WochenendRückblick #6

[Wetter] Goldener Herbst!

[Gemacht] Samstag war unser Haushaltstag. Nachdem wir zum Frühstück frische Brötchen gebacken hatten, haben wir Wohnzimmer und Flure geputzt. Abends waren wir thailändisch essen – so gut <3 Danach waren wir noch schnell beim Bücherschrank und haben daheim einen Film geschaut.

Sonntag haben wir mit einem sehr späten Frühstück begonnen, bei dem uns der Sohn seine Stop-Motion-Filme, die er mit seiner Digitalkamera und Legofiguren aufgenommen hat, gezeigt hat. Richtig coole Streifen 😀 Nachmittag habe ich ein bißchen YouTube geguckt und dann Sport gemacht, abends gekocht. Nach dem Essen waren mein Mann und ich ein bißchen raus, haben später noch ein Sauerteigbrot angesetzt und werden nun noch Photos und einen Film schauen.

[Español] Ich habe immer noch nicht bei Babbel weitergemacht, sondern befasse mich nach wie vor damit, das bereits Gelernte nochmal durchzugucken und Vokabeln zu lernen.

[Garten] Dieses Wochenende habe ich meine Chilis für den Winter getrimmt und zwar nach dieser Anleitung.

[Gesportelt] Hanteltraining und Radeln.

[Gehört] Jeffery Deaver: Der letzte Tanz. Buena Vista Social Club. Diorama. If These Trees Could Talk.

[Gelesen] Bess Lovejoy: Rest In Pieces – Die unglaublichen Schicksale berühmter Leichen. Sehr unterhaltsam und informativ. Und ein bißchen morbide.

[Gesehen] First Avenger: Civil War. Ich blicke bei den ganzen Superhelden und Avengers und wie sie alle heißen längst nicht mehr durch, insofern kann ich jeden Film eigentlich nur für sich betrachten. Dieser war…naja, typisch halt.

[Gegessen] Beim Thailänder: vegane Frühlingsrollen mit scharfem Dip, Hühnchen Massaman mit Reis, Kokoseis und Creme Caramel mit Kokosmilch. Köstlich! Außerdem haben wir dieses Wochenende unser erstes Cordon Bleu in über 20 Jahren gemeinsamem Kochen fabriziert, und es war umwerfend lecker.

[Gekauft] Nix.

[Ausblick auf die nächste Woche] Ich möchte mir endlich einen neuen Yogahocker kaufen und habe zwei Arzttermine. Damit ist die kurze Woche dank Feiertag auch bald rum.

Immer mit der Ruhe…

Ich lerne seit zweieinhalb Monaten Spanisch. Zu Beginn hätte ich nicht gedacht, daß ich innerhalb so kurzer Zeit imstande sein würde, schon derart viel auszudrücken. Darüber bin ich wirklich erstaunt und auch glücklich, denn gerade der Austausch mit anderen ist ja das Interessante beim Lernen einer Sprache und bringt einen auch weiter. Mehr als ich allerdings selbst sagen kann, kann ich verstehen. Ich denke, da helfen mir auch meine Kenntnisse anderer Sprachen, allen voran Latein.

Ich habe von der 5. bis zur 10. Klasse Latein gehabt und mein großes Latinum gemacht (das es damals noch gab). Während ich nun Spanisch lerne, bin ich immer wieder überrascht davon, wie viel Latein noch so in meinem Kopf herumspukt 🙂 Bei bestimmten Konjugationen wundert es mich z.B. nicht, woher sie kommen, weil sie den lateinischen Verbformen sehr ähnlich sind. Auch kann ich mir viele Vokabeln durch verwandte lateinische Worte merken (sofern ich diese noch parat habe). Während meiner Schulzeit habe ich meine Sprachwahl oft verwünscht, weil mir Latein so viel lernintensiver vorkam als der Englischunterricht in den Parallelklassen, aber ehrlich gesagt hat mir Latein immer geholfen, sei es nun an der Uni, beim Lernen und Verstehen von Fremdsprachen oder auch beim Lesen von Fachliteratur. Dann war es also nicht umsonst 🙂

Während ich heute allerdings Spanisch lerne, vergesse ich oft, daß ich andere Fremdsprachen wie eben Latein oder auch Englisch schon vor sehr langer Zeit gelernt habe bzw. schon sehr lange spreche (immerhin mehr als 25 Jahre). Es fällt mir sehr schwer, angesichts all der Dinge, die ich noch lernen möchte, nicht zu verzweifeln, weil mir das als ein riesiger, unbezwingbarer Berg erscheint. Dazu kommt, daß ich heute längst nicht mehr so aufnahmefähig bin wie ich es als Kind war. Ich habe mal gelesen, ab dem Alter von 25 würde man in der Regel nichts Neues mehr dazulernen, weil man sich berufsbedingt spezialisiert, und das führt eben dazu, daß bestimmte Synapsen in unseren Gehirnen öfter benutzt und daher auch besser ausgebaut werden als andere. Genau das merke ich wohl gerade. Allerdings macht es mir Mut, daß die „graue Masse“ ja auch im Alter noch geformt und verändert werden kann – da unser Gehirn keine knöcherne Struktur ist, kann es umgebaut werden, indem wir neue Dinge lernen und damit die Bildung neuer Synapsen anregen. Vielleicht sollte ich mir das öfter ins Gedächtnis rufen, wenn ich mal wieder angesichts von sehr ähnlichen Verbformen verzweifle 😉

Der Online-Sprachkurs, den ich mache, umfaßt 6 Anfängerlektionen. Jede dieser Lektionen ist in 18-22 Unterlektionen eingeteilt. Derzeit bin ich in der fünften Lektion, ungefähr in der Mitte. Bis hierher bin ich recht zügig vorangekommen, doch nun wurde das Tempo drastisch erhöht. Zu viele Zeiten kamen zu schnell hintereinander für meinen Geschmack, obendrein wurde man plötzlich mit Vokabel überflutet. Das führte dazu, daß ich immer weniger verstand und die Zeiten auch nicht sicher saßen. Nun habe ich eine Pause reingehauen. Das fiel und fällt mir immer noch wirklich schwer, weil mein innerer Kritiker mich dafür gern einen faulen Sack nennen möchte. Lasse ich aber nicht zu 🙂 Mein Ziel ist es ja, Spanisch irgendwann wirklich gut sprechen und verstehen zu können. Wenn ich jetzt keine Pause mache, würde ich irgendwann allenfalls mittelmäßig Spanisch können.

Während der Lektionen fertige ich mir immer Mitschriften an, die bisher drei Hefte füllen. Diese gehe ich nun durch und schreibe mir Vokabeln und Wendungen, die bisher nicht richtig saßen, auf Karteikarten. Mit denen habe ich schon Latein gelernt und finde sie für mich nach wie vor das beste Medium, auch weil ich sie unterwegs benutzen kann. Manches schreibe ich mir auch auf Post It Zettel, die ich dahin hänge, wo ich sie möglichst oft sehe – allein schon durch unbewußtes Draufgucken festigen sich nämlich Lerninhalte.

Babbel bietet darüber hinaus auch vertiefende Übungslektionen an – für meinen Geschmack nur leider zu wenige. Also habe ich mir eine einfache Lektüre mit Grammatikaufgaben gekauft, außerdem einen Rätselblock und ein weiteres Grammatikübungsbuch. Auf diese Weise lerne ich neue Vokabeln dazu und kann das Grammatikwissen festigen.

Dennoch…obwohl ich weiß, daß ich gerade etwas Sinnvolles für das Lernen von Spanisch tue, fühlt sich das ein bißchen wie auf die faule Haut legen an. Ich muß mich immer wieder daran erinnern, daß wir auch als Kinder in der Schule Lernpausen und Ferien hatten und daß sich gerade durch diese Ruhezeiten das Wissen setzen konnte. Also: immer mit der Ruhe 🙂

WochenendRückblick #5

[Wetter] Grau und grisselig und relativ kalt. Ich mag das 🙂

[Gemacht] Dieses Wochenende war irgendwie ziemlich viel im Haushalt zu tun. Samstag haben wir zum Frühstück frische Brötchen gebacken, dann habe ich ein paar Dinge geputzt, die ich verschenken möchte, habe einen Kürbis vorgebacken, das Wohnzimmer aufgeräumt und sowas. Nachmittags habe ich eine Übung aus einem Buch von Peter Levine gemacht (s.u.). Abends haben wir aufwendig gekocht, was ich sehr genossen habe. In den letzten Jahren ging es mehr um schnelles, effizientes Kochen und jetzt einfach mal eine Weile am Küchentisch zu sitzen, zu schwatzen und dabei zu kochen, war richtig entspannend und schön. Danach hat unser Sohn uns einen kleinen Vortrag gehalten, den er letzte Woche schon in der Schule vorgetragen hat, und im Anschluß haben wir darüber gesprochen. Später haben mein Mann und ich noch einen Film geguckt.

Sonntag nach dem Frühstück haben wir zu dritt einen Apfelkuchen gebacken. Während mein Mann gebügelt hat, habe ich mein Bad geputzt, ein bißchen Sport gemacht und hier und da im Haus rumgekrutschelt. Abends haben wir gemeinsam gekocht. Nachher werden wir wohl einen Film schauen oder lesen.

[Español] Ich habe mir eine kleine Pause verordnet, weil ich gemerkt habe, daß bestimmte Dinge nicht so bombensicher sitzen, wie ich das gern hätte. Derzeit durchforste ich meine Notizen zu den Onlinekursen und schreibe mir alles raus, was nicht 100%ig memorisiert wurde.

[Garten] Jetzt wird es Zeit, die Chilis in die Winterruhe zu schicken. Das heißt, sie wurden auf 25 cm gekürzt, damit sie im kommenden Jahr schön austreiben können, und ins Winterquartier gebracht: auf den Dachboden, am Fenster. Hell und kühl.

[Gesportelt] Im Moment mache ich allgemein wieder mehr Yoga, so auch dieses Wochenende. Außerdem bin ich geradelt.

[Gehört] Jeffery Deaver: Der Knochenjäger. Rival Sons. Diorama.

[Gelesen] Peter Levine: Vom Trauma befreien – Wie Sie seelische und körperliche Blockaden lösen. Außerdem: Ingrid Decker: Totenkult in Mexiko/Día de Muertos. Obwohl letzteres nur ein kleiner Band ist, fand ich ihn sehr informativ.

[Gesehen] To-Do-List, eine in den 90ern angesiedelte Teeniekomödie. Herrje, bin ich echt schon so alt? 😉

[Gegessen] Abgesehen von den Plansachen: frische Brötchen. Einen Berliner. Prawn Cocktail Chips. Apfel-Marzipan-Kuchen.

[Gekauft] Nix. Aber eine Küchenmaschine, die wir uns zu Weihnachten schenken, ist angekommen und wurde gebührend bewundert und natürlich auch direkt ausprobiert. Nettes Teil!

[Ausblick auf die nächste Woche] Ich habe zwei Termine, ansonsten sieht es eher ruhig aus.

Speiseplan #4

Diese Woche gibt es ein paar neue Rezepte und ein paar alte Bekannte:

  • Donnerstag: Gemüsesuppe mit Nudeln, dazu Brötchen
  • Freitag: Ramen mit Ei und Hühnchen
  • Samstag: Rotolo (frische Pastaröllchen mit Kürbis und Spinat)
  • Sonntag: Blumenkohlgratin mit Broccolisauce und Rösti
  • Montag: Fischstäbchen mit Kartoffelpüree und Erbsen
  • Dienstag: Essen gehen
  • Mittwoch: Pastinakensuppe mit Birnen und Curry

Am Wochenende möchte ich außerdem einen Apfel-Marzipan-Kuchen und eine Crema Catalana machen.

Los días de los muertos

Um Spanisch zu lernen, schaue ich öfter mal Videos bei YouTube. In der Regel sind das dann Kochvideos, erstens weil mich Kochen und regionale Küche interessieren und zweitens weil ich es einfacher finde, Worte oder gar Sätze herauszuhören und zu verstehen, wenn der gesprochene Text eine Handlung hat, die mir in gewisser Weise vertraut ist. Letzte Woche bin ich dabei auf den Kanal eines mexikanischen Bäckers und Kochs gestoßen, der es sich zum Ziel gemacht hat, regionale Kochtraditionen zu bewahren. Zu seinem Kanal geht es hier entlang (ausschließlich auf Spanisch). Mir wurde dann von YouTube ein Video zur Herstellung von pan de muertos (wört. Totenbrot) empfohlen, vermutlich weil die dazugehörigen Festivitäten – die días de los muertos – Anfang November stattfinden. Damit fing alles an 🙂

Ich erinnerte mich daran, daß ich Mitte der 90er mal eine Ausstellung zu diesem mexikanischen Fest im Heimatmuseum in Lübeck gesehen hatte. Damals gab es für alle Besucher das Rezept des traditionellen pan de muertos als Ausdruck zum mitnehmen, und ich erinnerte mich an bestimmte Bilder aus der Ausstellung wie beispielsweise die bunten Scherenschnittbilder und die Zuckerschädel. Dann kam eins zum anderen und nun befasse ich mich ziemlich intensiv mit der spirituellen Welt der Nahua, der größten indigenen Ethnie im heutigen Mexiko, insbesondere in Hinblick auf Sterben, Tod und Jenseitsvorstellungen.

Die días de los muertos werden am 1. und 2. November gefeiert, wobei am 1. November die verstorbenen Kinder im Mittelpunkt stehen und am 2. die verstorbenen Erwachsenen. Augenfällig ist natürlich, daß diese Daten mit den christlichen Festen Allerheiligen und Allerseelen und auch mit Halloween, das in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November gefeiert wird, zusammenliegen.

Die Ursprünge von Halloween liegen im heutigen UK, wo die Kelten es Samhain nannten. Im Zuge der Christianisierung mußte die katholische Kirche feststellen, daß die Menschen an ihren Sitten und Gebräuchen festhielten, so daß Samhain kurzerhand in das christliche Fest All Hallows‘ Eve uminterpretiert wurde, aus dem im Laufe der Zeit eben Halloween wurde. Die Idee von Halloween verbreitete sich im Mittelalter in ganz Europa, und auch die Conquistadores waren mit Halloween bzw. dessen Grundgedanken vertraut, als sie den lateinamerikanischen Kontinent einnahmen und dessen Bewohner zwangsmissionierten. Daß der Glaube der Nahua und das Christentum gewisse Ähnlichkeiten wie etwa das Symbol des Kreuzes und den Glauben an das ewige Leben hatten, erleichterte die Christianisierung.  Auf diese Weise mischten sich indigener Glaube und Christentum.

Nun liegen allerdings Halloween und den días de los muertos gänzlich andere Vorstellungen von der Qualität des Besuchs der Toten bei den Lebenden zugrunde. Während an Halloween die Geister der Toten zurückkommen, um die Lebenden zu erschrecken, sie zu plagen und ihnen Angst einzujagen, betrachten die Mexikaner die días de los muertos als freudiges Ereignis, bei dem sie Kontakt zu geliebten Verstorbenen bekommen und wo diese unter ihnen weilen. Anders als Halloween ist das mexikanische Totenfest also von einer positiven Sicht auf die jenseitigen Dinge gekennzeichnet: es gibt keinen Grund dafür, Angst vorm Tod oder den Toten zu haben.

Die Nahua betrachten das Leben als Illusion und glauben, daß wir nur im Tode wahrhaft wach seien und sehen können, was auch ihr positives Bild von Tod und Sterben erklärt. Sie glauben an eine Dreiteilung der Welt in Ober-, Mittel- und Unterwelt, wobei die Unterwelt nicht mit der christlichen Hölle und die Oberwelt nicht mit dem christlichen Himmel verwechselt werden darf. Die Menschen leben in der Mittelwelt. Wer nun an den sog. Weltenbaum denkt, den es u.a. auch in der spirituellen Vorstellung der Germanen und einiger sibirischer Stämme gab bzw. gibt, hat ganz recht damit, wenn er dort eine Verwandtschaft vermutet, denn über die einstmals existierende Landbrücke der Beringstraße wurde dieses dreiteilige Weltbild aus Sibirieren bis nach Lateinamerika gebracht.

Die Nahua glauben nun, daß, sobald Menschen sterben, sie entweder direkt in die Oberwelt, welche aus 13 Sphären besteht und wo sie mit den Göttern vereint weiterleben, oder zunächst in die Unterwelt gelangen. In dieser müssen sie neun Prüfungen bestehen bzw. neun Pforten durchschreiten, bevor sie in das eigentliche Totenreich (Mictlan) gelangen. Dort sterben sie noch mehrmals (= durchlaufen mehrere Metamorphosen), bevor sie schließlich in die Oberwelt gelangen.

Anders als in der christlichen Vorstellung, wo die Lebensführung darauf Einfluß hat, ob man in den Himmel oder in die Hölle kommt, legt im Glauben der Nahua allein die Todesart fest, wohin man gelangt. So steigen beispielsweise Selbstmörder, Geopferte oder Frauen, die bei der Geburt gestorben sind, direkt in die Oberwelt auf.

Obwohl die días de los muertos eigentlich ein Familienfest sind, gibt es auch zahlreiche öffentliche Veranstaltungen, zu denen Maskierte und Verkleidete als Skelette tanzen und musizieren. Die Toten bewegen sich an diesen Tagen unter den Lebenden und man feiert gemeinsam die Reunion mit den geliebten Angehörigen.

Zu den días gehört das Aufstellen von privaten und öffentlichen Altären, den sog. ofrendas, dazu. Obwohl diese stark katholisch anmuten, geht ihr Ursprung doch auf den indigenen Nahua-Glauben zurück. Im Grunde hat jede Familie eine eigene ofrenda für ihre Verstorbenen, während die öffentlichen Altäre für all diejenigen Toten errichtet werden, die keine Hinterbliebenen mehr haben. Traditionell werden die ofrendas mit gelben Tagetes und anderen symbolhaften Blumen, Scherenschnitten und Papiergirlanden, Kerzen, Zuckerschädeln, dem pan de muertos, kleinen Skeletten und den Dingen geschmückt, die den Toten gefallen hätten. Außerdem wird auf diesen Altären gern Copal verbrannt, weil man glaubt, daß dieser Duft den Toten schmeichelt.

Das Symbol der Schädel (calavera) und Skelette wurde übrigens erst Anfang des 20. Jahrhunderts so populär, weil ein bekannter Künstler, José Guadalupe Posada (1852-1913), die Darstellung von (verkleideten) Skeletten in ironischer Weise nutzte, um Menschen, die dem einfachen Volk, der Mittelschicht und der Regierung als gleichrangig zu zeigen – der Tod als Gleichmacher, sozusagen. Er hat auch die bekannte und beliebte Skelettdame La Catrina geschaffen, als sie sich heute viele Menschen verkleiden. Guadalupe Posada ist wohl zudem die Popularität der Zuckerschädel zu verdanken. Diese werden aus weißem Zucker und Eiweiß gefertigt und aufwendig mit buntem Zuckerguß, Pailetten und Goldfolie dekoriert. Sowohl als Geschenk an die Toten als auch an die Lebenden gelten sie als Liebesgaben, die dem Beschenkten der unverbrüchlichen Zuneigung des Schenkenden versichern.

Das pan de muertos ist ein Symbolgebäck. Auf seiner Oberseite finden sich zwei gekreuzte „Knochen“ sowie ein „Schädel“ in der Mitte – alles aus Teig geformt. Traditionellerweise enthält das Totenbrot Orangenabrieb und Orangenwasser, denn die días de los muertos fallen in die Erntezeit der Orangen, und natürlich findet sich die Farbe Orange der von den Toten so geliebten Tagestesblüte auch in der Fruchtschale wieder.

Wer nun Lust hat, selbst einen Zuckerschädel zu machen, dem empfehle ich dieses Video hier (Englisch). Vielleicht kann man die Schädel, wenn man entsprechend begabt ist, auch frei formen, ansonsten hilft Google weiter.

Das Video über die Herstellung von pan de muertos, das mich überhaupt erst dazu gebracht hat, mich näher mit dem Thema zu befassen, gibt es hier (Spanisch). Ich habe außerdem noch pan de muertos Cupcakes gefunden, hier (Spanisch mit englischen Untertiteln).

Ein weiteres traditionelles Gericht zu den días ist Mole – eine Sauce, die mit geräucherten Ancho-Chilis zubereitet wird und die vom Aroma her an Schokolade erinnert. Diese Mole wird mit Fleisch serviert, kann aber auch zu Gemüse gegessen werden. Ein Rezept dafür gibt es hier (Spanisch mit nicht total genauen englischen Untertiteln).

Alle in allem sind die días de los muertos ein freudiges Ereignis, das uns helfen soll, mit den Toten zu leben und dem Tod den Schrecken zu nehmen.

[Quelle für die allgemeinen Infos zu den días hier]

WochenendRückblick #4

[Wetter] Es ist wieder etwas wärmer geworden mit viel Sonne.

[Gemacht] Samstag haben wir zum Frühstück frische Brötchen gebacken und haben dann ziemlich lange beim Essen herumgetrödelt. Nachmittags waren mein Mann und ich in Frankreich einkaufen, sind anschließend noch ein bißchen durch’s Elsaß gefahren. Abends haben wir gemeinsam gekocht, haben im Internet getüdelt, einen Film geguckt und Tee getrunken.

Sonntag habe ich nach dem Frühstück Spanisch gelernt, dann ausgiebig gesportelt. Abends habe ich gekocht und werde jetzt gleich noch lesen.

[Español] Bei Babbel habe ich dieses Wochenende drei Lektionen gemacht und einiges über Imperative und deren Verwendung mit Objektpronomen gelernt. Außerdem habe ich einige Vokabelkarten geschrieben und gelernt, aber ein paar sitzen noch nicht so sicher.

[Garten] Wenn wir noch ein paar Tage Sonne haben, könnte meine restlichen Chilis doch noch reifen. Dieses Wochenende stand nur Gießen auf dem Programm.

[Gesportelt] Ich bin geradelt, habe freies Krafttraining und Yoga gemacht.

[Gehört] Tess Gerritsen: Schneeleopard. Anders als andere Bücher von Tess Gerritsen packte mich dieses hier nicht so wirklich… Außerdem habe ich Sonne Hagal und den Soundtrack vom Buena Vista Social Club gehört.

[Gelesen] Paulo Coelho: Veronika beschließt zu sterben. Ich weiß, daß dieses Buch für viele voll der Augenöffner ist und oft gesagt wird, das Buch sei poetisch und wichtig und alles. Ich selbst fand es entsetzlich. Es war langweilig und am Ende läuft alles auf einen übergriffigen Arzt heraus, der findet, daß der Zweck die Mittel heiligt. Like no way, dude!

[Gesehen] Save with Jamie. Und einige Videos von mexikanischen Köchen 🙂

[Gegessen] Neben den Plansachen: Mini-Veggiefrikas mit der selbstgemachten Mango-Sauce. Brot, Käse und Oliven in Frankreich. Eine TK-Pizza. Ein Stück Marmorkuchen.

[Gekauft] Ein Buch, ein bißchen Halloween-Deko, Weihnachtssüßigkeiten und Wichtelgeschenke.

[Ausblick auf die nächste Woche] Eigentlich eine ganz normale Woche mit ganz normalen Terminen.

Mango-Sauce mit Scotch Bonnet

Diese Sauce ist ein Gedicht zu gegrilltem Hühnchen, in Fajitas, als Taktgeber in Suppen und anderen Saucen, zu Gemüse oder auch einfach mit etwas Frischkäse darunter auf Brot. Sie ist allerdings nichts für die Zartbesaiteten, denn die Scotch Bonnet mit ihren 150.000 bis 300.000 Scoville Units ist schon ziemlich robust, wenn man Schärfe nicht gewohnt ist.

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Zutaten:

  • 1 vollreife Mango, gewürfelt
  • 1/2 rote Paprika, gewürfelt
  • 1 kleine Zwiebel, gewürfelt
  • 2 Knoblauchzehen, grob gehackt
  • 1 Scotch Bonnet, grob gehackt
  • 1 kleines Stück Ingwer, grob gehackt
  • etwas Sesamöl
  • 50 ml Wasser
  • 2 Tl Salz
  • 3-4 EL Rohrohrzucker
  • 1 EL Weißweinessig
  • 1-2 TL Limettensaft

Um an das Fruchtfleisch der Mango zu gelangen, gibt es verschiedene Wege. Ich persönlich finde den „Igel“ ziemlich unelegant, wenn es darum geht, möglichst viel Fruchtfleisch aus einer Mango herauszuholen, weswegen ich ihn auch nicht empfehle. Ich schäle die Mango immer dünn (mit einer feststehenden Klinge – ein Sparschäler packt das nicht gut, vor allem weil die Mango ohne Schale ganz schön flutschig ist), schneide dann dicke Trancen vom Kern herunter. Das restliche Fruchtfleisch schabe ich mit der feststehenden Klinge vom Kern.

Das Sesamöl in einem kleinen Topf erhitzen. Zwiebeln, Knobi, Ingwer und Chili und Salz dazugeben und etwa 2 min. lang anbraten. Dann Mango und Paprika beifügen und 1 weitere min. braten. Dann das Wasser, den Limettensaft und den Zucker unterrühren. Alles 10 min. auf mittlerer bis geringer Hitze köcheln lassen, bis die Mango schon deutlich geschmolzen ist.

Nun die Sauce pürieren und den Essig dazugeben. Abschmecken. Das Ziel ist eine scharfe, süß-saure Sauce, die noch ein paar feine Stückchen enthalten darf. Noch einmal aufkochen lassen und dann in sterilisierte Gläser füllen. Wie bei einer Marmelade werden die fest verschlossenen Gläser 5 min. auf den Kopf gestellt. Fertig!

Vorräte, die Zweite

Neulich habe ich unseren einen Vorratsschrank durchgeguckt und hier festgehalten, was aus ihm möglichst bald mal aufgebraucht werden sollte. Inzwischen habe ich ein paar Dinge verwerten können. Die Liste sieht nun so aus:

  • ein paar restliche Päckchen Quick Oats (Porridge), aus England → wird als Zwischenmahlzeit gegessen
  • ein Glas Harrissa Marinade, aus England → wird für Hähnchen verwendet
  • eine Flasche Tabasco-Marinade, aus England → dito
  • ein kleiner Rest Buchweizen → kommt in die nächste Fuhre schneller Frühstücksbrötchen
  • eine Tüte Vollrohrzucker → kommt zumindest zum Teil in Brownies rein
  • zwei vegane Aufstriche → werden so gegessen
  • vegane Schokocreme → dito
  • eingelegte Zwiebeln, Peperoni und Oliven → gibt es zu den Tapas
  • 1/2 Tüte Milchreis → dazu müßte ich mich nur mal aufraffen, denn eigentlich mag den jeder von uns gern
  • 1 Tüte Leinsaat → kommt nach und nach ins Brot
  • eine Tüte Gerstenmalzmehl → ebenso
  • ein paar Walnüsse → falls mir nichts Besseres damit einfällt, kommen sie in den Salat →tatsächlich habe ich auch noch einen Aufstrich aus denen gemacht
  • ein Glas Heidelbeermarmelade → wird die Füllung für einen Pie werden
  • etwas Palmzucker → kommt in den Joghurt
  • ein Tütchen Pistazien → kommt in einen Kuchen

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Dieses Wochenende haben wir nun unseren zweiten Vorratsschrank durchgeschaut und noch ein paar Dinge in den bald-verbrauchen-Schrank geräumt. Manches davon ist noch bis Mai haltbar, da ich allerdings nicht vorhabe, den Schrank vor Mai nochmal so gründlich durchzugehen, habe ich diese Sachen schon jetzt zum baldigen Verzehr auserkoren.

  • eine Tüte Kritharaki → wird zu einem Abendessen in der kommenden Woche
  • ein Rest kurze Maccheroni → kommen mal in eine Suppe
  • ein Rest Graupen → dito
  • eine Tüte asiatische Nudeln → werden die Einlage in der Laksa
  • eine Dose Bohnen in Tomatensauce → für zwischendurch
  • vier Dosen Baked Beans → daraus werden zwei Abendessen
  • eine halbe Tüte Spinatspätzle → gute Frage
  • zwei Päckchen Zuckerstreusel für Halloween und Weihnachten → Plätzchen
  • eine Tüte Mini-Marshmallows → vielleicht in Heißgetränke oder auch in Gebäck
  • ein Baguette → wurde schon gegessen
  • vegane Wiener Würstchen → auch schon weg

Wenn ich bedenke, wie viele Vorräte ich früher teilweise wegwerfen mußte, weil sie nicht mehr gut waren, bin ich doch wirklich stolz auf mich, so „on top“ meiner Vorräte zu sein. Geholfen hat mir dabei auch, daß ich das Mindesthaltbarkeitsdatum inzwischen nicht mehr als Verfallsdatum wahrnehme. Die meisten Trockenvorräte halten doch erheblich länger als und das MHD erstmal glauben läßt 🙂