einfach überall im Weg 😉 Aber ob meine Ausdauer reicht, solche Strecken zu bewältigen? Nach meiner langen Krankheit habe ich viele Jahre gebraucht, um mich überhaupt wieder hinter das Lenkrad zu setzen. Inzwischen fahre ich zwei Stunden am Streifen einfach so weg. Aber acht? Oder zwölf? Plus Pausen wären das ja auch mehr Stunden….also immer mit Zwischenstop und Übernachtung? Ich denke, um diesen Punkt zu klären, werde ich den kommenden Urlaub nutzen und mal schauen, wie weit ich fahren kann. Dazu kommt, daß ich Englisch (derzeit) fließender spreche als Spanisch. Aber das wäre doch langweilig 🙂

Ich denke, ein Urlaub allein müßte sehr gut geplant sein. Am besten barrierefreie Hotels mit Parkplatz davor. Als wir letztes Jahr in A Coruña waren, war der hotelangeschlossene Parkplatz eine steile, enge Tiefgarage, aus der ich weder zu Fuß noch mit dem Rolli allein rausgekommen wäre. Sowas dürfte nicht passieren, idealerweise. Auch müßte ich noch effektiver packen, als ich das jetzt schon tue. Wenn man schlecht zu Fuß ist, kann man nicht mal eben fünfmal zum Auto, um Gepäck zu holen. Das hieße wohl, daß ich weniger Kleidung zum Wechseln und stattdessen eine größere Tube Rei mitnehmen würde. Oder eine große Tasche mit Klamotten im Auto lassen und nur ein schmales Handgepäck mit ins Hotel nehmen würde. Am besten wäre es auch, nicht dauernd das Hotel zu wechseln. Eine „Homebase“ erleichtert die Sache enorm.

Und die Reisedauer? Meine Therapeutin hat mich gefragt, warum ich nicht mal für ein Wochenende allein verreise, mit einer Übernachtung. Die Antwort ist: weil das langweilig ist. Es lohnt sich nicht. Da penne ich lieber im eigenen Bett. Seit unserem letzten Urlaub (gefahrene Kilometer: 6000) hat sich mein Verständnis für Strecken verändert. Früher erschien es mir eine Weltreise, sonntags von Wuppertal nach Karlsruhe zu fahren und freitags wieder zurück. Heute sitze ich dreieinhalb Stunden auf einer Backe ab, wie man so schön sagt (btw, die Panamericana zu fahren, das wäre auch mal ein Traum). Ich würde eher drei bis vier Wochen veranschlagen. Dann hätte ich genug Zeit, durch ganz Frankreich hin- und auch wieder zurückzuzockeln. Ich muß mich ja nicht hetzen. Aber drei, vier Wochen ohne meine Familie? Ohne meine Mieze? Ich denke, die mentale Herausforderung kann ich noch nicht wirklich einschätzen. Natürlich gibt es WhatsApp und alles, aber reicht das? Oder komme ich am Ende zurück und stelle fest, nicht ich habe mich verändert, aber alle anderen schon? Könnte ich damit umgehen?

Für den kommenden Urlaub habe ich mir nun erstmal einen kleinen Trolley gekauft. Er wiegt knapp drei Kilo und ist mit zwölf Kilo belastbar. Da kriegt man also schon ordentlich was rein. Ich schaue mir mal an, wie er sich bewährt, denn ggf. wäre er für einen solchen Trip schon ausreichend. Halt mit entsprechendem Kleidervorrat im Auto. Trolley plus Rucksack bekomme ich auch mit Gehstock in der einen Hand über kurze Strecke transportiert. Wäre echt eine Option.

Zeitzonen

Letzte Woche hat mich eine Argentinierin auf Conversation Exchange angesprochen. Sie lernt Englisch und da ich Englisch fließend spreche, wollte sie sich gern mit mir austauschen. Letzte Woche haben wir schon mal versucht, uns zu treffen, doch sie mußte spontan absagen. Heute hatten wir unseren Ersatztermin, um 15 Uhr in meiner Zeitzone. Leider erschien sie nicht. Um 15.20 Uhr bin ich dann also gegangen und habe ihr nur kurz geschrieben, daß ich 20 Minuten gewartet hätte und nun gehen würde. Ihre Reaktion kam prompt: es sei doch noch gar nicht an der Zeit, genaugenommen sogar 40 Minuten zu früh. Zum Beweis schickte sie mir auch einen Screenshot und tatsächlich, es war in ihrer Zeitzone noch viel zu früh.

Wir beide waren völlig verwirrt und verabredeten uns für den Abend. Dazu muß ich sagen, daß ich in der ganzen Zeit, in der ich schon den Austausch pflege, sehr unterschiedliche Erfahrungen mit Menschen gemacht habe. Darüber schrieb ich hier ja auch schon mal. Es gibt durchaus Leute, die einen ständig versetzen und dann völlig empört reagieren, wenn man sagt, das war’s jetzt für mich. Aber woher unser Problem kam, konnte ich mir nicht erklären, weil meine andere argentinische Austauschfreundin und ich eben vier Stunden zeitversetzt leben. Jedenfalls dachte ich das. Wie sie mir aber nun heute Nachmittag erzählte, hat die argetinische Regierung vor etwa zwei Jahren die Abschaffung der Zeitumstellung beschlossen, sprich: wegen der blöden Zeitumstellung leben wir nun fünf statt wie bisher vier Stunden auseinander *lol* Mystery solved!

Heute Abend jedenfalls hatten die Dame aus Buenos Aires und ich ein fast anderthalb Stunden dauerndes Gespräch und es war sehr nett. So nett, daß wir direkt beschlossen haben, es zu wiederholen.

Ich habe bei diesem Gespräch ein paar Dinge herausgefunden, die mir bisher nicht wirklich klar waren (mal abgesehen von spanischer Grammatik). Zum einen habe ich viel mehr innere Ruhe gewonnen. Ich bin immer noch nervös vor solchen Gesprächen, vor allem mit neuen Leuten, aber in der Regel kriege ich mich recht schnell wieder ein und kann dann auch klar denken und vernünftig sprechen. Gleichzeitig ist mir aufgefallen, daß mein Gegenüber oft viel nervöser wirkt (oder ist) als ich. Das macht mir wirklich Mut. Es tut gut, zu wissen, daß auch andere soziale Ängste haben. Zum anderen ist mir bewußt geworden, daß ich eigentlich jetzt schon ein alter Austausch-Hase bin. Ich weiß, wie man ein Gespräch am Laufen hält, wie man dafür sorgt, daß der andere erzählt (nämlich indem man Fragen stellt) und sich entspannt (indem man lächelt, nickt und zusichert, daß er das schon sehr gut kann).

WochenendRückblick #79

[Wetter] Schweineheiß mit Mücken.

[Gemacht] Samstag waren der Mann und ich einkaufen, im Café und Currywurst essen. Abends haben wir gemeinsam gekocht, dann hatte ich eine Spanisch-Verabredung. Später haben wir noch einen Film geguckt.

Sonntag nach dem Frühstück haben wir eine Runde des beliebten „Männer, die auf Getreide starren“-Spiels gespielt. Sprich: wir haben mal wieder Käferbefall im Getreide. Da es dieselben Viecher sind wie bei den letzten beiden Malen, wir das Getreide aber aus anderer Quelle hatten, nehme ich an, das ganze Aussaugen des Schranks hat nix gebracht. Haben nochmal 10 kg Weizen in die Tonne gekloppt.

Nachmittags waren wir in Schwarzwald, haben abends gekocht und waren schwimmen.

[Español] Ich arbeite mich gerade nach und nach durch alle Babbel-Lektionen, die ich bisher nicht gemacht habe. Habe also den Diktat-Kurs abgeschlossen und mache jetzt mit den Verben weiter. Ich habe mit meiner argentinischen Austauschfreundin anderthalb Stunden durchgeplauscht, komplett auf Spanisch und über diverse Themen (Lernen, Jahreszeiten, Garten, Reisen, Essen etc.).

[Garten] Pläne für die Terrassenbepflanzung geschmiedet.

[Gesportelt] 2100 m geschwommen.

[Gehört] A Perfect Circle.

[Gelesen] Henry Winterfeld: Caius geht ein Licht auf.

[Gesehen] Bosch. Die vierte Staffel hat mir wieder sehr gut gefallen.

[Gegessen] Melone mit Dattelcreme. Hühnchen.

[Gekauft] Zwei Gehstöcke. Mein letzter hat mich über 10 Jahre lang begleitet, aber jetzt ist der Knauf gebrochen. Und einen kleinen Trolley.

[Ausblick auf die nächste Woche] Viel Spanisch. Urlaubsplanung.

A Perfect Lehrer

In den letzten Wochen gab es bei YouTube schon ein paar der neuen Songs von A Perfect Circle zu hören und seither läuft Talk Talk bei mir eigentlich in der Dauerschleife. Was Songs von Keenan so an sich haben, daß ich sie dauernd (ich meine, auch über Jahrzehnte hinweg) hören kann, kann ich nicht beschreiben, aber er ist so ziemlich der einzige Musiker, dessen Sachen ich immer und immer wieder hören kann. Ich höre mich nie satt. Für einen kurzen, irren Moment habe ich in Betracht gezogen, mir ihr Konzert in Luxemburg anzugucken, aber das mache ich nicht. Aber ich finde es schon sehr schade, daß sie nur in Berlin spielen. Wären sie nach Stuttgart oder Frankfurt gekommen, hätte ich das gemacht. Hach.

Eigentlich wollte ich über was anderes schreiben, nämlich über Spanisch (aber jetzt schreibe ich halt über zwei Sachen, die ich liebe, in einem Eintrag^^).

Ich habe jetzt seit letztem August Einzelstunden bei einer Spanischlehrerin genommen. Am Anfang hatte ich mit ihr immer kleine Texte besprochen, die ich ja auch hier gepostet hatte. Später haben wir dann auf freie Konversation umgeschwenkt, weil ich gemerkt habe, daß mein Schriftspanisch sich gut entwickelte – im Gegensatz zum gesprochenen Wort. Mit ihrer Hilfe hat mein Spanisch echt einen Schuß nach vorn gemacht. In den letzten Wochen allerdings habe ich etwas bemerkt, das mir vorher nicht so klar war. Sie ist ein sehr lebendiger Mensch und ich brauche, wenn ich eine Sprache halt noch nicht wirklich beherrsche, etwas mehr Ruhe zum Nachdenken. Ich denke eben noch auf Deutsch und muß dann erst ins Spanische übertragen, was ich sagen will. Das führte öfter mal dazu, daß ich mich im Anschluß an unsere Stunden regelrecht gehetzt fühlte. Nicht weil sie mich tatsächlich gehetzt hätte, sondern weil ich das Gefühl hatte, ich hätte nicht immer sagen können, was ich hatte sagen wollen. Bevor ich meine Gedanken um die Worte wickeln konnte, hatte sie schon das Thema gewechselt. Ich habe das dann mal angesprochen, was zu einer mittleren Krise geführt hat. Das ist Autismus pur. Grunderfahrung: ich sage und meine A, mein Gegenüber versteht drAmA und bastelt daraus eine Krise, die ich dann wieder gar nicht verstehe *lol*. Wenn ich darüber reden und das klären will, wirke ich aus irgendeinem Grund unsensibel, was in der Regel zu mehr drAmA führt. Ja mei. Wir haben uns danach wieder ganz gut zusammengerauft, aber ich spürte eben auch eine gewisse Unzufriedenheit. Es ist ja mein Lernprozeß (und letztlich auch mein Geld), und ich möchte, daß er so abläuft, daß er mir maximalen Nutzen bringt. Kurz und gut, ich hatte in der letzten Zeit mal die Augen offengehalten nach einer Alternative. Diese habe ich nun durch Zufall bei YouTube gefunden.

Viele Sprachlehrer, die Onlinekurse oder Stunden in Skype anbieten, sind ja inzwischen bei YouTube, um sich selbst zu promoten. Ich habe über YT z.B auch Gordon und Cynthia gefunden, von denen ich schon mal erzählt habe. Ich finde das eine geniale Sache. Ich als Schüler kann mir anschauen, welcher Lehrer zu mir paßt und wie er unterrichtet, und der Lehrer hat eine recht große Plattform. Ich merke inzwischen auch schon recht gut, mit wem ich gut lernen kann und mit wem nicht. Ich brauche Struktur und Ordnung, wenn ich was lernen will, und manche unterrichten Sprachen eher….sagen wir….organisch. Chaotisch. Ich habe jetzt eine Lehrerin gefunden, die sehr viel Wert auf Struktur und Ordnung legt, und von ihren Videos hatte ich schon eine Menge gelernt. Weil ich aber immer superschüchtern bin, habe ich es noch ein paar Wochen rausgezögert, bis ich ihr tatsächlich schrieb. Wir vereinbarten eine Probestunde. Und die hatte ich heute.

Ich habe dabei gemerkt, daß ich meinen Streßpegel relativ gut in den Griff kriege. Jedenfalls besser als noch vor einem Jahr. Da hat mich allein der Anblick eines anderen Menschen völlig aus der Fassung gebracht. Jetzt geht der Blutdruck hoch, aber ich kann noch halbwegs klar denken. Das hilft 🙂 Aber es ist trotzdem frustrierend, wie viel Übung ich brauche, um solche Situationen besser durchzustehen. Wir haben heute eine halbe Stunde lang geredet. Am Ende sagte sie mir, ich habe einen einzigen Fehler gemacht, den ich auch noch selbst korrigiert habe (für mich ist „coche“, also „Auto“, einfach ein weibliches Wort, egal wie oft ich mich daran erinnere, daß es männlich ist…). Sie sagte, ich habe Niveau B2 und es sei schon echt unglaublich und irre, wie gut mein Spanisch sei, dafür, daß ich gerade mal 18 Monate lerne und mir das alles selbst beigebracht habe. Ich liebe Schmeicheleien, haha 🙂 Nein, es freut mich einfach ehrlich, das mal von jemandem zu hören, der beruflich mit Spanischschülern zu tun hat.

Ich habe dann heute noch eine Weile darüber nachgedacht, ob ich denke, daß ich mit ihr arbeiten kann. Nachdem ich heute schwimmen war (dabei kriege ich immer den Kopf so schön frei), habe ich ihr gemailt und ihr geschrieben, daß ich gern mit ihr zusammenarbeiten möchte. Darauf freue ich mich ehrlich. Sie ist sehr ruhig und eben strukturiert. Hört zu, gibt Zeit. Das gefällt mir sehr.

Jetzt stehe ich aber noch vor der Aufgabe, meiner alten Lehrerin zu sagen, daß ich erstmal keine weiteren Stunden buchen möchte. Ich bin richtig schlecht in sowas, aber ok. Ich sehe das als Übung, ganz im Sinne meiner Verhaltenstherapie. Aber eben auf Spanisch.

Speiseplan #78

Am Wochenende habe ich nochmal ein bißchen was umgeworfen, weil wir Kartoffeln übrig hatten, so daß ich die Lasagnesuppe nach hinten geschoben habe.

  • Dienstag: Gemüsebolognese und Gnocchi
  • Mittwoch: Kürbissuppe mit Birnen, dazu Baguette
  • Donnerstag: Gemüsecurry mit Reis
  • Freitag: gefüllte Zucchini mit Kartoffel-Lauch-Brei
  • Samstag: Burger
  • Sonntag: Drillinge, Bärlauchrahm und Haferbacklinge
  • Montag: Pasta mit Broccoli und Speck, dazu Salat
  • Dienstag: Lasagnesuppe

WochenendRückblick #78

[Wetter] Ganz nett.

[Gemacht] Samstag nach dem Frühstück habe ich Spanisch gelernt, bis der Mann uns ich beschlossen, das schöne Wetter zu nutzen. Wir waren im Wald und haben Bärlauch gesammelt, dann noch etwas einkaufen. Abends haben wir lecker gekocht und danach hatte ich eine Verabredung zum Spanischreden. Später haben wir noch Filme geguckt.

Sonntag fing mit Migräne an. Nach dem gemeinsamen Frühstück habe ich ein bißchen was übersetzt und dann sind der Mann und ich nach Ettlingen gefahren. An sich mag ich Innenstädte. Nur keine alten. Wegen dem Kopfsteinpflaster. Nach einer schnellen Runde sind wir also wieder gefahren. Nachmittags habe ich im Bett gelegen und mein schmerzendes Knie massiert, während ich Podcasts gehört habe. Später habe ich gekocht und nach dem Essen waren der Mann und ich schwimmen. Ziemlich typisches Wochenende.

[Español] Dieses Wochenende hatte ich ein sehr schönes Gespräch mit meinem spanischen Austauschpartner. Anderthalb Stunden lang haben wir unangestrengt auf Deutsch (er) und Spanisch (ich) geklönt, das war richtig nett. Ich habe das Gefühl, jetzt wäre eigentlich der ideale Zeitpunkt dafür, mal zehn oder vierzehn Tage mit einer spanischen Familie zusammenzuleben, einfach um die sprachliche Routine zu etablieren. Ich habe Podcasts gehört, in denen Leute aus Cuba und Columbien über ihre Heimat erzählt haben. Ich freue mich darüber, daß ich diese ganzen unterschiedlichen Dialekte schon ganz gut verstehe. Spaßeshalber habe ich mir dann auch italienische Podcasts angehört, und davon verstehe ich echt eine Menge. Sehr überraschend, immer wieder.

[Garten] Ich habe das Kind mit Geld geködert, den Garten zu entunkrauten.

[Gesportelt] 2000 m geschwommen. Manchmal ist Schwimmen wie Vivaldi. Und manchmal wie Blackmetalgeschrammel. Heute eher das.

[Gehört] Thomas Thiemeyer: Die Stadt der Regenfresser. A Perfect Circle.

[Gelesen] Henry Winterfeld: Caius geht ein Licht auf.

[Gesehen] Bosch, Staffel vier. The Terror, Staffel 1. Ich freue mich, daß die tragische Geschichte von Sir John Franklin und seiner Expedition endlich mal verfilmt wurde. Fasziniert mich ja seit vielen Jahren. Nur diese Mystery-Elemente nerven etwas. Ich versuche, das als Symptome von Lagerkoller und Bleivergiftung zu lesen 🙂

[Gegessen] Abgesehen von den Plansachen: einen Salatteller. Ich habe Plátanos Machos gemacht, also grüne Kochbanane, angebraten, zermatscht und nochmal gebraten. Schmeckt sehr lecker, fast wie sehr knusprige Bratkartoffeln.

[Gekauft] Vegane Schlagsahne (dafür muß ich nach Karlsruhe fahren….da merke ich schon, daß ich echt auf dem Dorf lebe…). Obst und Gemüse. Chips.

[Ausblick auf die nächste Woche] Logopädie. Spanisch. Einkaufen. Sowas eben, total durchschnittlich.

El diario de Liam #17: cambios en mi poder de entender español

Cuando empecé aprender español empecé también ver videos en español. Me recuerdo que el primer video que vi fue este. Es bastante interesante que haya cambiado lo que pueda entender. En el inicio sólo pude encontrar palabras sueltas como „hacer“ o „zanahoria“. Un año más tarde pude encontrar algunos fragmentos de oraciones, pero todavía fue muy difícil. Hoy he visto el video por tercera vez. Tengo que decir que para mí todavía es un reto entender a la mujer, pero diría que encuentro más o menos 70-80%.

Estoy ansioso por descubrir qué voy a entender en 6 o 12 meses…

Además he encontrado muchos video con recetas de Latinoamérica. Allí tienen un montón de acentos diferentes. Por eso es buen ejercicio para mi ver este videos también – y por supuesto porque dudo que viaje allí un día… Aquí encuentras un video que me gusta especialmente 🙂 No creo que la mayoría de los alemanes sea contenta con las condiciones higiénicas en su cocina fuera de la casa, pero yo pienso que no hay nada mejor que una cocina afuera ♥

Filme, Filme, Musik

Ich war in den letzten Wochen ziemlich oft im Kino. Ich habe damit erst wieder vor ca. einem Jahr angefangen, nach einer etwa 15jährigen Kinopause. Mitte der 90er, als mein Mann und ich uns kennenlernten, waren wir jede Woche einmal (oder mehrmals) im Kino. Das war unser gemeinsames Hobby. Also, eins von mehreren. Ich glaube, das haben wir jetzt wiederentdeckt. Und ich gehe jetzt auch allein ins Kino, wenn ich einen Film sehen will, der ihn nicht interessiert. Meistens Horror oder Psychokram. Die richtig harten Splatter- und Gorefilme werden gar nicht mehr in der Menge produziert wie noch vor fünf oder zehn Jahren und die meisten davon landen gleich gar nicht im Kino. Dabei finde ich diesen Trend mit dem Herunterschrauben der Jugendfreigabe echt bedenklich. Lethal Weapon ist bis heute ab 18 (weil niemand eine Neueinstufung beantragt). Filme wie Killer’s Bodyguard oder der Hobbit Teil 3 sind ab 16 bzw. 12. Was muß man heute zeigen, damit ein Film ab 18 ist? Das ist schon sehr interessant, was Geld an dieser Stelle bewegt. Auf die Einstufung der FSK kann man sich als Eltern heute nicht mehr verlassen. Vieles, was für meinen Sohn freigegeben ist, finde ich grenzwertig. Hobbit 3 zum Beispiel. Die Kids heute werden vom echten Leben effektiv ferngehalten und machen großteil Retortenerfahrungen, sollen dann aber damit umgehen können, wenn ihnen in einem Film realistisch gezeigt wird, wie jemandem der Kopf weggeschossen wird. WTF. Naja.

Ich habe neulich Winchester gesehen. Ich fand es überhaupt interessant, daß es solange gedauert hat, daß mal ein Film über das Winchesteranwesen und die Witwe gedreht wurde. Mir hat der Film insofern ganz gut gefallen, als daß ich das Setting und auch die Besetzung toll fand. Die Story war ein bißchen durchschnittlich. Halt Geister, die ihre Ruhe erst noch finden müssen.

Die Woche war ich nun in Ghostland. Den fand ich super, auch wenn er mal wieder die Frage aufwarf, was ein Film noch bieten muß außer Titten, Ärsche, explizite Gewalt und Tötungsszenen, um ab 18 zu sein, chrchr. Die Story fand ich gruselig, die Umsetzung auch, weil Fragen offen blieben. Am besten hat mir der Film aber aus psychologischer Sicht gefallen, weil er Dissoziation thematisiert. Wer sich für sowas interessiert, wird ihn bestimmt mögen.

Dann ist mir jetzt aufgefallen, daß ich eigentlich seit etwa 2000 dieselbe Musik höre. Ich kaufe mir superselten neue Musik. Dabei bin ich nur wenigen Bands echt treu, allen voran Tool (auf deren neues Album ja schon alle seit Ewigkeiten warten) und A Perfect Circle. Als angekündigt wurde, daß Letztere im April ein neues Album herausbringen würde, habe ich das sofort gekauft, ohne auch nur einen Song zur Probe zu hören. Das würde ich ansonsten wohl nur noch bei Nick Cave tun. Von vielen Bands höre ich seit zwanzig Jahren immer wieder dieselben Songs, aber keine neueren, weil sie mir nicht mehr gefallen (Katatonia, Diary Of Dreams, U2, Dead Can Dance, Metallica, Dark Tranquillity und x andere). Ich frage mich, ob das daran liegt, daß die Musik sich verändert hat (oder das Gefühl, das sie transportiert), oder ob das nur ein autismustypisches Anhaften an Gewohnheiten ist. Für mich ist es total schwer, neue Musik oder Bands zu entdecken, weil ich das meiste völlig vernachlässigbar finde. Oder mir gefällt mal ein einziges Lied (wie von Röyksopp oder Juan Pardo oder zig anderen), aber nicht ein ganzes Album. Ich bin auch nicht besonders tolerant, was Genre, Texte und Instrumente angeht. Hip Hop oder dieser ganze „Sprechscheiß“ gehen gar nicht, ebensowenig Flöten, Mittelalter- oder Dudelsackgehopse, Chart-Abfall, Easy Listening, herzzerreißende Liebeslieder, kreischiges Blackmetalgeklöppel und vieles mehr. Ich bin da echt absolut intolerant. Allerdings höre ich Musik auch immer nur aktiv, weil ich kein Hintergrundgedudel ertrage. Nicht mal im Auto. Entweder ich höre es oder ich lasse es.

Mir fällt gerade auf, wie lange ich damit gehadert habe, daß ich ja nicht so intolerant sein sollte, weil „sich das nicht so gehört“. Es war echt ein Kraftakt, zu versuchen, offen zu wirken, und ich finde es ganz entspannend, jetzt zu wissen, daß mein Gehirn eben so funktioniert und daß ich daher so bin. Scheißintolerant und zufrieden damit 🙂